Klarus XT11GT mit Sony Konion VTC4 betreiben?

Dieses Thema im Forum "Stromversorgung" wurde erstellt von Quentin Flash, 21. März 2018.

  1. Hallo zusammen,

    Kürzlich ist der Akku meiner XT11GT gestorben, will heißen, dass er keine Spannung mehr ausgibt. Ich weiß nicht, was das Problem ist, aber glücklicherweise habe ich aus alten Dampferzeiten noch eine handvoll 18560 Akkus rumliegen. Dabei handelt es sich um "Sony Konion US18650 VTC4 2100mAh High Drain Akku". Jetzt ist die Frage, kann ich mit diesem Akku die Klarus betreiben?

    Natürlich habe ich erstmal selbst versucht mir die Frage zu beantworten. Das Handbuch von Klarus ist da sehr eindeutig: Nein! Man soll die Lampe nur mit geschützten Akkus betreiben. Da der Sony ein ungeschützter Akku ist, fällt er raus. Jetzt habe ich mich aber gefragt, was "ungeschützt" bedeutet und warum meine Lampe das nicht haben will. Also habe ich mein Dampferwissen wieder aufgefrischt, darüber hinaus weiter recherchiert und bin schließlich auf dieses Forum gestoßen. Hier gibt es einige Threads zu ungeschützen Akkus, aber ehrlich gesagt bin ich jetzt zwar schlauer (vielleicht), aber nicht weniger verwirrt. Viele Aussagen hier sind widersprüchlich oder ich verstehe sie falsch. So mancher hier schreibt sogar, dass man gar keine geschützten Akkus bräuchte. Nach all den Berichten über explodierende Akkus bin ich ein bisschen vorsichtig und möchte erstmal Rücksprache halten, bevor ich mich am Ende aus Versehen selbst töte. Das einfachste wäre natürlich einen neuen Klarus-Akku zu kaufen, aber ich möchte gerne das eigentliche Problem verstehen und am Ende hoffentlich was lernen. Deshalb schreibe ich einfach mal, was ich so herausgefunden habe, vielleicht hilft es ja noch jemandem:

    Was ist eigentlich der Zweck der Schutzfunktion (PCB)? Prinzipiell drei Punkte:

    1. Schutz vor Überlast (zu hohem Strom) - Leuchtet ein, ist für meinen Fall aber irrelevant. Der original Klarus-Akku hat einen maximalen Entladestrom von 12 A, mehr kann die Lampe dem Akku ergo nicht entziehen. Der Sony Konion hat aber einen maximalen Entladestrom von 30 A, sollte das also problemlos abkönnen.

    2. Schutz vor Kurzschlüssen - Leuchtet auch ein, sowas kann prinzipiell immer mal passieren und beim Dampfen hat der Akkuträger dann dicht gemacht. Wenn die Lampe diese Aufgabe nicht übernimmt, wäre ein PCB also sinnvoll. Sicher ist sicher. Allerdings habe ich hier einige Kommentare gelesen, nach denen auch ungeschützte Akkus verschiedene Schutzfunktionen hätten, die bei einem Kurzschluss helfen. Oder dass Kurzschlüsse in der Lampe ohnehin unwahrscheinlich wären, sondern eher im Akkuinnern auftreten, wo der PCB auch nichts hilft. Was ist denn nun richtig? Oder obliegt das meiner persönlichen Risikoabschätzung?

    3. Schutz vor Tiefentladung oder Hochaufladung - Leuchtet auch ein bisschen ein, beides ist ungesund für den Akku. Bei meiner Dampfe hat der Akkuträger die Aufgabe übernommen, dicht zu machen, wenn der Akku zu weit entladen bzw. weit genug aufgeladen war. Aber macht das die XT11GT nicht? Zumindest leuchtet sie rot, wenn der Akku zu weit entladen ist. (Woher weiß sie das eigentlich? Misst sie die Spannung des Akkus?) Würde sie den ungeschützten Akku einfach immer weiter entladen? Und umgekehrt, würde sie beim Aufladen einfach immer weiter laden, auch wenn der ungeschützte Akku voll ist? Und wenn sie das beim ungeschützten Akku nicht kann, wie macht sie es dann bei dem geschützten? Hier stehe ich jetzt auf dem Schlauch und das Handbuch hilft kein Stück weiter. Ich hatte ja gehofft, dass ich mir mit dem Kauf der XT11GT keine Gedanken um Ladegeräte und das Laden des Akkus machen müsste. USB-Kabel rein, raus und fertig. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher.

