Olight Seeker 4 Pro: Mikroskopische Detailaufnahmen der Lasermikroperforation

22 Juli 2019
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Freising
Servus zusammen,

diese Woche habe ich mir Seeker 4 Pro geholt - obwohl ich bereits die Seeker 2 Pro besitze. Grund war schlichtweg, dass mit das ziemlich kühle und in den unteren bis mittleren Leuchtstufen zusätzlich auch noch grünstichige Licht nicht so sonderlich zusagt. Ich mag das gerne etwas wärmer und vor allem möglichst neutral, also ohne großartigen Farbstich. Deshalb ist meine Warrior M2R Pro auch recht heimtückisch zu meiner (primären) Lieblingslampe avanciert, wenn ich bei Dunkelheit ab und an zu Fuß auf Feldwegen und im Wald unterwegs bis. Die Balance zwischen Reichweite und noch genug Licht vor den Füßen und links und rechts vom Feldweg ist hier ziemlich gut gelungen, ebenso kann man sie auch weit genug runter regeln um keine Tiere zu stören, wenn sich die eigenen Augen erst mal an die Dunkelheit adaptiert haben. Dazu eben noch besagtes, eher leicht warmes und farbneutrales Licht, das gefällt mir.

Da fiel jetzt bei mir die heimliche Hoffnung auf die neue Seeker 4 Pro in Neutralweiß (NW), ob diese nun eine (für mich) angenehmere Lichtfarbe hat, denn diese Lampe liegt m. E. einfach unheimlich gut in der Hand, was ich bei der Warrior nicht so behaupten möchte, ohne Gummieinlagen am Griff aber dafür einem recht aggressiven Knurling.

Da ich schon länger nichts mehr geschrieben haben, hier auch mal eine kleine Übersicht welche Lampen ich aktuell selber besitze, falls mal jemand zu einer davon eine Frage haben sollte. Im Vordergrund die Olight Lampen und von links nach rechts: Javelot 2 Pro, Marauder 2, Marauder Mini, Seeker 2 Pro, Seeker 4 Pro, Warrior M2R Pro, Arkfeld UV (NW), I3T EOS, Gober Kit. Im Hintergrund: Maglite ML300L, Acculux HL 35 EX High Power, Festool Syslite KAL II, Powerflare, Paralux PX1.

Dazu halt noch den üblichen "Kleinkram" den es halt öfter mal bei Olight mit dazu gibt und noch ein paar andere Lampen, die aber hier kaum interessant sein dürften. Daher lieber weggelassen, ist schon genug Kram im Bild.

Rudel_092023_1600.jpg

So, genug vorgestellt, nun zu des Pudels Kern. Olight schreibt ja bei der Seeker 4 Pro "Erste Lasermikroperforation in der Taschenlampenindustrie", womit die jeweils vierstufigen LED-Anzeigen links und rechts des Dreh-/Drücksteller gemeint sind, welche Auskunft über eingestellte Helligkeitsstufe und Akkuladezustand geben. Das habe ich mir mal gestern aus lauter unstillbarer Neugier näher unterm Mikroskop angesehen und habe euch auch einige Bilder mit verschiedenen Vergrößerungsfaktoren aufgenommen.

Von oben nach unten die Vergrößerungsstufen 20x, 50x, 100x, 200x, 500x der sogenannten Lasermikroferforation am Beispiel der Akkuladezustandsanzeige:

Akkustand_20x_1600.jpg
20x

Akkustand_50x_1600.jpg
50x

Akkustand_100x_1600.jpg
100x

Akkustand_200x_1600.jpg
200x

Akkustand_500x_1600.jpg
500x

Akkustand_100x_3D_1600.jpg
3D-Aufnahme, 100x

Und hier noch die Oberflächenstrukturen der schwarzen Anodisierung und der Lasergravur, wobei das gelbe Feld die ungefähre Position der Aufnahme zeigt.

Lasergravur_20x_1600.jpg
20x

Lasergravur_300x_1600.jpg
300x

Man sieht ganz gut, dass die etwa 35 - 40 µm großen "Einschusslöcher" im Nachhinein noch mit einem Coating versehen sind, um zu vermeiden, dass Wasser seinen Weg durch die Löcher ins Innere des guten Stücks findet.

Ach ja, wie sieht es denn nun mit dem Vergleich der Lichtfarbe von Seeker 2 Pro und der neuen Seeker 4 Pro (NW) aus? Gut! Seeehr gut :cool:. Trifft (Gottseidank) ziemlich genau meinen Geschmack. Die Farbtemperatur ist etwas weniger warm als bei der Warrior M2R Pro, aber ziemlich neutral und nicht mehr grünstichig. Der Lichtkegel im Vergleich etwas flutiger, das muss ich mir noch - wenn es nicht regnet wie gestern - mal im Vergleich beider Lampen draußen nachts anschauen, da reiche ich dann noch separat Bilder nach.

