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MaxaBeam Gen2 (mit Gen3 Birne)

sma

Flashaholic**
8 Januar 2011
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In Ulm, um, und herum
Olight Taschenlampen
Trustfire
Hallo zusammen,

Die MaxaBeams hatten's mir ja schon lang angetan.

Eigentlich steinalt. Und sehen auch so aus. Aber selbst heutzutage noch ganz schön hell, weil auf reinen Throw spezialisiert. Neu sind die sogar noch ganz schön teuer (ab Minimalausstattung ~US$2000).

Xenon

Aber vor allem: eine sehr kleine, aber echte Xenon-Gas-Entladungslampe. Also in Gleichstrombauweise, mit den typischen asymmetrischen Elektroden. Die Lampen haben keinen besondern guten Wirkungsgrad, eher Richtung Halogenlampen. Aufgrund der Bauart aber ein sehr sonnenlichtähnliches, recht kontinuierliches (und damit farbechtes) Spektrum, v.a. aufgrund von sehr verbreiterten Emissionslinien. CRI: nahe 100. Und sofort volle Leistung, kein Hochfahren, wie bei den meisten anderen HID Bauarten.

Und natürlich das, wofür die MaxaBeam eigentlich bekannt ist: eine äußerst kleine Lichtquelle, viel kleiner als typische Auto-HIDs. Und erst damit ist auch in größerer Entfernung, trotz der mäßigen max 1000 Lumen, ein recht heller Spot möglich.

Mußte ich irgendwann einfach haben.

Mglw. aber gar nicht trivial zu importieren. Ich fand eine in D, deren high mode defekt war, d.h. 45W statt 75W max (somit eher 600 Lumen), und obwohl das eigentlich recht schade war, habe ich sie dennoch erworben, da mich der Lampentyp noch mehr interessiert, als die absolute Helligkeit. (Und wenn ich gar zu traurig wäre, könnte ich statt dessen einfach etwas mit dem grünen Scheusal spazieren gehen :D)






Voll 80er Jahre, oder?



Die eigentliche Lampe wird im mobilen Betrieb auf den Akku gesteckt: Im linken Teil befinden sich Akkus und Lade-Balancer. Im rechten Teil Steuer- und Vorschaltgerät.

Es handelt sich um den Typ "Generation 2", kurz Gen2 oder G2. Laut Seriennummer übrigens Baujahr 1993, also wirklich geradezu ein Senior unter den HIDs.



Gen2 ist der erste verbreitete Typ, Gen1 kenne ich gar nicht. Mittlerweile gibt es auch Gen3 mit verbesserter Lampe, ohne thermische Probleme bei dauerhaften 75W (weshalb der 75W Modus bei Gen2 sich nach 15 Sekunden immer automatisch abschaltet), sowie noch besserem Reflektor.

Zur Gen2 gab es damals nur NiCd Akkus. Später wurden auch Li-Ion und LiFePo4 Akkus verfügbar. Bei meinem Kauf war interessanterweise auch ein Li-Ion Akku dabei. Allerdings ohne Ladegerät und für den Vorbesitzer deshalb unbrauchbar.

Außerdem hatte der Reflektor einen fetten Kratzer und eine ganz kleine, aber rel. kräftige Delle. Man sieht den großen Bogen rechts unten und darunter ein kleinerer Kratze mit der Delle (gut sichtbar durch die veränderte Spiegelung). Also da war wohl jemand ganz schön tolpatschig.


Soweit nur ein kosmetisches Problem, ich bin da gar nicht so heikel. Allerdings hatte ich ziemliche Bedenken, daß der Reflektor durch die Gewalteinwirkung verformt worden sein könnte: Der Spot war schließlich ellipsenförmig. Nach einigem Experimentieren kam ich aber zum Schluß, daß es dem Reflektor wohl gut gehen mußte und die Spotform auch am Birnentyp lag. Also habe ich mir ein Gen3 Birnen Kit besorgt. Bei dieser Birne ist der Quarzglaskolben um die Brennkammer günstiger (kugelförmiger) gebaut und das Licht kann besser als bei der Gen2 Birne austreten.





Zum Vergleich die Gen2 Birne:



Beamshots
!

Da gibt's genug im Netz, und genug übertriebene. Mir ging's um meinen Reflektor und die mögliche Verbesserung durch die neue Birne.

Hier also drei Bilder, Entfernung ca. 640m(!)
ISO 100, 2sec, F5.2 (möglichst wirklichkeitstreuer Eindruck)

Umgebungslicht:


Gen2 Birne:


Gen3 Birne:


Das ist ein erstaunlicher Unterschied aufgrund einer Änderung des Glaskolbens. Falls auch an der Elektrode noch etwas verändert wurde (Spitzenform?), dann konnte ich dazu bisher keine Infos im Netz finden.

