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Maxabeam durch unfassbare Dummheit gekillt

8 März 2011
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Olight Taschenlampen
Trustfire
Moin Leute,

leider habe ich an Silvester meine Maxabeam gekillt. Kann es immer noch nicht fassen, wie mir das passieren konnte. So ist das passiert:
Ich wollte mit Freunden aus dem Fenster durch den dichten Rauch leuchten. Da meine Maxa (Gen 2) schon 2 Jahre unbenutzt im Schrank lag und ich gerade keinen passenden vollen Akku hatte, habe ich mein Universalnetzteil genommen (0-30 V, 0-50 A) und ein extra gebasteltes 2 Meter Kabel um die Maxa anzuschließen.

Das Netzteil stelle ich normalerweise immer auf 12 V für meine anderen Experimente, nur diesmal habe ich es nicht kontrolliert und war 100% sicher, 12 V eingestellt zu haben (vielleicht schon einen Sekt zu viel gehabt) und habe die Maxa angeschlossen und aus dem Fenster geleuchtet. Der Strahl war ungewöhnlich hell, viel heller als erwartet, aber ich dachte mir: "Naja, passt schon. Der letzte Einsatz ist 2 Jahre her, vielleicht erinnere ich mich falsch."

Nach ca. 20 Sekunden ist die Maxa auf einmal aus und surrt nur noch. Habe mich gewundert was jetzt los ist, bis ich auf die Anzeige vom Netzteil geschaut habe und mich fast der Schlag getroffen hat- -> 30 V. Danach fiel mir auch wieder ein, dass ich für einen Test ein paar Tage voher die vollen 30 V gebraucht habe.


Zum Glück habe ich noch eine zweite Maxa gehabt, die ich eigentlich schon verkaufen wollte, jetzt war sie bei der Schadenanlyse sehr hilfreich.

Fazit: Die Elektronik hat ohne erkennbaren Schaden überlebt, auch im Innerern sind keine Spuren erkennbar. Wenn ich die Elektronik in meine Ersatz-Maxa stecke, läuft alles einwandfrei. Der Brenner ist vermutlich zerstört, er britzelt nur noch und es springen kleine Funken über, aber es bildet sich kein stabiler Lichtbogen mehr. Der Glaskolben ist aber noch intakt. Auch die Elektronik aus der Ersatz-Maxa bringt ihn nicht zum laufen. Der Reflektor ist unten am Loch etwas benebelt, vermutlich haben sich irgendwelche heißen Dämpfe auf ihm niedergeschlagen.

Das Ganze ist besonders ärgerlich, da ich insgesamt schon 4 Maxas (2 davon schon vor langer Zeit wieder verkauft) hatte und die jetzt gekillte mit Abstand die Beste aus allen 4 war. -> Perfekt sauberer Reflektor ohne Staub, keine Kratzer, keine Verformungen, perfekt zentrierter Brenner, perfekt runder Beam und auch mit dem bloßen Auge erkennbar deutlich heller als die anderen 3 Maxas.

Mein Plan ist jetzt folgender: Ersatz-Brenner besorgen (welchen soll ich nehmen? Ich bin momentan nicht mehr ganz drin in der Materie) und den Reflektor reinigen. Den Reflektor könnte ich auf der Arbeit säubern, da haben wir einen staubfreien Reinraum inkl. hochreinem Dest-Wasser aus einer speziellen Anlage. Mit was ich den Niederschlag auf dem Reflektor entferne, weiß ich aber noch nicht. Gibt es etwas, gegen das Rhodium nicht beständig ist?

Gibt es irgendwelche Checks für die Elektronik um zu sehen, ob sie nicht doch irgendetwas abbekommen hat?

Bei Interesse kann ich gerne Bilder vom zerstörten Brenner und dem Reflektor machen wenn ich das ganze zerlege und neu aufbaue.
 