Lichtfarben_1600.jpg
Alle Lampen auf Stufe I, also die jeweils folgende nach "Moonshine"

Making-of und Credits:

Erstellt wurde die mikroskopischen Aufnahmen mit einem Digitalmikroskop vom Typ Keyence VHX-7000. Das ist leider kein so billiger Spaß, da liegt man preislich bei der Ausstattung dieses Systems mit drei Objektiven im automatisierten Wechselrevolver und den verbauten Optionen bei etwas über 70.000 Euronen netto. Hier mal ein Bild von gestern nach getaner Arbeit davon für euch:

VHX7000_1600.jpg

Wenn es interessiert: "Der Gerät" benutzt man in diesem Labor hauptsächlich für Originalitätsprüfungen von Halbleiterbauteilen. Neben optischen Inspektionen und Messaufgaben ist durch die Vergrößerung von bis zu 2500x und eine spezielle koaxiale Beleuchtung selbst die Darstellung von Chipstrukturen möglich, was wiederum dann einen Vergleich mit Originalbauteilen ermöglicht, sowie die Erkennung der Die-Beschriftung und des Herstellerlogos. Das sieht dann z.B. so aus, bei hier 500-facher Vergrößerung.

20230308_180404_500.jpg

20230308_180525_20.jpg
Hier das entsprechende Areal bei 20-facher Vergrößerung im Überblick. Das IC wurde chemisch geöffnet, also das Gehäuse partiell aufgelöst, um den Chip (Die) zur Inspektion freizulegen.

Natürlich steht diese Ausrüstung nicht bei mir privat herum. Ich habe berufsbedingt damit zu tun und die Bilder konnte ich bei der SafeLab GmbH, einem Geschäftspartner in Nandlstadt bei mir um's Eck,, freundlicherweise kostenlos für euch aufnehmen.

Grüße und einen schönen Rest vom Wochenende

Robert
 

LeeRoyAQ

Stammgast
30 September 2025
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Brudi brudi, ich habe zwar die Olight Seeker 4 Pro, aaaaber was ist das für ein krasses Gerät. Jungeeeee.
Arbeitest du damit?
 

LeeRoyAQ

Stammgast
30 September 2025
52
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8
Ja, damit habe ich laufend zu tun im Zuge meiner Funktion dort. Ist natürlich faszinierende Technik (wie Röntgen/CT z. B. auch), wird aber im Laufe der Zeit schlichtweg zur Routine. Interessant bleiben die Ergebnisse, da gibt es freilich immer mal wieder Überraschungen ;)

Grüße

Robert
Musst du was reparieren? Oder Qualität testen von Chargen? Ich frage mich wie es Maschinen geben kann die so etwas herstellen. Also alleine der Gedanke wie so z.B ein Prozessor (ryzen 9800x3d) hergestellt wird... Das übersteigt meine Vorstellungskraft.
 
22 Juli 2019
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Freising
Musst du was reparieren? Oder Qualität testen von Chargen? Ich frage mich wie es Maschinen geben kann die so etwas herstellen. Also alleine der Gedanke wie so z.B ein Prozessor (ryzen 9800x3d) hergestellt wird... Das übersteigt meine Vorstellungskraft.
Da muss man sich natürlich immer vor Augen halten, dass diese Entwicklungen ja nicht von heute auf morgen entstanden sind. Die Anfänge der Halbleiterindustrie sahen da schon noch "etwas" rustikaler aus ;-) Da wird eben von Generation zu Generation immer mehr verbessert und verfeinert und am Schluss staunt man dann nur noch - allerdings berechtigt.

Meine erste Festplatte hatte 20 MB und war im damals sensationell kompakten 3,5"-Format. Seinerzeit kaum zu glauben, dass es mal 100 MB geben könnte. Heute hast du 256 GB oder mehr auf einer winzigen Micro SD-Card. Und um die Brücke zum Thema Taschenlampe wieder zu schlagen und nicht zu sehr OT zu werden: Das Gleiche gilt ja ebenso für die Entwicklung der LED-Technik. Wie lange war es völlig undenkbar, eine nur halbwegs weiß leuchtende LED zu entwickeln? Und dann auch noch mit einer Leistung, die jenseits einer reinen Signalisierungs-Anwendung liegt. Und heute sind fast alle Glühlampen und Leuchtstofflampen von der LED verdrängt.

