Nextorch P2AAA Review / Test

Dieses Thema im Forum "Nextorch" wurde erstellt von amaretto, 4. September 2015.

  1. Herr Koch von Nextorch hat dem Taschenlampenforum unter anderem die P2AAA zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

    Bei der P2AAA handelt es sich um eine fokussierbare Lampe, die aber nicht etwa eine Linse sondern eine verstellbare LED-Basis im Reflektor benutzt. Sie greift insoweit ein Prinzip auf, wie es Magl.te früher schon und zum Teil auch heute bei ihren Stabtaschenlampe nutzt. Es gibt vom Hersteller ein schönes Video dazu.

    In einigen Teilen entsprechen die Eigenschaften hinsichtlich z.B. Qualität und Verarbeitung denen der bisher getesten Lampen, daher nehme ich inhaltlich geringfügig Bezug auf deren Review.

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    Technische Info (überwiegend Herstellerangaben):
    ▪ Fokussierbarer Lichtkegel
    ▪ Stromversorgung: 3x AAA-Batterie/NiMH-Akkus
    ▪ Lichtleistung max.: 320 Lumen
    ▪ glatter Hochglanzreflektor
    ▪ 4 Helligkeitsstufen + Momentlicht + Strobe (320/ 110/ 40/ 9 Lumen)
    ▪ Leuchtdauer 3 Std 10min/ 10 Std/ 35 Std/ 240 Std
    ▪ Reichweite: 160 m
    ▪ Emitter: Cree XM-L T6
    ▪ Verpolungsschutz
    ▪ staub- und wassergeschützt nach IPX-4
    ▪ Gehäuse aus Flugzeugalu, HAIII-anodisiert
    ▪ beschichtete Glaslinse
    ▪ Gewicht: 177 g
    ▪ Maße: 159 x 27/39 mm
    ▪ Preis: 64,- €
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    Lieferumfang:
    ▪ Nextorch P2AAA Lampe
    ▪ Holster
    ▪ Triple-AAA Batteriehalter
    ▪ 3x Nextorch AAA-Batterien
    ▪ Ersatzdichtungen
    ▪ Bedienungsanleitung
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    Aufbau/Verarbeitung:
    Die P2AAA hat ein geschwungeneres Design als die beiden vorher getesteten TA4 und myTorch S. Der Übergang von Lampenkopf zum Batterieabteil ist fließend ohne Stufen. Eine Linse aus vergütetem Glas sorgt für geringe Leuchtverluste. Dahinter liegt ein strukturierter (op) Reflektor und die auf einer längsverschiebbaren Basis angebrachte LED.

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    Fokussieren/Defokussieren lässt sich die Nextorch durch drehen des Lampenkopfs. Zum Defokussieren wird eine Art Türmchen samt LED nach vorn aus dem Reflektor geschoben. Zu Fokussieren entsprechend andersherum.

    Links fokussiert für höchste Reichweite, rechts defokussiert für Flutlicht:

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    Die Profilrillen am Lampenkopf verhindern ein Wegrollen der Lampe. Einen Metallbezel zum Schutz vor Beschädigungen gibt es nicht. Dafür einen stabilen Trageclip. Der rote Punkt darauf sollte nur ein gestalterisches Element sein.

    Für mehr Griffigkeit ist die Oberfläche der Tailcap leicht strukturiert (Knurling). Der Schalterknopf in der Tailcap ist von einem nachleuchtenden Gummi abgedeckt. Weil er übersteht, ist ein Tailstand nicht möglich. Dafür kommt dies der Bedienfreundlichkeit zugute, da der Knopf sehr gut erreichbar ist, auch mit Handschuhen. Der Schalter, ein Reverse-Clicky, ist einerseits erfreulich sensibel (für Momentlicht und zum Wechsel der Modi) und andererseits von sattem/knackigem Schaltgefühl.

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    Ein Träger aus Kunststoff nimmt in Reihenschaltung die drei AAA-Batterien/Akkus auf, die zum Betrieb nötig sind und passt klapperfrei in das Lampengehäuse.

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    Anodisierungs- oder sonstige Verarbeitungsfehler sind nicht zu entdecken.

    Das Holster passt und sitzt eher eng. Das Material ist für meinen Geschmack etwas dünn.

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    Wie schon bei den zuvor getesteten TA4 und myTorch S ist die Haptik sehr ansprechend bei gutem bis sehr gutem Qualitätseindruck. Es gibt fast nichts, das man bekritteln könnte.
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    Die Bedienung/Handhabung
    Vor Inbetriebnahme wird die Tailcap abgeschraubt und 3 AAAs in den Batterieträger gefüllt. Der Träger muss mit dem kleinen Nippel nach vorn in die Lampe eingeschoben werden. Ein-/Ausschalten und Leuchtstufenwechsel geht über den Heckschalter (reverse Clicky).

    Reverse-Clicky bedeutet, dass die Lampe zunächst durch vollständiges Durchdrücken des Schalters eingeschaltet wird, und danach die Leuchtstufen durch leichtes Antippen gewechselt werden. Momentlicht steht zur Verfügung, wenn man zu Beginn nicht ganz durchdrückt sondern nur antippt. Tippt man bei ausgeschalteter Lampe doppelt, kommt man in das Stroboskoplicht.

    Die Modireihenfolge ist von hell nach dunkel. Die P2AAA hat kein Memory sondern startet immer auf hellster Stufe.