Edit: Parallaxe.
Ich erkläre mir den Unterschied einfach folgendermaßen: Die Elektrode ist für mich auch in spitzem Winkel einwandfrei sichtbar, der gerade Glaskolben stört also nicht direkt. Allerdings hat das Glas ja eine gewisse Dicke und bei zunehmend spitzem Winkel nimmt der Parallaxen-Effekt zu, das heißt die Lichtquelle verschiebt sich scheinbar. (Diesen Effekt erkennt man besonders gut, wenn man durch dicke Plexiglasstücke schaut und diese dreht.) Die eigentlich sehr kleine Lichtquelle erscheint also für den Reflektor bei verschiedenen Winkeln zur Längsachse an anderen Stellen. Er ist aber für einen einzigen Brennpunkt ausgelegt und somit wird die Lichtquelle "unscharf". Je kugelförmiger der Glaskolben ist, desto weniger tritt der Parallaxen-Effekt auf.



Man betreibt großen Aufwand, um diese HID-Bauart mit extrem hoher Leistung (bis 15kW) mit Wasserkülung in großen Kinoprojektoren zu betreiben. Das hat zwei Gründe: Das farbechte Spektrum und die extrem kleine Lichtquelle.

Spektrum

Was hat es also mit diesem "sonnenähnlichen Spektrum" von Xenon-Lampen auf sich? Hier drei Spektren zum Vergleich.

Typische Halogenmetalldampf-HID (PH50, 4300K):



"Brummer" in NW (4000K):
Man sieht den Blaupeak der LED sowie das durch den Phosphor erzeugte Gelb (eigentlich eine Mischung aus rot und grün)



MaxaBeam Xenon (6000K) :


Man erahnt ein paar Linien, darüberhinaus aber einfach nur schön gleichmäßiges Licht in allen Bereichen.


"Short Arc"

Der sowieso schon kurze Lichtbogen besticht durch einen besonders kleinen und hellen Fleck auf einer der beiden Elektroden (dadurch wirklich "short arc") und zwar der dünneren. An der anderen Elektrode entsteht extrem viel Wärme durch die aufschlagenden Elektronen weshalb diese so groß gebaut wird, damit sie die Wärme wieder abstrahlen kann. Sie wird im Betrieb immerhin hellorange.

Hier ein Bild des Lichtbogens durch einen Sonnenfilter photographiert. Mit diesem kann man völlig blendungsfrei Sonnenflecken beobachten. Trotz dieses Filters ist das Bild mit nur 1/400 sec und F5.6 aufgenommen. Daneben ein Bild ohne Filter (Blickrichtung und Abstand aber leider nicht ganz identisch)




Reflektor

Um solche einen kleinen Fleck sauber fokussieren zu können, ist ein sehr guter Reflektor erforderlich, der gleichzeitig sehr hitzebeständig und UV-Licht-fest sein muß. Wie ist der eigentlich aufgebaut?

Es handelt sich eher um dickes "Blech", wie man am Rand des Reflektors auf den beiden folgenden Bildern erahnen kann, und der Reflektor ist dann mit einer hellrosa gummiartigen Masse in sein Gehäuse geklebt.






Fokussiermechanismus

Die Lampe hat einen per Knopf bedienbaren elektrisch betriebenen Fokussiermechanismus. Dabei wird die Lampe im feststehenden Reflektor verschoben, nicht andersrum. Sie darf dabei nur exakt axial verschoben werden, weil der Spot sonst schief würde, und zudem ruckel- und spielfrei auf nur wenigen Millimetern. Wie funktioniert das?

Hier ein Blick ins Innere des Steuerteils. Man sieht einen Stellmotor, der einen Metallbügel verschiebt. Der wiederum reicht dann zusammen mit zwei elektrischen Anschlüssen (in Bananensteckerform) hinüber in das Reflektorgehäuse.



Man könnte die Bewegung des Bügels auf einfache Weise untersetzen und "direkt" die Lampe am Sockel verschieben. Es scheint aber doch nicht ganz so einfach zu sein und diese Bauart ist etwas aufwendiger. Vielmehr wird der ganze Lampensockel eng in einem größeren Zylinder geführt,



und die Bewegung muß nun möglichst ohne Hang zum Verkanten/Verkippen auf diesen Sockel übertragen werden. Dies wird durch eine Art Doppelwippe ermöglicht, an deren Seite der Bügel ansetzen kann, ohne daß dessen leichte seitliche Bewegungen zum Problem werden. Die Wippe schiebt den Sockel nur an zwei Stegen genau in der Mitte.

