Kurzvorstellung Convoy H1 Winkel-/Kopflampe

Dieses Thema im Forum "Convoy" wurde erstellt von amaretto, 17. April 2019.

  1. Gearbest hat kostenfrei einige kleine Taschenlampenmodelle bereitgestellt, die unsere TLF-Mitglieder in Passarounds ausprobieren können.

    Unter anderem die Convoy H1, eine Stirn-/Kopf-/Winkellampe der 1x18650er-Klasse. Im Flash Sale momentan für ca. 22,50 € erhältlich.

    Anmeldungen zum Passaround können hier gemacht werden:
    https://www.taschenlampen-forum.de/threads/passaround-convoy-h1-kopf-winkellampe.69696/

    Wofür ist die Lampe gedacht/geeignet?
    - Alltagsgebrauch, Hunderunde, Camping u.a.

    Was ist zu beachten?
    - man benötigt zusätzlich einen 18650 Li-Io-Akku und ggfs. ein Ladegerät (nicht im Lieferumfang enthalten)

    Die Convoy H1 ist mit drei unterschiedlichen Lichtfarben erhältlich
    - 4.200K neutral-/warmweiß (Testlampe)
    - 5.000K neutral-/tageslicht-Weiß
    - 6.500K kaltweiß
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    Lieferumfang: Convoy H1-Lampe, demontierbarer Trageclip, Kopfband mit Gummihalter
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    Daten und Eigenschaften (laut Hersteller)
    • Lichtstrom 1046 "LED-Lumen" (550 lm ANSI)
    • Leuchtweite 134 m
    • 4 Helligkeitsstufen + Blinkmodus (Stroboskop) inklusive Memory
    • Leuchtmittel: Cree XM-L2 LED im strukturierten Reflektor (orange peel)
    • Bedienung: Seitlicher Taster, schwach hinterleuchtet
    • intern aufladbar: nein
    • magnetische Tailcap: nein
    • Transportholster: nein
    • Öse für Halteband: nein
    • Gehäuse aus anodisiertem Alu, beidseitig beschichtete Frontline
    • Maße: 10,5 x 2,45 cm
    • Gewicht (o. Akku): 75 g
    Helligkeitsstufen Lumen* Leuchtdauer
    Ultralow 1 83 Stunden
    Low 40 42,5 Stunden
    Mid 388 4,5 Stunden
    High 1046 45 Minuten
    *LED-Lumen

    Die nachfolgenden Bemerkungen und Eindrücke sind subjektiv und können durch meinen persönlichen Geschmack beeinflusst sein.

    Man hat bereits beim ersten Betrachten den Eindruck, dass der Hersteller eine gewisse Erfahrung bei der Herstellung von Taschenlampen hat. Das Design ist erfreulicherweise wenig verspielt und frei von unnötigen Schnörkeln.
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    Der beiliegende Clip lässt sich relativ einfach aufstecken. Möglicherweise hält er aber auch deshalb keinen stärkeren Hebelwirkungen stand und könnte abgehen. Auf eine Lanyardöse wurde entweder bewusst verzichtet oder man hat sie vergessen.
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    Das Kopfband macht mit dem dünnen Gummihalter macht einen etwas billigen Eindruck. Dennoch wird die Lampe sicher darin festgehalten und verdreht sich nicht unabsichtlich. Da ein zusätzliches Über-Kopf-Band fehlt, wird sie wahrscheinlich zum Joggen nicht unbedingt geeignet sein.
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    Die Strukturierung des Batterierohrs (Knurling) verschafft genügend Grip, dass die H1 nicht aus der Hand rutscht. Verarbeitungsmängel wie Fehler in der Anodisierung, scharfe Grate oder unsaubere Gewinde sind nicht feststellbar.
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    Die Glaslinse sowie der Gummi des Tasters sind mittels Metallring/Bezel gesichert.
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    Der Schalterknopf steht etwas hervor und lässt sich zufriedenstellen betätigen und leicht ertasten. Auf diesem Foto kann man gut erkennen, dass der Trageclip nicht sehr weit um das Rohr herumgeht und dadurch möglicherweise leicht abspringen kann.
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    Die (zugegeben mittlerweile etwas betagte) Cree XM-L2 LED ist schön mittig im OP-Reflektor zentriert.
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    Man kann die Lampe in 3 Teile zerlegen. Der Akku ist nicht im Lieferumfang und dient nur zum Größenvergleich.
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    Sauber gefräste Gewinde, die kratzfrei laufen. Durch die Anodisierung auf dem Tailcapgewinde kann man durch Lösen der Tailcap den Stromkreis unterbrechen (mechanischer Lockout).
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    Beidseitige vergoldete Federkontakte gewährleisten auch bei Erschütterungen gesicherten Kontakt. Die Tailcap hat keinen Magneten, was etwas schade ist. Mittlerweile haben einige Hersteller die Nützlichkeit dieses Features erkannt.
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    Vergleich mit anderen Kopflampen (Olight und Imalent)
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    Bedienung und User Interface
    Zunächst muss ein 18650er Akku mit dem Pluspol zum Lampenkopf eingelegt werden. Ob die H1 über einen elektronischen Verpolungsschutz verfügt, ist mir nicht bekannt. Man muss darauf achten, keine zu langen (geschützten) Akkus zu verwenden. Ob ein Tiefentladeschutz vorhanden ist und deshalb problemlos auch ungeschützte Akkus verwendet werden können, muss ich noch prüfen.