    Fokussierung:
    Den Lichtkegel kann man durch Drehen des Kopfes verstellen. Da die Mechanik abgedichtet ist, um einen gewissen Schutz vor Wasser zu bieten, dreht der Kopf sehr satt, so dass man hierfür beide Hände benötigt. Einen Rechts- oder Linksanschlag gibt es nicht, genau wie bei den "Mäckleit". Es passt zur Qualität der Lampe, dass natürlich auch bei der Verstellmechanik nichts labil oder klapprig wirkt.
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    Leistung und Stromverbrauch
    Die P2AAA S leistet laut meinem Luxmeter etwa 8.580 Lux und 340 Lumen.
    Dafür benötigt sie aus drei Standard-Eneloops einen Strom von 1 Ampere. 10440er Li-Io sind nicht zugelassen.

    .Herstellerangabe...Messung
    Leistung.....320 Lumen..340 Lumen
    Reichweite.....160 Meter..185 Meter


    (Angaben ohne Gewähr, Lumenermittlung über ceiling bounce, Akku vollgeladen)


    PWM
    Niedrige Leuchtstufen werden über Pulsweitenmodulation realisiert. Auch wenn die Frequenz einigermaßen hoch ist, könnten sich Empfindliche daran stören.

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    Leuchtergebnis:
    Das Leuchtergebnis in Bezug auf die Form und Qualität des Lichtkegels ist abhängig von der Einstellung des Lampenkopfs. Das eine Extrem wäre gänzlich defokussiert, wo das Abstrahlverhalten dem einer nackten LED ohne Linse oder Reflektor gleicht. Diese Einstellung ist ideal, um einen breiten Nahbereich gleichmäßig auszuleuchten. Das trifft im Grunde auf fast alle Anlässe im Innenbereich (Wohnung, Haus) zu. Aber auch draußen kann diese Einstellung ideal, sein, etwa wenn man eine Karte im Dunkeln lesen möchte. Hier würde ein scharfer Spot einer herkömmlichen Reflektorlampe nur stören. Man hat zugegebenermaßen komplett defokussiert auch quasi Null Reichweite. Für einen Waldweg dürfte die Einstellung schon nicht mehr genug sein.

    Das andere Extrem, nämlich eine halbe Kopfdrehung weiter, ist eine Einstellung, bei der ein möglichst enger Spot gewählt wird. Diese Stellung sollte man meiner Meinung nach nur nehmen, wenn zwingend eine größtmögliche Leuchtweite benötigt wird. Denn maximal fokussiert bildet sich ein Ring im Streulicht.

    In den Bereichen zwischen beiden Extremeinstellungen ergeben sich mal mehr aber meist weniger gleichmäßige Leuchtkegel. Es gibt aber eine Einstellung, die ich als Empfehlung anrate, da sie sowohl Reichweite als auch sauberen Spill vereint:

    Aus maximal fokussierter Einstellung wieder ein kleines Stück herauszoomen (etwa 2 cm Drehweg), aber nur soweit, wie sich im Spot noch kein Donut (Loch) bildet. In dieser Einstellung ist offenbar die beste Position der LED im Reflektor mit einem Leuchtbild, das weitestgehend einer "normalen" guten Reflektorlampe entspricht. Der Lichtkegel ist hierbei immer noch fokussiert für genug Reichweite. Gleichzeitig umgibt eine helle und gleichmäßige Corona den Spot und im anschließenden Spill bleiben größere Ferkelei noch unscheinbar genug.

    Die Lichtfarbe ist in der Tendenz im Spill sehr kühles kaltweiß und im inneren Bereich neutraleres Kaltweiß.

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    Hier im Beamshot bei Bluzie ist die P2AAA (leider nur) in maximaler Defokussierung und Fokussierung zu sehen. Die optimale Einstellung (s.o.) würde ein erheblich besseres Leuchtbild ergeben.

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    Fazit:

    + hervorragende Verarbeitung und Qualität
    + sehr gutes Schaltergefühl
    + sehr gute Ergonomie
    + funktioniert mit herkömmlichen AAA-Batterien
    + für die Batterieart gute Leuchtleistung

    - etwas dünnes Holster

    Die P2AAA ist eine Lampe mit hoher Verarbeitungsqualität. Sie wird für Leute interessant sein, die mit Li-Io-Technik z.B. aus Sicherheitsgründen nichts zu tun haben oder wegen bestmöglicher Verfügbarkeit und Flexibilität herkömmliche AAA-Batterien oder NiMH nutzen wollen. Mit 320 Lumen ist sie leistungsfähiger als übliche Baumarktlampen mit gleicher Batteriebestückung. Ob die P2AAA möglicherweise die hellste 3xAAA-Lampe auf dem Markt sein könnte (Vermutung des Herstellers), kann ich nicht sagen. Bei der Fokussiermechanik geht sie (bezogen auf die heutige Zeit) einen ungewöhnlichen Weg, auch wenn das Prinzip dahinter nichts Neues ist. Die Konkurrenzangebote funktionieren meist mit einer verstellbaren Linse, die vor der LED bewegt wird. Falls man mit der ganzen Lichtkegelverstellerei nichts am Hut hat, kann man die Lampe auch in der oben von mir empfohlenen Einstellung belassen und sie einfach als gute und helle AAA-Reflektorlampe nutzen.

    Die Nextorch P2AAA ist Gewinn in dem Fotowettbewerb des TLF. Viel Spaß damit!
     
    #1 amaretto, 4. September 2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. Januar 2016
    drifter, Lampi-on, Lichtmichl und 11 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Hallo Markus,
    Danke fuer das schoene Review. Jetzt freu ich mich noch mehr auf meinen Gewinn :thumbsup: Ich erinnere mich nicht schon je mal wa gewonnen zu haben :thumbup:
    Ich habe mich mit sma darauf geeinigt, dass ich die P2 und er die O'Pen nimmt.
    Viele Gruesse
    Frank
     
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