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Passaround-Bericht Olight SR95S UT und Leuchtdichte-Messung

sma

Flashaholic**
8 Januar 2011
2.004
3.412
113
In Ulm, um, und herum
Olight Taschenlampen
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Für die SR95S UT, insbesondere im Rahmen des Passarounds, gibt es schon viele, sehr gute Bilder und Beamshots hier.

Deshalb in diesem Bericht noch allerhand andere Dinge, die mich bei dieser Gelegenheit sehr interessiert haben.
Und das meistens im Vergleich zum direkten Vorgänger, der SR95-UT.

(Naja, ich hab natürlich auch Beamshots gemacht, aber mit über 600m zu weit weg, wie ich später merkte, und da erkennt man i.Ggs. zum bloßen Auge eigentlich gar nix mehr...)

Im weiteren einfach nur kurz
S-UT für SR95S-UT mit Luminus SBT70 LED
und UT für SR95-UT mit Luminus SBT90 LED.
Das Luxmeter ist vom Typ LX1330B.

Leuchtdichte der LED - und daraus errechneter Throw

Edit: schrieb erst Oberflächenhelligkeit, aber das heißt Leuchtdichte.
Die Leuchtdichte der SBT70 in einer Serienlampe hat mich am meisten interessiert. Und da es die noch nicht so oft gibt und dieses Exemplar umgebaut wird, wollte ich mich doch noch in den PA einklinken...

Ich habe Glas und Reflektor bei beiden Lampen ausgebaut und so die Lux, nur der LED selbst, auf Stufe high in 100cm Entfernung gemessen. Dabei habe ich versucht, Streulicht zu vermeiden, bzw. die entsprechenden Lux abzuziehen.

S-UT/SBT70
Lux: 540 (2sec) ... 495 (30sec)
LED-Fläche: Ø2.985mm (lt. Datenblatt) = 7mm²
-> Leuchtdichte: 77 ... 71 cd/mm²

UT/SBT90
Lux: 592 (sec) ... 554 (30sec)
LED-Fläche: 3mm x 3mm (lt. Datenblatt) = 9mm²
-> Leuchtdichte: 66 ... 62 cd/mm²

Ich bin ja Anhänger der Ansicht, daß Throw (im Sinne von Max-Lux) sich praktisch nur durch Leuchtdichte und scheinbar ausgeleuchteter Reflektor/Linsen-Öberfläche (im Wesentlichen also einfach dem Durchmesser) bestimmt.

Der Verlust des Reflektors liegt m.W. um die 15%. Und der von Glas zwischen 0 und 8%. Deshalb also etwas genauer angesehen:

1.) Der Reflektor in der S-UT ist etwas besser als in der UT.

Die Dimensionen sind identisch. Aber er sieht noch ein wenig glatter aus.
Ich habe deshalb beide Reflektoren im Kopf der S-UT vermessen, auf derselben Stufe low, genau gleiche Entfernung (grob 4m).
Der Unterschied der Max-Lux beträgt knapp 5% (1020 vs 1072 Lux).

Also nehme ich mal für den Reflektor der S-UT 15% Verlust an, und für den der UT 19% Verlust (0.85*0.951).

2.) Antireflex-Beschichtung des Glases

Das Glas läßt etwa 96% durch, pro Fläche also etwa 2%Verlust. (Idealerweise ohne Verlust, unbeschichtet hingegen wären es insgesamt 2 mal 4% Verlust). Hier ginge also noch mehr, das ist aber vielleicht den Kosten oder der Widerstandsfähigkeit der Beschichtung geschuldet. Kein Unterschied zur UT, außer dem Farbschimmer der Beschichtung (UT: neutral, S-UT: bläulich, was übrigens die Lichtfarbe gelblicher macht, ist aber kaum noch wahrnehmbar).