Hier eine kurzes Video dazu (die Stege kann man aber nur erahnen) :

Video:

Im Bild von der Rückseite sieht man ganz rechts außen zwischen den beiden schwarzen Schrauben die Öffnung, in die der Bügel drücken muß.



Auf dem Bild mit dem Stellmotor sieht man darunter ein EPROM. Der kaputte high mode könnte auch hier drin seine Ursache haben. Ein Tausch wäre aber teuer und ohne Erfolgsgarantie, somit abgehakt.

Auf dem Bild darunter (Lampensockel in groß) befindet sich links eine Madenschraube. Seitlich gibt es eine weitere. Mit diesen kann der Sockel hoch und quer justiert werden. Im Gehäuse befinden sich zwecks Zugang passende Löcher. Diese Justierung ist nach jedem Ausbau der Lampe erforderlich.


Prototypisch

Noch eine Besonderheit des Li-Ion Akkus: er scheint interessanterweise ein Vorserientyp ("sample") zu sein:



Den Hinweis habe ich von einem Peakbeam-Mitarbeiter und auch der Aufkleber legt das nahe. Mir solls recht sein. Ich habe außerdem noch ein Balancerkabel links angelötet, damit ich auch selbst direkten Zugriff auf die Zellen habe.





Der NiCd Akku baut um die Hälfte höher als der Li-Ion Akku und mit 2.5 kg statt 1kg ist er ein echtes Schwergewicht. Auch das dazugehörige Ladegerät ist ein riesiger Eimer und es veranstaltet einen Höllenlüfterlärm.







Ich brauch glücklicherweise beides nicht. Erstaunlicherweise funktioniert der Akku trotz des hohen Alters sogar noch recht lange! Er hat allerdings eine enorme Selbstentladungsrate. Das Akku-Gehäuse könnte man gut mit Li-Ion-Akkus für eine enorme Laufzeit vollstopfen. Werd ich aber wohl nie brauchen.

Achja, ein IR-Filter ist auch dabei. Xenon-Lampen haben ganz besonders starke Emissionslinien im Infraroten und eignen sich deshalb als Beleuchtung für Nachtsichtgeräte. Da ich aber keines habe, kann ich damit nichts anfangen. Wenn ich mal Lust habe, probier ich's mit der Digicam aus, da damit wohl auch IR sichtbar wird.

Die Anleitung ist richtig schön altmodisch, mit Schreibmaschine geschrieben, kopiert, gebunden:



Tja, 400 Steine hat mich das gute Stück gekostet, und das Lampenkit nochmal 100 (und das ist ein absolutes Schnäppchen). Ohne high mode, dafür mit Kratzer und Delle im Reflektor ist das eine Stange Geld. Aber wie man sich nach dieser Beschreibung denken kann, bin ich völlig glücklich mit dem alten Knochen.

 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

tbyte

Flashaholic**
2 Januar 2012
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Lübeck
Ich fand den detaillierten Einblick in so eine Berühmtheit in Wort und Bild hochinteressant. Vielen Dank dafür und viel Spaß damit...
 
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lightbeam

Flashaholic**
22 Dezember 2010
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Acebeam
Da kann ich mich nur anschliessen...:thumbsup::thumbsup:

Und vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht! :thumbup:

Gruß
Roland :)
 
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sma

Flashaholic**
8 Januar 2011
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In Ulm, um, und herum
Kling als ob da jemand sehr stolz ist :D
ja, wie Bolle. War übrigens nicht von Anfang an so: Vom Kratzer wußte ich - von der Delle nicht. Dann noch ein eher elliptischer Spot mit mir unklarer Ursache. Und ich war sehr optimistisch, den high mode schon irgendwie repariert zu bekommen.

Aber sie ist doch in ganz passablem Zustand. Und ich schwärme ja nicht nur heftig für Lux (rein meßwerttechnisch müßte ich dann eigentlich einen Gen3 Host suchen, der wohl doppelt so hell ist), sondern mich fasziniert diese ganze Technik.
 
28 Juli 2012
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Krefeld
Seid Akte-X bin ich ein totaler Fan der Lampe, und hab auch schon in der USA-Bucht mitgeboten( ich war relativ schnell raus, da viel zu teuer :( ).
Find ich echt Super, das Du Dir Deinen Traum verwirklicht hast!!!

Hoffe bei meinem nächsten USA Aufenthalt auch so ein Ding zu erstehen!?
Dauert aber noch ein bißchen, darum erfreue ich mich an Deiner!!!!:thumbsup:
 
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hjelpestikker

Flashaholic*
4 Oktober 2011
552
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hab deinen Bericht jetzt 3x gelesen, klasse gemacht, ich glaub fast die Lampe liegt vor mir auf dem Tisch.