    Kurzer Click = Einschalten, Low-Mid-High-Turbo (mit Memory)
    gedrückt halten = Ausschalten
    Doppelklick von an oder aus = Strobe​

    Ungewöhnlicherweise wird auch die Einstellung "Strobe" durch die Memory-Funktion gespeichert. Ein Direktzugriff auf die niedrigste oder höchste Stufe ist unabhängig von der jeweils gespeicherten Stufe nicht möglich.

    Es gibt bei Taschenlampen mit Tastern als Bedienung im Regelfall zwei mögliche Schaltungskonzepte (neben ein paar weiteren Exoten):
    Entweder
    Kurzer Tastendruck für an/aus, gedrückt halten für Ramping und ggfs. Doppelklick für Turbo/Strobe
    oder
    Kurzer Tastendruck für an und weiterschalten der Modi, gedrückt halten für aus.

    Die Convoy H1 bietet die zweitgenannte Variante und gehört damit eher zur Minderheit. Viele Flashies müssen sich erst an diese UI-Variante gewöhnen (manche können/wollen es nicht), da überwiegend das erstgenannte Schaltungskonzept auf dem Markt zu finden ist. Sicher ist die jeweilige Alternative eine Geschmacksfrage. Meines Erachtens wäre es dennoch nützlich, wenn man eine Lampe sofort mit einem kurzen Klick ausschalten könnte als darauf warten zu müssen. Auf der anderen Seite hat das Convoy-H1-Konzept den klaren Vorteil, dass man schneller durch die Leuchtstufen kommt, als wenn man auf das Ramping warten müsste. Insofern möchte ich insgesamt nicht von gut oder schlecht bei dem UI der Convoy sprechen. Ansichtssache halt.

    Eigene Messungen ohne Gewähr
    - 4.625 Lux (aus 5 m gemessen und umgerechnet)
    - ca. 600 lm im ceiling bounce
    - maximale Stromaufnahme: 2,6 A
    - Stroboskopfrequenz: 8 Hz
    - auf allen Helligkeitsstufen gibt es PWM mit 15,7 kHz, was für das menschliche Auge unsichtbar (=flackerfrei) sein dürfte

    Wie leuchtet die Lampe?
    Beim ersten Einschalten war ich doch (positiv) überrascht, dass die Lichtfarbe relativ warm ist. Ich hatte eher ein neutraleres Weiß mit leichtem Grüneinschlag befürchtet, aber alles prima. Ohne die anderen beiden Lichtfarb-Versionen (5000 und 6500K) gesehen zu haben, wage ich zu behaupten, dass durch die Wahlmöglichkeit wirklich für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte.

