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Kombi DLYFULL T5 Testladegerät

Unheard

Flashaholic**
6 November 2017
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Dlyfull T5: Li-Ion und NiMH/NiCd Ladegerät

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Abb.: 20700-Zelle im T5; erster Ladevorgang des Modus TEST

Jeff von Dlyfull (@placebo war so freundlich, mir Aussprache-Nachhilfe zu geben: dlüff-fuhl) hat im Forum öffentlich nach Produkttestern gesucht. Für den Bereich Ladegeräte habe ich mich angeboten. Im Ergebnis hat Jeff mir das T5 zukommen lassen, ein Ladegerät für Li-Ion-, NiMH- und NiCd-Zellen. Vergleichbar ist das Ladegerät mit LiitoKalas Lii-500, das ich in diesem Bericht gelegentlich zu Vergleichszwecken heranziehen werde [weil es mir als einziges anderes Gerät dieser Art bekannt ist :oops:].

Wie immer kann ich hier mangels vertieften Fachkenntnissen und Messwerkzeugen nur meine Eindrücke schildern und auf das hinweisen, was mir besonders aufgefallen ist.

Achtung: Hier werden Akkus gequält, wie man in obiger Abbildung schon erkennen kann. Nicht nur vollgeladen werden sie, meine Zellen habe ich zum Testen viel zu früh geladen, teilweise hatten sie noch 4 V!

Verpackung und Lieferumfang
Geliefert wird das Ladegerät in einer Verpackung aus Pappe; Adapter und Hauptgerät sind in Luftpolsterfolie verpackt, auf der Flüssigkristallanzeige klebt ein Stück Folie. Das ginge ökologisch besser, der Verzicht auf eine vollständig deckende Hochglanzlackierung gefällt mir aber.

Das Handbuch ist auf hochglänzend gestrichenem Papier gedruckt, was die Alterungsbeständigkeit begünstigt. Eure Nachfahren werden wissen, wie das Gerät einst funktioniert hatte. Das ist großartig. Seidenmattes Finish oder Naturpapier wären jedoch zugunsten der Lesbarkeit vorzuziehen gewesen.

Mein geschulter Geruchssinn stellt Papparoma, normale Druckfarben und die herrlichen Düfte, die auch elektronischen Geräten Made in EU entströmen, fest. Alles in bester Ordnung.

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Abb.: Ja mei, passt scho (Jeff: Yes, I’m happy)

Handbuch
Das Handbuch ist geklammert und mehrsprachig. Die Übersetzungen ins Deutsche sind sehr gut, auch wenn die Terminologie und einzelne Wörter teilweise aus dem Englischen entnommen wurden (Slot statt Schacht, Specification [sic] statt Spezifikationen).

Die Handlungsanweisungen sind klar formuliert, Warnhinweise aber etwas lieblos und ohne Einhaltung von Standards ans Ende des Handbuchs gesetzt. Vertiefte Informationen über die Prozesse sind nicht enthalten, die Firmen-IP bleibt im Haus.

Der Fließtext ist serifenlos und wenigstens zum größten Teil in 8pt gesetzt. Das ist auch für meine unbewehrten 52 Jahre alten Augen sehr gut zu lesen. Exzellent!

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Abb.: Das Typometer weist eine 8pt Schriftart für den Fließtext aus

Lad- / testbare Zellen und Schachtmechanik
Das T5 ist aus Gründen der Gehäusegeometrie deutlich leichter zu beladen als das Lii-500. Die Federwege sind allerdings ähnlich, soweit in beiden Fällen 16340er Zellen die Verwendung nach unten und ungeschützte 2x700er Zellen jene nach oben beschränken. Die äußeren Schächte nehmen 26650er Zellen auf, ohne dass die inneren Schächte blockiert werden. Das gefällt mir gut. Lediglich die Kontaktflächen führen zu einem recht abenteuerlichen Anblick eingelegter Zellen mit rundlichen Polen. Aber sie halten ihre Position. Und den Kontakt!

