Oslon Black Flat

Dieses Thema im Forum "TL-Leuchtmittel (LEDs und andere)" wurde erstellt von Photon, 10. November 2016.

  1. Ein netter Forumskollege (hi Xandre!) hat mir kürzlich 2 Leds:
    http://www.mouser.de/ProductDetail/OSRAM-Opto-Semiconductors/LUW-HWQP-8M7N-EBVF46FCBB46-8E8H/
    zukommen lassen.
    [​IMG]
    Eine wurde auf ein solides, vorhandenes Kupferboard gelötet und damit auf den für meine Messungen üblichen, massiven Alublock geschraubt.
    [​IMG]
    Ist nicht perfekt zentriert, wurde aber beim Reflowen für dünnstmöglichen Zinnfilm leicht angepresst und ist thermisch sehr stabil.
    Dann wurde der Led bei verschiedenen Stromstärken -siehe Tabelle weiter unten- in der Ulbrichtkugel die Lumenwerte abgenommen.
    2. Messung: via 50mm F=1,4 (35,7mm D) Objektiv die Luxwerte.
    Der ganze Messaufbau sieht so aus.
    [​IMG]
    Damit wurde in 2,50 m Entfernung von der Frontlinse auf den Sensor vom Gossen Mavolux gezielt.
    [​IMG]
    Die lose drübergehängte, weiße Blende dient nur der Treffgenauigkeit.
    3. Messung: Luxwerte der Led direkt zum Sensor, Distanz ebenfalls in 2,5 m.

    Tabelle:

    [​IMG]
    Bis 4,5 A hab' ich mich getraut, darüber ist nicht mehr viel zu erwarten.
    Desweiteren wurden noch die Luxwerte mit einer sphärischen Linse D= 91mm, F=105mm gemessen. Die produziert aber viel Spill....
    [​IMG]

    und bleibt weit hinter dem theoretisch erreichbarem Luxwert zurück. Der Schatten ist von einem in ca. 40 cm vom Sensor dazwischen gehaltenen Zollstock, um den Spill(-verlust) zu verdeutlichen.
    Die Verhältniswerte in den beiden unteren Zeilen der Tabelle dienen nur, um mögliche Nichtlinearitäten der Meßmittel oder Meßfehler aufzudecken.
    Die Tint ist subjektiv beurteilt ein reines Kaltweiss, Meßwerte mit dem Spektrometer werden nachgereicht.
    Fazit: eine feine Led für kompakte Thrower, ein solides Kupferboard ist bei solchen Strömen angezeigt. Die Physikprofis unter Euch dürfen nun die Oberflächenhelligkeit berechnen ;-) .

    Gruß
    Volker
     
    #1 Photon, 10. November 2016
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2016
    beamwalker, sma, Andi und 10 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Armytek
    Nun noch wie angedroht, die Meßwerte vom Spektrometer:

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    ...bei den verschiedenen Stromstärken. Die Lumenwerte bitte nicht zu genau nehmen, ein 22mm- Cu-Board läßt sich nun mal nicht verlustfrei in eine Ulbrichtkugel mit nur einem 13 mm-Port einbringen.

    Die Spektralkurve bei 1A
    [​IMG]

    und bei 4A
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    Gruß
    Volker
     
    FrankFlash, Andi, prisma und 3 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  3. Sehr interessant, danke. Warum ist der Blau Peak so niedrig? Sonst ist der bei kaltweißen LEDs doch viel höher im Vergleich zum restlichen Spektrum.
     
  4. Acebeam
    Hab eben noch bei einem Datensatz Spektrum+°K+CRI von der Philips LedBikeLight verglichen, sieht mit 6100°K ziemlich gleich aus.
    Kann ggf. nochmal messen, muß aber ca. 3 Wochen warten, Gerät ist seit gestern - alle Jahre wieder- beim Hersteller zum Kalibrieren.

    Gruß
    Volker
     
    Xandre hat sich hierfür bedankt.
  5. Der Vollständigkeit halber sollte man hier noch die Berechnung der Leuchtdichte nach sma angeben:
    229 kcd / ((36mm/2)² * pi) => knapp 230 cd/mm² @3,5A
    Mit 4,5A sind es nochmal 8,5 Prozent mehr, 250cd/mm^2. Das sind immerhin schon 20-25% mehr als mit de-domter XP-G2.

    Hierbei sollte man beachten, dass Osram oft keine einzelnen Effizienz-Bins verkauft sondern nur Gruppen von Bins. Die hier vermessene LED befindet sich im Bereich 8M-7N, also alle Bins, die im Datenblatt angegeben werden.
    Man könnte jetzt also schließen, dass die LED...
    1. zufällig maximal gut ist. Dann hätte sie im schlechtesten Fall nur 62,5% der Helligkeit und Leuchtdichte, also 156cd/mm^2.
    2. zufällig genau in der Mitte des Effizienzbereichs liegt, Dann wäre sie im besten Fall noch 23% besser (308cd/mm^2) oder im schlechtesten Fall eben so viel schlechter (192cd/mm^2).
    3. zufällig maximal schlecht ist. Dann wäre sie im besten Fall 60% besser (400cd/mm^2).
    Ich weiß es zwar nicht, schätze aber, dass die LEDs wahrscheinlich alle relativ nah an der Mitte des Bereichs befinden und der Produktionsprozess mit den Jahren besser wird und somit alle ein Bisschen effizienter.