    Bitte entschuldigt diese Wand aus Text. Aber ich hoffe, ihr könnt mir bei meinem Wust aus Fragen weiterhelfen. Falls das hier im Forum alles schon mal beantwortet wurde und ich einfach nur zu blöd zum Suchen bin, tut mir das leid. Ich freue mich auch über kommentarlose Links zum Selbststudium.

    Ein Punkt zum Schluss noch: Wagemutig wie ich bin, habe ich die Klarus mal mit dem Sony für eine Sekunde bei niedriger Helligkeit eingeschaltet. Sie leuchtet und ich lebe noch. Prinzipiell geht es also.

    Vielen Dank und freundliche Grüße
    Quentin
     
  2. Armytek
    Eventuell hat nur die Schutzschaltung ausgelöst. Man kann versuchen, sie zu resetten. Dann sollte der Akku wieder funktionieren.
     
  3. Ich sach's ja immer: Schutzschaltung ist für Mädchen... und Ursache für jeden zweiten Thread... duck&weg...
     
  4. Acebeam
    Ja, kannst Du.

    Du verzichtest halt nur auf den eigenen Schutz des Akku.

    Die Ladefunktion sollte nicht das Problem sein, ich weiß nur nicht, ob die Lampe vor Tiefenentladung des Akku schützt. Die Lampe hat ja eine gute Anzeige der Akkuspannung, aber nicht im Advanced Tactical Mode und es steht nichts in der Anleitung, dass die Lampe bei zu niedriger Spannung abschaltet.

    Also immer schön auf den "Battery Indicator" am Seitenschalter achten.

    Gruß Ulrich
     
  5. Hmm, kann es unter Umständen sein, dass einfach nur die Schutzschaltung des Akkus ausgelöst hat?

    Normalerweise sterben Lithium-Akkus nicht von heute auf morgen einfach so weg. Es kann natürlich auch sein, dass die Schutzschaltung einen Defekt hat und daher keine Spannung mehr zu messen ist.

    So oder so ist es gut möglich, dass die eigentliche Zelle noch in Ordnung ist.
    Vorsicht ist im Umgang mit Lithium-Akkus immer ein guter Ratgeber und daher rate ich auch zu Vorsicht, insbesondere wenn man (noch) unerfahren ist.

    Wer über Erfahrung mit Lithium-Akkus verfügt und vom Grundsatz her verantwortungsvoll und vorsichtig mit Akkus umgeht, kann auch auf geschützte Akkus verzichten, sollte das aber lieber nur tun, wenn die Taschenlampen zumindest eine LVP (low voltage protection) haben.
    Schutz vor Überlastung bedeutet auch Schutz beim versehentlichen Kurzschluss.
    Und daher ist das keineswegs irrelevant. Durch einen Defekt in der Treiberschaltung kann es u.U. zu einem Kurzschluss kommen und der geschützte Akku schaltet dann ab und es passiert nichts.
    Der ungeschützte Akku könnte dann in der Lampe hochgehen.

    Und manche der Klarus-Lampen sind für eine anfällige Elektronik bekannt....
    Doch, die Ladeschaltung in der Lampe überwacht das schon alles korrekt, aber mit einem geschützten Akku zieht man sich eine zusätzliche Schutzebene ein.
    Ja, richtig während des Betriebs wird die Akkuspannung überwacht.
    Nein, der Ladekontrollchip hat schon eine vernünftige Regelung mit einer Kennlinie, die passend für Lithium-Akkus ist.
    Andererseits aber ist der der Chip auch ein Billigbauteil für wenige Cent.

    Die zusätzliche Schutzebene durch die Verwendung eines geschützten Akkus macht Sinn, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Lampe mit eingebautem Akku eine potenzielle Rohrbombe darstellt.
    Der Lampe ist das egal, die kann nicht erkennen ob ein geschützter oder ungeschützter Akku drinsteckt. Sie behandelt alle Akkus gleich.

    Um mal ein Beispiel aus deiner Lebenswirklichkeit zu nennen:
    Trägst du im Labor immer eine Schutzbrille?
    Ich würde mal "ja" schätzen (zumindest habe ich das immer getan und tue es tagtäglich) und so ist es mit den geschützten Akkus.
    Die Schutzbrille im Labor ist eine prophylaktische Schutzmaßnahme falls mal etwas passieren sollte. Und die Schutzschaltung am Akkus ist ebenso eine prophylaktische Schutzmaßnahme falls mal die anderen Schutzfunktionen (z.B. in der Lampe oder im Ladegerät) versagen sollten.