    Weiter habe ich den Eindruck, dass sich der Tint-Shift in Grenzen hält. Auf Normaldeutsch erklärt: die Lichtfarbe bleibt über den gesamten Lichtkegel einigermaßen gleich. Bei vielen anderen Lampen gibt es hier deutliche Abweichungen. Der Lichtkegel ist zudem frei von störenden Unregelmäßkeiten wie Ringen u.a.
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    Der Versuch, den Abstrahlwinkel darzustellen:
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    Fazit
    Bezogen auf die Preisklasse um 20-25 Euro bietet die Convoy H1 eine solide Vorstellung. Der Besitzer wird von Verarbeitungsmängeln oder ärgerlichen Bugs verschont. Der Lieferumfang könnte etwas großzügiger sein (z.B. Akku und Holster), muss in Anbetracht des Preises aber noch als akzeptabel gelten. Das Leuchtergebnis ist sehr gut, auch wenn es Lampen mit höherer Leistung zum ähnlichen Preis auf dem Markt gibt. Dafür wird die H1 vermutlich den Vorteil haben, dass wegen der nicht auf die Spitze getriebenen Leistung die Betriebssicherheit und die Helligkeitskonstanz groß ist.
    Dennoch ist der Stromverbrauch für die Lichtleistung relativ hoch, damit die Leuchtdauer entsprechend kürzer. Da kein hochstromfähiger Akku bei der H1 benötigt wird, empfehle ich bei der Akkuwahl auf ein Exemplar mit möglichst hoher Kapazität zu achten. Ob der Pluspol des Akkus erhöht ist oder nicht, spielt wegen beidseitiger Federkontakte keine Rolle.
     
    #1 amaretto, 17. April 2019
    Zuletzt bearbeitet: 17. April 2019
    9x6, Esociform, djembe001 und 10 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Folomov
    So wie ich es verstehe geht es bei den 1400mA um die S9.


    Die Lampe zieht dann für 600Lumen 2,6 A. Hast du auch andere Stufen gemessen? Zum Laufen interessiert mich nur die Stufe mit ~400 Lumen.

    Das Stirnband gibt es schon länger für unter 3€ bei AE.


    Gefallen tut sie mir auf jeden Fall.
     
    #2 matjeshering, 17. April 2019
    Zuletzt bearbeitet: 17. April 2019
    Lux-Perpetua hat sich hierfür bedankt.
  3. Leider wahr. :facepalm: Ich habe meinen Beitrag gelöscht. Danke für den Hinweis.
     
  4. Acebeam
    Danke für die Vorstellung. Ist ein Überkopfband dabei?
     
  5. Nein, nur wie auf den Fotos zu sehen. Heißt also, dass die Lampe zum Joggen nicht unbedingt die erste Wahl ist. Danke für den Tip, habe die Beschreibung ergänzt.
     
  6. Da ich fast nur Halter von Armytek oder Zebralight benutze ist das Band für mich nicht so wichtig.
    Das Gewicht ist für mich interessant. Wenn sie nackig 75g wiegt wird das für mich keine Lampe zum laufen.
     
  7. Skilhunt Taschenlampen
    Meine Lampe ist heute per Hermes bei mir angekommen.

    Bei rausnehmen aus dem Karton ist mir direkt klar: Die ist echt schwer. Alleine Batterierohr und Deckel wiegen 37g. Und damit mehr als meine komplette auf 18500er umgebaute Skilhunt, eine Zebralight H600 wiegt 40g. Für eine Stirnlampe ist das Ding ein Panzer.
    Das genaue Gegenteil ist das Band. Das ist sehr leicht und hat wenig Zug. Mir auf jeden Fall zu wenig für die 70g (ohne Clip) +50g Akku der H1.

    Ich habe jetzt mal kurz einen halb vollen geschützten Akku leer laufen lassen. Bei ~3,2V fängt der Schalter an rot zu leuchten. Die Lampe ist zu diesem Zeitpunkt schon merklich dunkler als zu Beginn. Bei ~2,8V schaltet sich die Lampe aus.

    Schalterposition, Funktion und UI finde ich für eine Stirnlampe gut. Quasi ein Skilhunt H03R ohne Unterstufen. Das Problem ist, dass die Convoy H1 für mich eher eine Winkellampe ist, der man ein nicht wirklich gutes Kopfband beigelegt hat.

    Für ein paar Euro mehr (als der jetzige Aktionpreis!) bekommt man eine Wowtac A2s (inkl Akku und besserem Kopfband ohne Wartezeit) oder eine Skilhunt H03...(inkl. gutem Stirnband). Die halte ich für eine bessere Wahl.