  • Danke
Reaktionen: DirkTripleD

Alexander

Flashaholic*
4 Juni 2011
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D:\Hessen\Gießen\Lollar
Ich würde einmal den Lampenstrom nachmessen.
Nicht das der Regler eine mitbekommen hat und der Lampe zu viel Strom liefert.
Das würde den neuen Brenner entsprechend schnell zerstören.

Ich weiß nicht auswendig wie viel Spannung die Lampe in der Maxabeam hat aber es wäre durchaus möglich das diese über der Akkuspannung liegt und das ganze einen Aufwärtswandler verwendet. Wenn jetzt die Spannung höher ist dann fließt unkontrolliert Strom da der Wandler keinerlei Möglichkeit hat diesen zu begrenzen.
 
8 März 2011
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Acebeam
Gute Idee. Zumindest per Auge lag die Helligkeit mit beiden Vorschaltgeräten beim Brenner meiner Ersatz-Maxa genau gleich, aber die Strommessung ist wohl noch genauer.
 

luceo ergo sum

Flashaholic*
2 Dezember 2013
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Mein Beileid:augenverdrehen:
Deswegen machen die propertiären Stecker schon Sinn... aber wenn die Elektronik überlebt hat ist es ja halb so wild.

Ushio UXL-75XE ist wohl eine sehr gute Option, braucht allerdings einen Adapter. Den gibt es nicht zu kaufen ist aber mit Drehmaschine nicht zu schwer herzustellen.
 
8 März 2011
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Ist der Ushio UXL-75XE der gleiche Brenner, der in Gen 3 verbaut wird? Adapter auf Drehbank könnte ich herstellen.
 

sma

Flashaholic**
8 Januar 2011
1.991
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In Ulm, um, und herum
Zum Belag auf dem Reflektor:

Der Teil mit der stärksten Krümmung hat die kleinste Brennweite, ist also nur für den breitesten Teil des Spots verantwortlich, gar nicht für den Kern. Und er wird flächenmäßig - von vorne gesehen - einen ziemlich kleinen Teil ausmachen, kann also nur sehr wenig Lichtstärke kosten bzw. Streulicht erzeugen. Du kannst den Unterschied sehr einfach (und maximal) simulieren, in dem Du bei der anderen Leuchte diesen Teil vorne auf dem Frontglas mit Pappe o.ä. abdeckst. Am einfachsten ist es also, wenn Du ihn unbehandelt lässt. Ohne ein Bild gesehen zu haben, würde ich erstmal vermuten, dass ein ein rein kosmetisches Problem ist.

Falls Du es aber auch dann immer noch nicht aushältst: Sogar mit demineralisiertem Wasser, Seifenschaum (ohne rückfettende Zusätze), Druckluft (ölfrei) und der weichen Fingerkuppe des Ringfingers (der ist sogar bei mir altem Sack noch immer wie Baby-Popo) hat man sehr gute Chancen, einen Reflektor ohne Mikrokratzer zu reinigen, braucht aber definitiv ein gutes Händchen. Ich hab's bei einem extrem Verschmutzten mal so gemacht - bei einem nur minimal Verschmutzten würde ich natürlich nicht so robust wie im Video vorgehen. Mit Ring-Finger & Seifenschaum habe ich insbesondere auch mehrere Alu-bedampfte Reflektoren aus kleineren Taschenlampen ohne Mikrokratzer(!) gereinigt. Und die sind empfindlicher als ein Maxabeam-Reflektor. Ich habe noch nichts von kritischen aber üblichen Reinigungsmitteln für Nickel-Rhodium gehört.

Mit Deinem Reinraum bist Du also bestens bestückt, solange Du auch Druckluft hast. Ohne Druckluft oder viel Mut beim "Abziehen" der Tropfen wirst Du dann ein neues kosmetisches Problem haben, aber das weißt du sicher eh.