    Es gibt hier Leute die so tun, als wären die Schutzschaltungen total unnütz und nur was für alberne Weichlinge. Die tönen dann gerne herum, dass sie seit Jahren ungeschützte Lithium-Akkus verwenden und noch nie was passiert sei.
    Und manche von denen empfehlen das dann auch ziemlich unkritisch weiter, ohne sich um den Erfahrungshintergrund der Fragesteller zu scheren.

    Es gibt aber auch Leute, die seit Jahren ohne Kondome in der Gegend rumvögeln, ohne sich eine SÜK eingefangen zu haben. Ist das deshalb nachahmenswert?
    Es gibt auch Typen, die ohne Helm Motorrad fahren. Sollte man sich die zum Vorbild nehmen?

    Ja, das sind plakative und provokante Beispiele und ich möchte ungeschützte Akkus nicht verteufeln (ich habe selbst welche)!
    Aber man sollte sie nur verwenden, wenn man sich aller Risiken stets bewusst ist und bereit ist, sich in die potenziell höhere Gefahr zu begeben (und ggf. auch die Familie mit hineinzuziehen).
     
    Lampion Zwo, Strapper, kirschm und 3 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  6. Vielen Dank, das ging echt schnell!

    Ich denke das beantwortet meine Fragen. Es funktioniert also, aber es bleibt ein Restrisiko. Wenn man bedenkt, dass die Klarus als wasserdicht beworben wird, wäre dies dann ein Fall von Rohrbombe. Da lohnt es sich wohl ein paar Euro mehr auszugeben. Die Akkuträger von vielen Dampfen haben ja zumindest noch Entgasungslöcher.

    Den kaputten Akku habe ich mir jetzt noch mal angeschaut. "Resetten" habe ich so verstanden, dass man einen kurzen Ladepuls mit dem Ladegerät auf den Akku gibt. Da ich kein Ladegerät habe, habe ich nochmal versucht, den Akku in der Lampe zu laden, leider hat sie wieder "Fehler" (gelbes Flackern) angezeigt wie die Male davor. Nun habe ich es einfach öfter probiert, also stumpfsinnig Lampe aufgeschraubt, Akku rausgenommen, Akku wieder rein, zugeschraubt und ans Ladekabel. Und siehe da, nach einem halben Dutzend Versuchen ging es wieder. Jetzt ist der Akku geladen und die Lampe funktioniert. Irgendwie seltsam, aber andererseits ist das jetzt nicht das erste Gerät, das man bei Problemen einfach ganz oft neustarten muss.

    Also: Problem gelöst und noch was dazu gelernt. Vielen Dank!

    Liebe Grüße
    Quentin
     
  7. Ich glaube nicht, dass die Ladeeinheit in der Lampe das Problem ist... Wenn an dem Akku wirklich 0 Volt waren, dann hatte der Akku nicht Null Volt, sondern die Aktivierung der Schutzschaltung des Akkus hat die 'Kabel gekappt' (works as designed). Manche Ladegeräte (und auch die internen in einer Lampe) können die Schutzschaltung reaktivieren, manche halt nicht... oder erst nach mehreren Versuchen...

    Man kann die Schutzschaltung (mit Hilfe eines zweiten Akkus) auch selbst reaktivieren: Minus an Minus der beiden Akkus (Metall, Alufolie) und dann kurz Plus an Plus...
     
  8. Ja, es ist mit ungeschützten Akkus ein größeres Restrisiko vorhanden als bei der Verwendung von geschützten Akkus, aber zaubern können die geschützten Akkus natürlich auch nicht!

    Und was die Rohrbombe angeht: Ja, prinzipiell ist das schon so, Entgasungslöcher gibt es in TaLas im Regelfall nicht, aber es ist nun auch nicht so, dass alle paar Tagen irgendwo jemand Körperteile aufgrund explodierender Taschenlampen verliert...
    Das muss jeder selbst entscheiden, tendenziell hat man eben eine höhere Sicherheit.
    Ja, aber es gibt noch eine händische Methode, die etwas hemdsärmelig wirkt, aber sonst gut funktioniert.
    Das habe ich mal hier beschrieben, vielleicht nützlich für die Zukunft.
    Na das ist doch gut, Glück gehabt!
     
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