3.) Scheinbar ausgeleuchtete Reflektorfläche:

Reflektordurchmesser effektiv: 78mm,
Scheinbarer Lochdurchmesser der Ausleuchtung innen (das hängt von der LED ab):
S-UT: 28mm, UT: 26.5mm
Das ergibt eine scheinbare Reflektorfläche inkl. LED: S-UT: ~4185mm², UT: 4235mm².
(Ich habe die LED-Fläche einfach hinzugenommen, obwohl sie ja noch etwas heller als der Reflektor ist.)


(UT)

So, na endlich, weiter mit rechnerischer Throw @30sec:
(Leuchtdichte * Fläche * Reflektorverlust * Glasreflektionsverlust)

S-UT: 71cd/mm² * 4185mm² * 0.85 * 0.96 = 242 kcd -> 242 kLux @1m
UT: 62cd/mm² * 4235mm² * 0.81 * 0.96 = 204 kcd -> 204 kLux @1m

Messungen:
S-UT: Andis LX1330B-Messung 225 kLux, inkl. 15% also 260 kLux, Herstellerangabe: 250 kLux,
UT: Meine Messung @10m@30sec: 208 kLux, inkl. 15% also 239 kLux, Herstellerangabe 168 kLux.

Ich scheine eine außergewöhnlich helle UT erwischt zu haben. Das ist mir auch bei Lumenmessungen schonmal arg aufgefallen. Und Selfbuilt sie auch einmal merklich heller gemessen. Andere Exemplare könnten also auch dunkler also diese sein. Den Wert @10m@30sec für die S-UT habe ich ärgerlicherweise vergessen zu messen, ich dachte ich hätte ihn; das ist mir aber erst nach dem Versenden aufgefallen :mad:. Deshalb hier Andis Wert.

Vielleicht ist der Unterschied zwischen den beiden Reflektoren in größerer Entfernung nicht mehr so auffällig. Und wer weiß, wo ich noch Meßfehler oder sonstige Irrtümer drin habe, aber für den Start scheint mir das mit "Throw aus Leuchtdichte errechnen" sehr vielversprechend.

Wenn man die Oberflächenhelligkeit nämlich einmal hat, dann kann man vorher rechnerisch gut abschätzen, welche Max-Lux man mit einer bestimmten Reflektor/Linsen-Konstruktion erhält.

Spots S-UT (SBT70) und UT (SBT90), und UT-Donut

Hier ein whitewallshot von beiden, Abstand zur Wand etwa 5m.
Achtung: Der Einfachheit halber auf low gemessen. Helligkeiten sind nicht direkt vergleichbar.

Im Vergleich kann man bei der UT rechts gut einen Donut erkennen. Er ist hier also keine Einbildung/optische Täuschung.
Bei der S-UT ist's nicht so einfach zu sagen.

Außerdem ist die Lichtfarbe bei der UT merklich bläulicher/kälter.


(links S-UT, rechts UT)

Die Reflektoren sind praktisch identisch, woher also der merkliche Donut bei der UT?
Ich erkläre es mir mit zwei Punkten

1.) durch ungleichmäßige Leuchtdichte der LEDs.

Hier Bilder durch einen Filter:


(links S-UT, rechts UT)

Die merklich helleren Bereiche im Rand werden auch auf den Rand des Spots abgebildet.
XM-Ls zeigen diesen Effekt übrigens auch, und zwar besonders stark bei Überstromung.

Ich kenne diesen Leuchtdichte-Effekt nur in der Nähe der Bonddrähte.
Bei der SBT-90 (und SST-90) liegen die Bonddrähte beidseitig.
Bei der XM-L hingegen sind die Bonddrähte zwar nur auf einer Seite.
Aber ich glaube das wird durch den Reflektor bei der Abbildung einmal durchgenudelt und es entsteht trotzdem solch ein Donut. Die Fokussierung spielt wohl auch eine Rolle. Mein hochbestromtes Manafont-Ultrafire-XML-Dropin hat jedenfalls auch einen ziemlichen Donut.