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Abb.: Etwas weniger gefällig ist der Sitz der Zellen an den Kontakten. Deren Design hat potential

Dlyfull T5LiitoKala Lii-500
Min. Zellenlänge33 mm31 mm
Max. Zellenlänge72 mm70 mm
Schachtbreite2 x 22 mm / 2 x 29 mm4 x 18,5 mm

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Abb.: Die geschützte Keeppower 16340er Zelle passt und sitzt gut; die 14300er Zelle aus Folomovs EDC C2 benötigt zum Kontaktschluss die Hilfe von Magneten

Technische Daten
Das Handbuch gibt einen Minimalverbrauch von 28 Watt an. Ich kann den nicht nachmessen, halte die Angabe aber für einen Fehler. Ich habe Jeff gebeten, das intern zu klären. Sollte die Angabe stimmen, ist von einem permanenten Anschluss an das Netz abzuraten. Das wäre sehr schade

Das Netzteil liefert zwar 36 Watt, das T5 ist aber leider nicht in der Lage, damit vier Zellen mit dem maximalen Ladestrom von 2 A zu versorgen. Nach zwei Zellen stößt der freie Wille an die Grenzen des Machbaren.

Vier verheiratete Zellen können mit einem Ampere, drei davon mit immerhin 1,5 Ampere gemeinsam geladen werden. Das sollte man im Vorfeld bedenken, bevor man den Stromfluss überoptimistisch wählt und seine Zellen damit qualitativ auseinanderbringt.

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Abb.: Das Handbuch macht einen in jedem Sinne glänzenden Eindruck

USB-Anschluss
Das T5 kann als mobile Stromversorgung für Telefone usw. verwendet werden, wozu natürlich Akkus eingelegt sein müssen.

Leider liefert der USB-Anschluss im Leerlaufbetrieb keinen Strom, was auch beim Lii-500 der Fall ist. Ich finde das schade und eine verschenkte Gelegenheit, stationär noch einen Ladepunkt zur Verfügung zu stellen, ohne eine weitere Steckdose zu blockieren.

Anzeige
Inverse Flüssigkristallanzeige, Weiß auf Blau; dauerhaft beleuchtet mit zwei automatisch gewählten Helligkeitsstufen (Bedienung/Standby). Das sieht gut aus und lässt den Nutzer jederzeit auch bei geringer Raumbeleuchtung die Anzeige ablesen, ohne dass die Hintergrundbeleuchtung zu grell wäre. Ich mag solche Schnittstellen, wenn sie gut funktionieren. Diese hat aber einen Mangel: Die Beleuchtung geht wirklich niemals aus, während das T5 angeschlossen ist. Gut wäre gewesen, sie würde automatisch abschalten, sobald die Schächte für mehr als ein paar Minuten leer sind.

Abzulesen sind jeweils die Daten zu einer einzigen eingelegten Zelle, die Taste DISPLAY erlaubt das Durchschalten durch die Schächte.

Funktionen
Laden (Anzeige: CHARGE)
Im T5 gilt der aktuell eingestellte Ladestrom für alle zuvor eingelegten Akkus, deren Ladevorgang noch nicht begonnen hat. Auf deutsch: Man lege z.B. vier verheiratete Akkus nacheinander in das Ladegerät und stelle den Strom für die zuletzt eingelegte Zelle ein. Im Ergebnis werden alle Akkus mit diesem Strom geladen. Da das Ladegerät seinem Nutzer mit 8 Sekunden genügend Zeit lässt, die Zellen einzulegen und den Ladestrom auszuwählen, gestaltet sich der Prozess stressfrei und ist eine willkommene Abkürzung.

Entladen (Anzeige: DISCHARGE)
Entladen wird generell mit 500 mA. Mein bereits dem TEST (s.u.) unterzogener 20700er Akku musste erneut herhalten, um die Schlussspannung zu ermitteln. Nach verbratenen 2662 mAh hatte die entnommene Zelle 3,1 V. Angezeigt war im T5 2,8 V, Ausgangs-Leerlaufspannung war 4,19 V.

Testen (Anzeige: TEST)
Im Modus TEST wird die Zelle geladen, entladen und wieder geladen. Während des Entladens wird die Kapazität bestimmt, die die Zelle bei Entnahme von konstant 500 mA hat. Mein alter 20700 ist auf ca. 3 Ah gemessen worden, was plausibel ist.