Interessanterweise wird hier beim Reinigen eines Teleskopspiegels (wenn unbeschichtet, dann ebenfalls viel empfindlicher als der Maxabeam-Reflektor) sogar Watte verwendet - da wäre ich aber unglaublich vorsichtig, bis ich einer bestimmten Watte traue. Für Deinen Fall: Mit Wattestäbchen an einem "Wegwerf-Reflektor" testen, wäre für mich persönlich ausreichend.

Zur Lampe:

Ich denke jede Lampe mit möglichst rundem (kugelförmigen) Kolben um die Elektroden ist ausreichend. Es ist vielmehr entscheidend, keinen zylindrischen Kolben zu erwischen. Das bedingt unweigerlich eine Art Parallaxenfehler bzgl. der punktförmigen Quelle bei der Abbildung.

Ich habe bisher nur gutes von der UXL-75XE gehört, aber nie direkt verglichen (obwohl ich schon eine samt Adapter als Ersatz rumliegen habe). Ich kenne keinen Unterschied bzgl. den technischen Daten zur UXL-75PB. Das einzige was ich weiß ist das hier (CPF) und darauf kann ich mir keinen Reim machen. Und falls Peak Beam auch mal ARC Lampen für die Gen3 verkauft hat, dann würde ich der Ushio sogar mehr trauen.


Hm, ich hatte mal vor vielen Jahren eine 2AA-Maglite mit Lithium-Batterien (1.7 V) betrieben, als diese Batterien gerade rausgekommen waren. Die hat auch seehr hell gebrannt (ohne Durchbrennen sogar!) aber der Lampenkolben war nach kürzester Zeit praktisch undruchsichtig (ausgeschaltet), so dunkel war der innen trotz Halogen mit Wolfram angelaufen. Deine Aktion war das ganze für Erwachsene... Na mein Beileid :- D
 
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8 März 2011
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Danke für die ausführliche Antwort, das hilft mir sehr weiter!

Ich habe gerade gegoogelt, wo ich die Oshio UXL-75XE her bekomme, sind zwar billiger als die Original Maxabeam Ersatzlampen, haben aber immer noch einen stolzen Preis. Zufällig fand ich dann zwei ebay-Auktionen, wo jemand vor kurzem 2 Stück für jeweils ca. 50 Euro neu in Deutschland verkauft hat. Beide gleich geholt. Puh, nochmal Schwein gehabt :sonnenbrille:

Den zweiten Ersatz hebe ich dann für nächstes Silvester auf, habe ja jetzt einen Schuss frei :Totlachsmiley:

Ich habe mich früher viel mit dem Polieren und kratzerfreien säubern von Autolacken befasst. Ein Lack ist noch weicher als die Rhodium-Oberfläche, wird allerdings auch nicht so extrem punktförmig und hell bestrahlt wie der Reflektor durch die Bogenlampe, wodurch Kratzer weniger auffallen. Das wichtigste dabei ist auf jeden Fall, keine Partikel über die Oberfläche zu reiben und bei anhaftenden Partikeln immer nur mit ausreichend Wasser und Gleitmittel (Seife) zu arbeiten, so dass Partikel schnell ins Innere des Waschtuchs befördert werden, wo sie regelmäßig (nach mehreren wenigen Zügen über den Lack) ausgewaschen werden. Von daher würde ich vermutlich nicht meinen Finger (Partikelverreibgefahr) verwenden, sondern ein langfloriges Microfasertuch.

Ideal wäre natürlich ein Trockeneisstrahler, der gefrorenes CO2 auf die Oberfläche schießt. Damit werden professionell Teleskopspiegel (aber auch Betonanhaftungen an Fahrzeugen) gereinigt, aber solches Equipment hat man nicht eben mal zuhause. Die Technologie löst nur Partikel von der Oberfläche ab, ohne eine geschlossene, harte Oberfläche selbst anzugreifen.
 
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  • Danke
Reaktionen: DirkTripleD und sma