Multimeter "kalibrieren"

Dieses Thema im Forum "Messgeräte" wurde erstellt von Night Rider, 12. Juni 2012.

  1. Ich habe mir zwei Multimeter besorgt, ein VOLTCRAFT VC270 von Conrad und ein UNI-T UT106 von Dealextreme. Eigentlich sind beide oversized für mich, da ich über keine Elektro(nik)kenntnisse verfüge und sie lediglich zum Messen der Spannung von Akkus und Batterien einsetzen werde. Aber ich wollte halt auch nicht das billigste kaufen.

    Beim Messen der Spannung verschiedener Akkus u. Batterien stellte ich nun fest, dass das VOLTCRAFT VC270 stets ca. 0,01 V mehr anzeigt. Das ist zwar nicht wirklich tragisch, dennoch hatte ich mir erhofft, dass beide dasselbe anzeigen.

    Ich würde nun gerne herausfinden, welches der beiden DMMs recht hat oder zumindest das genauere von beiden ist. Zwar vermute ich, dass dies auf das Voltcrat zutrifft, da dieses bei einem frisch geladenen LiIon Akku eher das anzeigt, was man erwarten sollte, aber dennoch wäre es mir recht, wenn ich es genauer wüsste.

    Die Frage ist nun: gibt es irgendetwas, das eine "genormte" und immer gleichbleibende Spannung aufweist, an das ich die Multimeter mal ranhalten könnte? Leider ist mir nichts dergleichen bekannt. Oder was für Möglichkeiten würden sich sonst noch anbieten, das genauere der beiden DMMs ausfindig zu machen?

    Danke für eure Antworten!
     
    #1 Night Rider, 12. Juni 2012
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2012
  2. Night Rider hat sich hierfür bedankt.
  3. hier gibt es auch eine gute Erklärung. Ich habe das mal in meiner Lehrzeit nachgebaut und auf 6 Stellen nach dem Komma eingestellt.
    Ist für 3 Stellen hinter dem Komma ausreichend genau

    edit: http://www.sprut.de/electronic/mess/spannung.htm
     
    #3 MasterofDisaster, 12. Juni 2012
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juni 2012
    Night Rider hat sich hierfür bedankt.
  4. Miboxer.com
    Danke holodoc. Das Teil ist recht interessant, bin ernsthaft am überlegen, ob ich es mir bestellen soll. Wäre dann nat. konsequent, wenn ich die beiden DMMs nicht nur damit vergleichen sondern auch gleich noch abgleichen würde. Weiss aber nicht so recht, ob ich mir das zutraue und womöglich mehr Schaden anrichte, als es am Ende nutzt. Auch dürfte es schwierig werden an die entsprechenden Schaltpläne für die DMMs heranzukommen (jedenfalls beim UNI-T). Aber mal sehen, vielleicht belasse ich es dann ja doch einfach nur bei einem Vergleich...

    @MasterofDisaster... Der Link ist auch interessant, wäre allerdings damit überfordert, sowas nachzubauen.
     
  5. Ich hänge meine Frage einmal hier rein, per Suchfunktion habe ich sonst nichts gefunden.

    Hat jemand einen Stromlaufplan zum Multimeter Voltcraft (Metex) ME22-T, bzw. kann mir jemand sagen welche vrx* - Potis für welche Kalibrierung sind?
    So nach ca. 15 Jahren oder mehr, würde ich das Multimeter einmal gerne neu Kalibrieren ;). Unterlagen dazu finde ich allerdings keine :(.

    (aus http://www.taschenlampen-forum.de/threads/welches-multimeter-habt-ihr.9901/page-4#post-451567)

    @schopi68 Weisst Du da evtl. weiter?


    * x = 1..6

    Danke für allfällige Antworten

    Gruss
    Jindbodo
     
    #5 Jinbodo, 11. Juli 2017
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12. Juli 2017
  6. Digitale Messgeräte haben eine Fehlerangabe in % vom Meßwert bzw. vom Meßbereichs-Endwert und zusätzlich in Digits, der "1" ganz rechts. Das heißt, bei einem Meßbereich von vielleicht 10V ist ein Digit Abweichung untereinander so gut wie nichts.

    Gute Meßkabel mit dicken Kupferlitzen, vergoldete Stecker und vergoldete Buchsen können eine Menge ausmachen. Es gibt auch Meßgeräte mit 4-Leiter-Technik, da werden zumindest bei Widerstandsmessungen die Leitungsverluste kompensiert.
     