Einen FAST-Test, in dem die Kapazität während des Ladens geschätzt wird (Lii-500), gibt es nicht. Und das ist gut so, finde ich.

Li-Ion-Ladeschluss
Das Lii-500 hat den bedeutenden Makel, Zellen, die nach Ladeschluss im Gerät verbleiben, zu überladen. Anlass genug, mir das beim T5 anzusehen. Eingelegt habe ich vier ungeschützte Samsung Zellen (2500 mAh), fabrikneu verheiratet für meine Q8 und mit nur zwei Ladezyklen.

Zelle1234
Ausgangsspannung3,88 V3,88 V3,88 V3,88 V
Spannung u. innerer Widerstand nach dem Einlegen lt. T53,97 V / 42 mOhm3,96 V / 29 mOhm3,96 V / 32 mOhm4,09 V / 97 mOhm
Spannung nach Ladeende lt. T54,2 V4,2 V4,2 V4,2 V
Spannung nach Ladeende lt. Multimeter4,22 V4,22 V4,22 V4,22 V
Spannung 24 Std. nach Ladeende lt. Multimeter4,22 V4,22 V4,22 V4,22 V
Spannung 24 Std. nach Ladeende lt. Multimeter (außerhalb des T5 gemessen)4,22 V4,22 V4,22 V4,22 V

Nach 24 Stunden steht noch END in der Anzeige zu lesen und die Zellen haben nach wie vor 4,22 V. Ein weiteres Laden erfolgt also nicht.

N.B.: Das Multimeter ist nur ein billiges DT830B mit über 20 Dienstjahren in meinem Haushalt.

NiMH-Ladeschluss
Drei meiner weißen Eneloops mussten zum Tanz auf dem Vulkan antreten. Das Lii-500 hat bereits erhebliche Schwierigkeiten bei der Ladeschluss-Erkennenung von NiMHs gezeigt, sogar ein Panasonic Ladegerät für Eneloops versagte an genau diesen Typ. Nur das Dlyfull D1 (der Autor berichtete) konnte hier bislang überzeugen.

Drei 900 mAh Akkus aus einem Bewegungsmelder mit Licht starteten ins Rennen mit 1,2 bis 1,21 V. Nach 1h43’ bis 1h52’ bei einem halben Ampere Ladestrom war das Ding durch. An die Zellen abgegeben wurden nicht ganz 900 mAh und das Multimeter zeigte zwischen 1,44 und 1,45 V Leerlaufspannung. Das ist alles plausibel und darum finde ich das gut.

Fazit
Das T5 lädt fast alle aktuell wichtigen Zellen und erlaubt sich dabei keine groben Fehler. Das alleine rechtfertigt meiner Meinung nach nicht die Mehrausgabe von 10 EUR gegenüber dem Budget-Standard Lii-500 des Konkurrenten LiitoKala.

Wer aktuell ein Ladegerät anschaffen muss, ist mit beiden Geräten im Rahmen ihrer Spezifikationen gut bedient (beachte: Keine geschützten 2X700 Zellen!) Ob es das T5 sein soll, entscheidet sich an wenigen Kriterien. Verbleiben die Zellen nach dem Laden auch nur potentiell noch eine Weile im Lader, ist das Lii-500, das sich ansonsten mit einem kleineren minimalen Ladestrom hervortut, völlig ungeeignet bis gefährlich. Auch NiMH-Zellen würde ich eher im T5 laden.

Man muss allerdings feststellen, dass das Ladegerät nicht mehr zeitgemäß ist. 21700er Zellen stehen nicht nur vor der Tür, sie sind bereits in unsere Geräte eingezogen. Die für manche interessanten geschützten und/oder mit Ladeport versehenen Zellen haben im T5 wie auch im Lii-500 das Nachsehen.

Sinnvolle Technologie wie eine einstellbare Ladeschluss-Spannung, die aktuell in den Foren diskutiert wird, sucht man natürlich ebenso vergebens. Aber hier ist Besserung insbesondere bei Fa. Dlyfull zu erwarten, die aktuell eine Rolle bei der Konzeptionierung und hoffentlich Herstellung eines modernen Ladegeräts spielt (BLF). Da freue ich mich drauf.