Grüße

Robert
 

astrowolfgang

Flashaholic
15 Juli 2025
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Super Aufnahmen. Da komme ich mit meinen Labormikroskopen von Zeiss (DDR) nicht mit. Die sind ja auch mehr für Durchlicht und nicht für Auflicht optimiert. Inzwischen habe ich auch eine halbwegs brauchbare Mikroskopkamera, mit der ich schon brauchbare Bilder hin bekomme. Das bewegt sich aber alles im Rahmen bis ca. 200-300 fach. Natürlich können die Labormikroskope mit guten Immersions Planacromaten durchaus Vergrößerungen bis 1600 fach machen. Das geht aber bei mir nicht mit Auflicht. Soweit zum OT.
 

LeeRoyAQ

Stammgast
30 September 2025
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Da muss man sich natürlich immer vor Augen halten, dass diese Entwicklungen ja nicht von heute auf morgen entstanden sind. Die Anfänge der Halbleiterindustrie sahen da schon noch "etwas" rustikaler aus ;-) Da wird eben von Generation zu Generation immer mehr verbessert und verfeinert und am Schluss staunt man dann nur noch - allerdings berechtigt.

Meine erste Festplatte hatte 20 MB und war im damals sensationell kompakten 3,5"-Format. Seinerzeit kaum zu glauben, dass es mal 100 MB geben könnte. Heute hast du 256 GB oder mehr auf einer winzigen Micro SD-Card. Und um die Brücke zum Thema Taschenlampe wieder zu schlagen und nicht zu sehr OT zu werden: Das Gleiche gilt ja ebenso für die Entwicklung der LED-Technik. Wie lange war es völlig undenkbar, eine nur halbwegs weiß leuchtende LED zu entwickeln? Und dann auch noch mit einer Leistung, die jenseits einer reinen Signalisierungs-Anwendung liegt. Und heute sind fast alle Glühlampen und Leuchtstofflampen von der LED verdrängt.

Grüße

Robert
Jaa du hast absolut recht. Aber ich finde, gefühlt ging es von heute auf morgen von statten. Ich weiss noch meine erst gpu im rechner hatte 16mb oder so, das war 2001 glaube ich hahaha. Meine jetzige hat einfach 12gb das ist sowas von krank und geil zu gleich. Und ja wenn man an die Baseballschläger maglites denkt... Aber als kind war ich so fasziniert davon und jetzt kommt so eine Olight Seeker 4 pro und man denkt nur wtf. Dennoch, ironischer Weise will mans kleiner, heller und stärker. Menschen halt...

Lg lee

Achja noch kurz eine frage hast du ahnung von Emittern und modding?
 
22 Juli 2019
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Freising
Achja noch kurz eine frage hast du ahnung von Emittern und modding?
Sorry, bei der Thematik kann ich leider nicht helfen. An der Stelle kurz zu meiner Person/Funktion, da auch schon weiter oben gefragt: Ich bin beruflich hauptsächlich in Sachen Funktionsanalysen, Qualitäts- und Originalitätsprüfungen, Ermittlung von Ausfallursachen usw. im Bereich von el. Bauteilen und ganzen Baugruppen unterwegs. Elektronik ist allerdings auch privat und schon immer mein Hobby und da gehören natürlich auch das Thema Taschenlampen mit dazu. Daran bastle ich allerdings nicht herum, da gibt es hier im Forum Spezialisten mit ganz anderer Expertise, ich bin da blutiger Laie auf dem Gebiet.

Schönen Abend in die Runde und Grüße

Robert
 

LeeRoyAQ

Stammgast
30 September 2025
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Sorry, bei der Thematik kann ich leider nicht helfen. An der Stelle kurz zu meiner Person/Funktion, da auch schon weiter oben gefragt: Ich bin beruflich hauptsächlich in Sachen Funktionsanalysen, Qualitäts- und Originalitätsprüfungen, Ermittlung von Ausfallursachen usw. im Bereich von el. Bauteilen und ganzen Baugruppen unterwegs. Elektronik ist allerdings auch privat und schon immer mein Hobby und da gehören natürlich auch das Thema Taschenlampen mit dazu. Daran bastle ich allerdings nicht herum, da gibt es hier im Forum Spezialisten mit ganz anderer Expertise, ich bin da blutiger Laie auf dem Gebiet.

Schönen Abend in die Runde und Grüße

Robert
Coole Arbeit aufjedenfall. Macht sicher viel Spaß und danach kommt man sich bestimmt ganz groß vor bei solch filigranen Sachen

Lg lee