[LED-Test] Osram Oslon Square CSSRM2.PM Bin N1N3 (≈ 4000 K)

Dieses Thema im Forum "Köf3's LED-Tests" wurde erstellt von Köf3, 4. Oktober 2016.

  1. Hallo allerseits!

    Osram hat vor einiger Zeit die dritte Generation der Osram Oslon Square auf den Markt gebracht, die CSSRM2. Hier teste ich nun einen Emitter der Variante CSSRM2.PM mit ≈ 4000 K.

    Erst einmal die im Datenblatt angegebenen technischen Daten:

    Typ: GW CSSRM2.PM-N1N3-A535-1
    nominaler Lichtstrom bei 700 mA und 85 °C: 280 - 310 lm
    Farbtemperatur: ≈ 4000 K
    maximaler Betriebsstrom: 1800 mA konstant, 2000 mA Puls
    Vorwärtsspannung (typ.): 2,80 V
    Abstrahlwinkel: 120 °

    Ich habe diesen Emitter Anfang September 2016 bei Mouser erworben.

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    Im Vergleich zur zweiten Generation der Osram Oslon Square (CSSRM1) besitzt die CSSRM2 eine deutlich veränderte Leuchtfläche, die in Fläche und Technik stark der Cree XP-G2/G3 ähnelt. Daher werde ich diesen Emitter auch mit einer XP-G2 vergleichen.

    Die CSSRM2 hat im Gegensatz zu XP-LEDs ein anderes Footprint. Ihre Abmaße betragen 3,00 x 3,00 mm (Bauform 3030). Allerdings passt sie dennoch auf XP-Boards, wenn man ein wenig Vorsicht walten und wenig Lötpaste verwendet. Genau für das Osram-Footprint passende Zentrierhilfen sind bei Umbauten von Taschenlampen stark zu empfehlen!

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    Hier die Oslon Square im Vergleich zur Cree XP-G2 (auf den Bildern links).

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    Die XP-G2 LED wirkt wuchtiger und das Substrat ist deutlich dicker. Der Dome ist bei beiden in etwa gleich, wobei er bei der CSSRM2 etwas höher ist. Im Gegensatz zu den vorherigen Oslon Square LEDs ist der Dome der CSSRM2 komplett rund und nicht oben abgeflacht.

    Die reine Leuchtfläche ohne Bondierungen beträgt bei der CSSRM2.PM genau 3,50 mm². Zum Vergleich: die gezeigte XP-G2 besitzt eine Leuchtfläche von 3,90 mm², ist also um etwa 10 % größer.

    Obwohl die Osram Oslon Square CSSRM2 aufgrund ihrer besonderen Bauweise (Phosphor und Bondingdrähte) nicht chemisch und per Shaven dedomt werden und leider so nur mit ihrem Dome verwendet werden kann, ist ihre Leuchtdichte wegen dem recht hohen Lichtstrom etwas höher als bei der von vielen Moddern genutzten XP-G2 im Bin S2 (wenn mit Dome verwendet).

    So sieht die LED bei geringstem Strom aus:

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    Die Leuchtfläche ist im Gegensatz zu den vorherigen Oslon Square-Generationen nicht mehr rund, sondern eckig. Außerdem sind im quadratischen Raster angeordnete Pünktchen zu sehen. Der auf dem Foto deutlich sichtbare gelbe Ring hat bei Verwendung einer Optik keine Auswirkungen auf das Lichtbild. Wegen den Bondierungen gibt es beiderseits zwei größere Aussparungen, welche aber ebenfalls keine Auswirkungen auf das Lichtbild haben.

    Diese LED lässt sich also bedenkenlos in Taschenlampen aller Art verwenden, ohne Abstriche im Lichtbild machen zu müssen.

    Ich habe die CSSRM2.PM 4000 K mit neuer Mess- und Testmethodik getestet.


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    Die CSSRM2.PM erreicht ihren maximalen Lichtstrom bei 7,20 A, mit 1500 lm und 3,87 V.
    Der Sweet Spot liegt bei 4,5 bis 5 A und etwa 3,52 V.

    Der Emitter fällt bei genau 9 A aus, bei 4,28 V.

    Vergleich mit anderen LEDs ähnlicher Leistungsklasse:

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    Durch die geringe Vorwärtsspannung ist ein strombegrenzender Treiber zu empfehlen, auch um die Lebensdauer des Emitters zu verlängern. Obwohl allgemein davon abgeraten wird, solcherlei LEDs mit geringer Vf mit FET-basierten Treibern zu verwenden, habe ich es dennoch getan und sie testweise in eine Lampe mit einem A17DD_L verbaut.

    Dieser zieht auf höchster Stufe bei vollem Sony VTC5A Akku und komplett gebrückten Federn stolze 6,7 A (mit Stromzange gemessen), bei etwa 1230 lm. Durch Verluste in Reflektor und Frontglas ist der Lichtstrom geringer als im Diagramm angegeben. Der Lichtstromabfall innerhalb 30 sek. ist allerdings gering und lediglich vor allem durch die steigende Temperatur des Lampenkopfes bedingt.
    Wie allerdings die Langzeithaltbarkeit sowohl bei MOSFET als auch LED bei diesem hohen Strom aussieht, kann ich nicht sagen und werde daher dieses Setup nicht zur Nachahmung empfehlen.
    Sicherheitshalber sollte diese LED mit strombegrenzenden Treibern (bspw. 105c) betrieben werden, welche den maximalen Betriebsstrom sicher begrenzen.

    Auch diese Osram-LED besitzt einen großen Nachteil: eine große Tintlotterie. Dieser hier getestete Emitter besitzt einen starken Rotstich, welcher das Licht deutlich wärmer wirken lässt und Farben verfälscht. Auf der Whitewall wirkt das Licht im Vergleich zu einer Nichia 219C R9050 4000 K schon fast rosa.

    Fazit: LED mit annehmbarer Effizienz und hoher Leistung, nicht im XP-Footprint, aber dennoch mit XP-Boards nutzbar. Solides Lichtbild ohne Artefakte, aber große Tint-Lotterie mit der Gefahr, extreme Farbstiche zu erhalten. Wer aber eine aktuelle Alternative zur Cree XP-G2 sucht und mit der fehlenden dedoming-Möglichkeit sowie der großen Tint-Lotterie leben kann, sollte sich diese LED einmal näher anschauen!

    Lieben Gruß, Dominik
     
    #1 Köf3, 4. Oktober 2016
    Zuletzt bearbeitet: 11. August 2017
    Messer Frank, sma, Bar Centrale und 9 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Folomov
    Update:

    Neue Lichtstromdiagramme bis 9 A (25 °C / 85 °C Tsp) eingefügt.
    Außerdem ist ein Vergleich mit bekannten LEDs ähnlicher Leistungsklasse verfügbar!

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    Ausfall der LED bei genau 9,0 A.

    LG, Dominik
     
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