  7. Skilhunt Taschenlampen
    schau mal in der Bucht nach "voltage reference".
    Ich habe so ein Teil mit einem AD584 und bin sehr zufrieden damit.
     
  8. Sorry, ich kenne die Belegung der Potis auch nicht. Doch vor dem Justieren würde ich erstmal überprüfen, ob das Gerät eine nennenswerte Abweichung hat - meines ist auch nach all den Jahren noch genau ohne jemals neu justiert worden zu sein.

    BTW: Man muß zwischen Kalibrieren und Justieren unterscheiden - Kalibrieren bedeutet eigentlich nur das Erfassen und Dokumentieren der Abweichung von einer Referenz. In einem Kalibrierlabor wird typischerweise die Justierung eines Gerätes nur durchgeführt, wenn beim Kalibrieren festgestellt wird, daß es sich ausserhalb der Toleranz befindet. Ansonsten bekommt man dann einen Schein, in dem für jeden Messbereich aufgeführt wird, wie weit der gemessene Wert vom realen Wert abweicht. ;)
     
    djmykemyers, Jinbodo und 0kay haben sich hierfür bedankt.
  9. Wenn du 2 multis hast, würde ich das eine so justieren dass beide immer das gleiche anzeigen.

    Dann hast du die 36.5 kosten für das eine Ding gespart und bist trotzdem glücklich
    :S
     
  10. Ganz genau, @schopi68 . Ich hatte damals im Kalibrierlabor gearbeitet und meine Multimeter auf Abweichungen geprüft. Für den Hausgebrauch Spannung messen und Widerstände selektieren ist mir jedes günstige Multimeter recht, ich prüfe sie lediglich gegenseitig auf Plausibilität. Zur genauen Messung wird dann der niedrigste geeignete Meßbereich gewählt.
     
  11. Als Beispiel wie das aussieht, hier ein Ausschnitt des Kalibrierscheines eines meiner Multimeter (HP 34401A). Solche Tabellen gibt es dann für jeden Meßbereich, ebenso wird noch der Nullpunkt gemessen. Bei anderen Geräten bei denen auch die Linearität innerhalb eines Meßbereiches relevant ist, werden dann ggf. noch mehr Messpunkte in jedem Meßbereich verwendet.
    Bei etwas einfacheren Geräten haben die Tabellen dann halt nur ein paar Kommastellen weniger. ;)

    HP34401A 2014-09-08.pdf --ausschnitt.jpg

    Weiterhin finden sich im Kalibrierschein noch Informationen, mit welchen Geräten kalibriert wurde und wann diese kalibriert wurden, auch sollte Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit zu finden sein. Eine Kalibrierung ist letztlich nur für eine bestimmte Raumtemperatur gültig (und sollte speziell beim derzeitigen Wetter in klimatisierten Räumen vorgenommen werden. Bei einfachen Geräten kann es genügen ein Fenster aufzureißen und schon beginnen einem die Parameter wegzulaufen).
    Beispiel:
    Das Gerät oben hat ausserhalb des für die Kalibrierung spezifizierten Bereiches (18-28°C) einen Temperaturkoeffizienten von 0,0005% pro °C. D.h. wenn es im 1V-Bereich bei 28°C noch 1,000000V anzeigt, sind es bei 29°C bereits 1,000005V. Bei 39°C wäre es ohne Berücksichtigung des Temperaturkoeffizienten schon out of Spec.

    Vielfach gibt es dann auch noch Herstelleranweisungen zu den jeweiligen Geräten in den Kalibrierungen zu berücksichtigen. z.B. eine bestimmte Aufwärmzeit, bestimmte Einstellungen am Gerät u.ä.

    Ich halte es so: meine beiden genauesten Multimeter werden je alle 4 Jahre mit einem Versatz von 2 Jahren kalibriert. Somit habe ich immer ein Gerät mit noch gültiger Kalibrierung anhand dessen ich die Genauigkeit des anderen überprüfen kann.
    (Würde ich nicht hin und wieder ein gebrauchtes Multimeter justieren oder überprüfen, würde ich mir das aber sparen. Es genügt für den Hausgebrauch wirklich wie von Okay beschrieben die Geräte gegenseitig auf plausibilität zu checken.
    Gerade alte Geräte ändern ihre Kalibrierung eigentlich nur noch nennenswert wenn etwas kaputt geht. Die intern als Referenz verwendeten Z-Dioden und Widerstände altern mit den Jahren immer langsamer. Ist allerdings auch ein Risiko: wenn man zwei gleiche Geräte miteinander vergleicht und sie zufälligerweise in gleicher Weise durch Alterung langsam wegdriften, merkt man es nicht).
     