    Da die LED für Autoscheinwerfer gedacht ist, kann man jedenfalls davon ausgehen, dass Osram nie die DIE-Größe verändern wird. In diesem Sinne wundert mich allerdings der sehr große Effizienzbereich. Bei Autoscheinwerfern darf Lichtstärke ja nicht so stark variieren.

    Was sich hier theoretisch sehr anbietet ist die Benutzung eines Wavien-Kragens und einer asphärischen Linse. Warum? Nun, die LED hat die höchste bisher gemessene Leuchtdichte. Sie muss nicht de-domt werden und hat somit keinen Grünstich, was darauf hinweisen könnte, dass der Phosphor weniger ausgereizt ist bzw. besonders von zusätzlicher blauen Strahlung profitieren könnte. Ich komme darauf, weil wir erstens wissen, dass der Phosphor durch blaues Licht angeregt wird und zweitens weil BLF-Mitglied mem mal geschrieben hat, dass er mit verschiedenen Lichtfarben unterschieldiche Ergebnisse erhalten hat. Außerdem ist die LED noch kleiner als die XP-G2, was bedeuten könnte, dass der mögliche Verstärkungsfaktor noch größer ist (also größer als 2,2).
    Bei 2,2x und 250cd/mm2 wären es immerhin schon 550cd/mm^2!!! :thrower:
     
  6. Wenn ich die Rechnerei richtig begriffen habe, sollten ohne Optik:
    48,5 lx * 2,5m²= 303 cd / 1mm² => knapp 303 cd/mm² @3,5A rauskommen...richtig :S ?
    Was die Streuung der Leds angeht, kann ich bei Gelegenheit die 2. auch noch reflowen und vermessen. Die Streuung schätze ich aber nicht sehr hoch ein, da gleiches Batch und direkt hintereinander im Gurt. Und das bei einem hoch automatisierten Fertigungsprozess.
    Ein Wavien-Kragen (hab' zum Glück nicht alle verschenkt) kann ich freihand bei geringen Stromstärken mal drüberhalten, ist aber dann nicht besonders genau.
    Gruß
    Volker
     
    Xandre und The_Driver haben sich hierfür bedankt.
  7. Ja, deine Rechnung macht in meinen Augen Sinn. Den Lichtverlust des Objektivs hat sma da nicht mit eingerechnet. Mich wundert aber dieser große Unterschied. 20℅ Verlust im Objektiv?

    Auf jeden Fall stimmt meine Rechnung oben dann nicht mehr. Die LED ist noch besser als gedacht.

    EDIT: Den Kragen hier mal zu testen wäre echt toll. Theoretisch über 600cd/mm^2 hört sich gerade echt toll an :D.
     
    #7 The_Driver, 24. November 2016
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2016
  8. Hast du den Sensor des Luxmeters beim Messen der nackten LED eigentlich abgeblendet, um Streulicht zu vermeiden? sma meinte mal, dass das einen nennenswerten Unterschied machen kann.
     
  9. Der Raum hatte Restlicht von ~ 2 lx bei ausgeschalteter Led; das wurde natürlich vom Messwert abgezogen. Mach' ich beim Vermessen von Talas, Leds, etc. immer so. Um genauer gegenzuprüfen, kann ich bei der nächsten Messung mal ein geschwärztes Papprohr drüberhalten.
     
  10. Es geht nicht um's Hintergrundlicht. Besonders bei Versuchen ohne Optik muß man bei eingeschalteter LED sehr darauf achten, daß kein reflektiertes Licht auf den Sensor trifft.
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  11. Volker, wolltest du nicht mal einen Wavien-Kragen über die LED halten (vielleicht mit Papierringen in die richtige Höhe kriegen)? Mich interessiert das sehr!
     
  12. Ist der Kontakt mit der Einkerbung Minus?
     
    Nexxos1412 hat sich hierfür bedankt.
  13. Nein, siehe 2. Bild in #1
     
  14. Auf dem zweiten Bild ist die LED doch gar nicht von unten zu sehen?


    Habe es mittlerweile raus gefunden.

    Wenn ich die LED von unten betrachte, ist Minus der Kontakt wo das kleine Dreieck ausgeschnitten ist.
     
  15. Olight Shop
    Richtig, ich war vorhin gedanklich bei der fehlenden Ecke in der Leuchtschicht :rolleyes:....
     
    RS.FREAK hat sich hierfür bedankt.
  16. Stimmt an der fehlenden Ecke erkennt man das auch, diese Seite ist Plus... Ich war so auf die Unterseite fixiert, das ich das gar nicht beachtet hatte.
     
  17. Hier ein Beamshot-Vergleich mit einer Cree Xp-E2 de-domt (beide in Convoy C8), allerdings mit unbekannten Betriebsparametern (bestimtm DD).
     
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