Es ist nicht einfach, das zu messen, da der Ring schmal ist. Die Zahlen, die ich in 10m Entfernung erhalten habe sind:
- Minimum/Spotmitte: 195 kLux
- Maximum/nahe Spotrand: 206 kLux (das sind knapp 6%)

2.) Ich meine auch zu erkennen, daß der Donut außen etwas wärmer ist, und die LED hat außen ja ebenfalls eine deutlich wärmere Lichtfarbe. Paßt also dazu. Die Farben der beiden LED-Bilder traue ich mich aber nicht direkt zu vergleichen. Obwohl der Filter sehr gut ist, verfälscht er doch. Und die Bilder sind nicht auf high gemacht, die Helligkeiten passen also auch nicht. Ich hätte hier die SBT70 angesichts der whitewallshots aber schon etwas wärmer als die SBT90 erwartet.

Die eckige Form hingegen halte ich übrigens nicht für schuldig am Donut, im Gegenteil: Das müßte außen zu einem weicheren Übergang am Spotrand führen, statt zu mehr Helligkeit.

Lux @1m

Ab welcher Entfernung ergibt sich eigentlich - bei dieser Lampe - beim Luxmessen ein sinnvoller Wert?

Ich habe auf der Stufe low gemessen, um keinerlei Abfall über die Zeit zu erleiden.


Und hier die ursprünglichen Werte:
Distanz (cm) Lux Lux @1m (rechnerisch)
50 29500 7375
100 18400 18400
150 12300 27675
200 8400 33600
250 5530 34562
300 3890 35010
350 2840 34790
400 2170 34720
450 1730 35032
500 1401 35025
600 975 35100
700 708 34692
800 545 34880
900 427 34587
1000 346 34600

Die Lampe hat die Eigenart, daß sich auf kurzen Distanzen (wenige m) ein ganz kleiner Hotspot im Zentrum des großen Spots bilden. Vielleicht würde die Kurve sonst noch ein bißchen langsamer ansteigen. Meine Meßfehler sind aber auch nicht ohne. Ich wollte nicht direkt am Boden messen (wegen Reflektion) sondern etwas höher, die Entfernung habe aber am Boden gemessen. Insgesamt sehe ich in dem Diagramm immer noch keine ganz klare Aussage, aber man sieht gut, daß Werte unter 5m wirklich Gefahr laufen, Fehler zu erleiden.

Ab welcher Entfernung die Werte robust sind, hängt vor allem vom Durchmesser von Reflektor/Linse, und vom Durchmesser der Lichtquelle ab. Bei LEDs ist letzteres eher unkritisch, aber bei Short-Arc-Bogenlampen muß man da aufpassen. Bei großen Suchscheinwerfern (also beide Effekte) können das dann letztendlich locker 100m+ werden.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

lightson

Flashaholic*
3 Januar 2013
310
51
28
Mönchengladbach
Hi sma,

Danke für das mal etwas andere Review mit wissenschaftlichen Touch.

So machen die vielen verschiedenen Reviews zu diesem sehr interessanten Thrower Sinn.

Grüße

Michael :)
 

sma

Flashaholic**
8 Januar 2011
2.004
3.412
113
In Ulm, um, und herum
Ich habe die SR95S-UT mal wieder in die Finger bekommen und nun den Strom direkt durch die LED gemessen:

SR95S-UT (SBT70): 10.63A (bei 3.10V) @30s
SR95-UT (SBT90) : 9A @30s

Also gut ausgereizt, denn 10.5A ist der lt. SBT-70 Datenblatt maximal spezifizierte Strom.

An der LED sind das 33.0W. Am Akkupack werden 5.70A bei 6.68V @30s entnommen, das sind 38.1W.
Das ergibt für den Treiber ~87% Wirkunsggrad.

Bei dieser Gelegenheit habe ich auch Aufnahmen vom Treiber gemacht:



 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Bernnmanu

Flashaholic
31 Dezember 2013
197
46
0
Ost Belgien
Der Ferritkern und die Kupferspule...

...wozu wird solches verbaut?
Um ein erzeugtes Magnetfeld- ab hier weiß ich nicht weiter.

LG
Bernhard