    Jinbodo hat sich hierfür bedankt.
  12. Temperatur... ja, da gab's eine Klimaanlage und ständig zwischen 21 und 23 Grad Raumtemperatur damit die Meßwerte über Jahre hinweg vergleichbar sind.
    An alten Potentiometern drehen kann ungut sein, die haben oft einen Belag entwickelt und müssen dann gereinigt oder getauscht werden weil die Einstellwerte springen. Da würde ich nur dann drehen wenn ein Altgerät deutlich von den Vorgaben abweicht und mir bekannt ist, wofür gerade dieses Poti dient. Poti-Einstellungen sind auch längst nicht immer der Grund für Fehlfunktionen und Fehlmessungen, Drehschalter bekommen Kontaktprobleme und Meßkabel bekommen Brüche.
     
    schopi68 und Jinbodo haben sich hierfür bedankt.
  13. Hatte ich heute mit den für mich wichtigen Messeinheiten durchgeführt, als Vergleich diente ein frisch kalibriertes DMM, die Spannungs- und Stromangaben sind erstaunlich genau, jedenfalls in einem Bereich wo ich auch nichts neu einstellen würde, einzig die Widerstandsmessung ist ca. 0.2 Ohm daneben und um die ging es mir auch primär weil schon mit kurzgeschlossenen Anschlüssen einen Widerstandswert von 0.4 - 0.5 Ohm angezeigt wird.

    Unterdessen habe ich herausgefunden dass wir in der Firma doch ein 4-Leiter Messgerät mit mOhm-Bereich haben, somit werde ich die geplanten Messungen mit diesem Messgerät durchführen, was eigentlich sowieso notwendig gewesen wäre, da ich Leiterwiderstände messen möchte, welche sich hoffentlich im 2- maximal 3-stelligen mOhm- Bereich bewegen ;)

    Danke Euch für die Antworten.
     
    #13 Jinbodo, 12. Juli 2017
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juli 2017
    0kay hat sich hierfür bedankt.
  14. Als ich die Ladeendspannung des Olight UC mit 4.235 V gemessen habe, drängelte
    sich wieder die Frage nach der Genauigkeit meines DMM (Uni-T UT71D) ins Gemüt.

    Taugen die fertig aufgebauten AD584, wie z.B. dieses hier etwas oder gibt es bessere
    Alternativen ?

    Greetings
    Klaus
     
    #14 Onkel Otto, 4. November 2017
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2017
  15. Olight Shop
    Ich habe so einen AD584 und bin sehr zufrieden damit. Bei mir lag auch ein Kalibrierzertifikat bei und die Werte stimmen mit meinem Multimeter überraschend genau. Auch hier ist eine "Vorwärmzeit" von 30 min bei 21 Grad zu beachten.
    Für den Hausgebrauch langen diese DInger als Orientierung alle mal.

    Ist natürlich nicht zu vergleichen mit der beschriebenen Methode von schopi68...das ist eine andere Liga


    Gruß klaus
     
    Onkel Otto hat sich hierfür bedankt.
  16. Bei Ebay, Ali etc. findet man ja eine Reihe fertiger Referenz-Spannungsquellen mit AD584 oder AD588. Diese werden aber alle mit 15V-Batterien betrieben, um möglichst wenige Störungen der Messung zu verursachen, wenn ich das richtig sehe. Lassen sich diese Sets auch sinnvoll mit einem Labornetzteil betreiben? 15V Alkalines kann ich nämlich nirgendwo finden...
     
  17. ...logo...:thumbup:

    ...es macht Sinn die bei Raumtemperatur "warm" laufen zu lassen, bevor mann sie nutzt....bei meinem steht 20 min.
     
    er-leuchtet hat sich hierfür bedankt.
  18. Ok, danke! Stimmt das auch für 35,- €-Amazon-Netzteile oder nur für Super-Duper-Profinetzteile? Ich könnte mir vorstellen, dass ein preiswertes Netzteil schon geringe Spannungsschwankungen hat, die sich vielleicht bemerkbar machen. Andererseits sollte die Referenzspannungsquelle das wohl ausbügeln. Ist dann nur noch die Frage, ob so ein 5,- €-Chinateil das dann auch schafft. Aber ich schätze für unsere Zwecke sollte das ausreichen...
     
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