Bernd

P.S. der Stellmotor ist eine Rudermaschine aus dem Modellbau
 
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Lampi-on

Flashaholic**
6 Februar 2012
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Schwäbische Alb
Hallo Sven,

sehr schöner Bericht einer außergewöhnlichen Lampe. Vielen Dank dafür.:thumbsup:

Habe ihn sehr gerne gelesen, besonders als ich gemerkt habe,
dass du mit Herzblut bei der Sache warst.

Während des Lesens habe ich ein paar mal gedacht:
Schade, dass er den High-Mode nicht hinbekommen hat, er hätte es wirklich verdient.;)

Gruß Hacki:)
 

elho

Flashaholic*
6 August 2010
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0
Mönchengladbach
Die MaxaBeams hatten's mir ja schon lang angetan.
Oh ja, nachdem Polarion und M6 abgehakt sind, verbleibt die MaxaBeam einsam auf meiner WUnschzettel der kommerziellen Lampen, die ich unbedingt haben muss... :rolleyes:

Und ich schwärme ja nicht nur heftig für Lux [...], sondern mich fasziniert diese ganze Technik.
Ich schwaerme ja hauptsaechlich fuer Lumen (daher stand die Polarion auch immer weiter oben auf dem Wunschzettel ;)), aber die Faszination fuer die Technik der Xenon-ShortArc Lampen teile ich nichtsdestotrotz. :thumbsup:

Glueckwunsch zu Deiner Errungenschaft und vielen Dank fuer's Aufschrauben und den Einblick in das gute Stueck. :thumbup:
 
  • Danke
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Trabireiter

Flashaholic**
5 April 2012
1.282
565
113
in Sachsen
großartig. Ich glaube viele von uns teilen Sie Maxabeam Faszination. Gerade in Filmen und Serien der 90er war diese Lampe oft zu sehen. Der Laserbeam ist einfach klasse und die Technik weiß zu faszinieren.

Danke für diesen super anschaulichen und detaillierten Bericht. jetzt weiß ich auch wie so ein Maxabeam im Detail funktioniert.
 
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nightlight

Flashaholic**
20 August 2010
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In der Mitte von Hessen
Ich schwaerme ja hauptsaechlich fuer Lumen (daher stand die Polarion auch immer weiter oben auf dem Wunschzettel ;)), aber die Faszination fuer die Technik der Xenon-ShortArc Lampen teile ich nichtsdestotrotz. :thumbsup:

Glueckwunsch zu Deiner Errungenschaft und vielen Dank fuer's Aufschrauben und den Einblick in das gute Stueck. :thumbup:
Hallo Elho

Du schwärmst für Lumen???? Unser Mitglied LUMEN??? :p:D

Hoffe er wusste das schon.........

Gruß Steph und weg ...
 

Visionär

Flashaholic
7 Juli 2013
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Hamburg
Gerade habe ich zwei Fotos vom Innenleben des alten Maxa Beam Ladegerätes wiedergefunden. Wen es interessiert:



 
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Visionär

Flashaholic
7 Juli 2013
242
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43
Hamburg
Jetzt machst du uns aber neugierig :D
Leider kann ich nicht mit mehr Infos dienen. Ich bin einer der Vorbesitzer von smas Maxa Beam. Darum passen die Bilder vom Inneren des Ladegerätes auch in diesen Thread.

Ich habe die Lampe aus den USA importiert, hatte aber leider wenig Glück damit. Sie wurde mir als "in gutem gebrauchtem Zustand" verkauft und ich wusste beim Kauf nichts von dem defekten High-Mode und den Beschädigungen im Reflektor. Naja, da ich kein Bastler bin, musste das gute Stück leider wieder gehen... bei sma ist sie anscheinend gut aufgehoben :thumbup:

@sma: Die kleine Delle neben dem Kratzer ist mir garnicht aufgefallen, da ich die Lampe nicht geöffnet habe. Das Ladegerät hatte ich allerdings zwecks Reinigung mit Druckluft geöffnet und daher stammen die Bilder.
 
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18 Februar 2014
14
0
1
Ingolstadt
"Ausbuddel"...

Bin nun auch in den Genuss einer Gen3 Maxa Beam gekommen.

LEIDER ist das Typenschild beschädigt und die Nummer lässt sich nicht richtig ablesen.. es ist aber eine G3-12 ( 7.5MCP).
Im CPF habe ich gelesen, dass die derzeit aktuelle Variante ja die G3-20 mit verbesserten Reflektor verkauft wird. Hat jemand die beiden Varianten vergleichen können?