Positiv
  • NiMH Ladeschluss gut gewählt
  • kein Überladen
  • beleuchtete Anzeige nach Ladeschluss
Negativ
  • Minimaler Ladestrom ist mit 500 mA recht hoch
  • USB Anschluss nicht als Ladepunkt verwendbar
  • beleuchtete Anzeige nach Entnahme aller Akkus
  • Steckernetzteil (ich bevorzuge den direkten Anschluss an das Hausnetz)

Danke fürs Lesen :). Fragen? Also solche, die ich beantworten kann? :D
 
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Lux-Perpetua

Flashaholic**
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Acebeam
Danke für das interessante und differenziert bewertete Review @Unheard. :thumbup:

Im BLF läuft gerade eine Umfrage zum BLF UC4 Ladegerät, welches @Dlyfull entwickeln wird. Dort wird abgefragt, ob auch geschützte 21700 Zellen (> 76mm) hineinpassen sollen. Es bleibt zu hoffen, dass die Umfrage deutlich signalisiert, dass es ein berechtigtes Interesse für die Unterstützung langer (geschützter) 21700-Akkus wie bspw. den Rofis 21700 5.000mAh aus der MR30 (enthält einen LG M50T) gibt.

http://budgetlightforum.com/node/69165
 
  • Danke
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Unheard

Flashaholic**
6 November 2017
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Raffnixhausen
Im BLF läuft gerade eine Umfrage zum BLF UC4 Ladegerät, welches @Dlyfull entwickeln wird. Dort wird abgefragt, ob auch geschützte 21700 Zellen (> 76mm) hineinpassen sollen. Es bleibt zu hoffen, dass die Umfrage deutlich signalisiert, dass es ein berechtigtes Interesse für die Unterstützung langer (geschützter) 21700-Akkus wie bspw. den Rofis 21700 5.000mAh aus der MR30 (enthält einen LG M50T) gibt.

http://budgetlightforum.com/node/69165
Die Umfrage ist bereits geschlossen! :(
 

Lux-Perpetua

Flashaholic**
19 Januar 2018
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Stimmt. Zum Glück fiel das Ergebnis zugunsten der längeren Ladeschächte aus. Es bleibt zu hoffen, dass 56 Stimmen repräsentativ genug sind, um @Dlyfull zu überzeugen. ;)
 

Dlyfull

Hersteller
21 Juni 2019
88
50
18
Shenzhen
www.dlyfull.com
Stimmt. Zum Glück fiel das Ergebnis zugunsten der längeren Ladeschächte aus. Es bleibt zu hoffen, dass 56 Stimmen repräsentativ genug sind, um @Dlyfull zu überzeugen. ;)
Dlyfull is here :), we received the final detailed research report from BLF and we will check with company. Is it possible for us to make this charger with that price .

So once my company decide invest to do this charger, we will make the notice at BLF.

Best regards,

Jeff
 

Lux-Perpetua

Flashaholic**
19 Januar 2018
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Jeff, I really hope those $ 50 as a maximum price will not be limiting the chances to make it happen. Personally, I would have preferred a pricing level of $ 100, enabling considerably more options for handpicked, best components and maximum accuracy (e.g. manual voltage calibration). Anyway, if the UC4 becomes a story of success, maybe later there's a chance for an UC4 "Deluxe" that will let SkyRC's MC3000 become obsolete. :D
 
  • Danke
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G

Gelöschtes Mitglied 4431

Guest
So once my company decide invest to do this charger, we will make the notice at BLF.
@Dlyfull yes BLF is the right place with all the lists, polls, updates, and thanks!
Maybe your company can manage to know/decide after Chinese New Year whether they will invest plans and money in the BLF charger idea or not? :cool:
We can wait the 5 more months until your company's decision, no problem.

HKJ reviewed your B2 Battery Tester, and it got the best test results, congrats!! :thumbup::klatschen:
http://budgetlightforum.com/node/69251
 
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