    Beamshot im Vergleich zu anderen Stirnlampen: https://www.taschenlampen-forum.de/threads/stirnlampen.69833/
     
    #7 matjeshering, 26. April 2019
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2019
    amaretto, Ulrich und casi290665 haben sich hierfür bedankt.
  8. Ich habe jetzt noch die Laufzeit mit einem Samsung 35e in den beiden höchsten Stufen getestet. Jeweils mit Uhr und time-lapse Video.
    Beide Stufen sind nicht geregelt. In der höchsten Stufe kann man nach 1h schon einen deutlichen Rückgang der Helligkeit sehen. Bei knapp unter 3h schaltet sie ab, Ruhespannung des Akkus war 2,72V. Sie funzelt zu der Zeit nur noch von sich hin.
    In der 2. höchsten Stufe habe ich die Lampe nach 8h ausgeschaltet. Sie leuchtet auch da schon lange nur noch schwach. Akku hatte direkt nach ausschalten 2,79V. So ca. 3h ist die Helligkeit einigermaßen konstant.

    Ich bin einfach nur enttäuscht von der Lampe.
     
    amaretto hat sich hierfür bedankt.
  9. Ich bin verwirrt, @matjeshering meinst du jeweils Minuten und nicht Stunden? Das wäre doch sonst gut oder?
     
  10. 20190428_221812.jpg Stunden.
    Wenn die Lampe mit 600Lumen bei vollem Akku starten würde und nach 3h in dieser Helligkeit ausgeht wäre das gut. Die H2R Nova cw sollte das mit dem Samsung 35e etwa packen.
    Wenn bei vollem Akku tatsächlich nur 600 Lumen rauskommen, davon nach 1h30 oder 2h vll. noch 400 übrig sind und dann die Leistung bis ins bodenlose absinkt ist das mies.
    Auf dem Bild ist links die H2R Nova nw in der Stufe mit 550 Lumen und rechts die H1 in der höchsten Stufe und Akku bei 4V. Ich habe eine 30° TIR Optik eingebaut. Die Helligkeit finde ich gut vergleichbar.
     
    #10 matjeshering, 28. April 2019
    Zuletzt bearbeitet: 28. April 2019
    mili111 hat sich hierfür bedankt.
  11. Ich möchte auch mal noch mein (ziemlich verspätetes) Feedback zur Lampe abgeben. Ich hab derzeit bissl Probleme mit meinen Bildern und weiß noch nicht wie ich die hochlade, aber wird schon :D

    Pro:
    - die Lampe ist echt günstig!
    - Verarbeitung für den Preis voll i.O.
    - Schalterposition
    - gut gewählte LEuchtstufen und ein schönes Moonlight
    - angenehmes Lichtbild und -farbe

    Con:
    - ich fand sie recht groß und schwer (ist aber auch die erste 18650er Kopflampe die ich in der Hand hatte)
    - kein Überkopfband (bei einer 18650er!) und allgemein etwas labberiges Kopfband, aber noch ok
    - gedrückt halten zum ausschalten... find ich bäh (ist aber persönliche Präferenz)


    Für die Beamshots sind angetreten:
    - Convoy
    - Acebeam H40
    - Rofis R1
    - Spark SG5
    - Zebralight Sc64w

    Zugegeben, sehr unterschiedliche Lampen, aber das sind die aus meinem Fundus die der Convoy am nächsten kommen.

    Erstmal ein Größenvergleich:

    DSC_1565-2560x1440.JPG
    v.l.n.r.: 18650er Akku, Spark SG5, Rofis R1, Zebra Sc64w, Lumintop EDC05c, Convoy
    im Vordergrund: Prinzessin Leia, Acebeam H40

    Und hier die Beamshots:

    Convoy:

    DSC_1554-1440x2560.JPG

    Acebeam:

    DSC_1555-1440x2560.JPG

    Rofis:

    DSC_1556-1440x2560.JPG

    Spark:

    DSC_1557-1440x2560.JPG

    Zebra:

    DSC_1559-1440x2560.JPG

    Mein Kurzfazit: gute Budgetkopflampe! Wer nicht mehr ausgeben mag und damit klar kommt dass sie kein Überkopfband hat und einen langen Drücker für "aus" braucht wird mit der Lampe zufrieden sein. Für mich ist sie aus den genannten Gründen leider nix.

    Danke an die Organisatoren und für die Teilnahme am PA!
     
    Onkel Otto und amaretto haben sich hierfür bedankt.
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