[Diskussion] RAW Fotos mit dem Handy

Roccolino

Flashaholic*
26 August 2024
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Monsaraz - Portugal
Ich sehe den Beitrag erst heute. Somit ist eigentlich alles richtig gemacht, was die Wahl der Lampe betrifft. Ein paar Tipps noch zur Fotografie an sich.
Ich beleuchte auch hin und wieder Szenerien mit der Tala. Ich nutze dafür auch gerne das Handy, bei mir ist das ein Samsung S23 Ultra. Dieses kann ich mit dem Stift je nach Umgebung und freier Sicht bis zu 15m weit fernauslösen. Ich kann also das Handy fixieren und mit der Lampe die Beleuchtung probieren, wenns passt, löse ich aus. Ggf geht sowas bei deinem Smarty nicht, aber dafür kann man dann einen Beleuchter mitnehmen. Man selber bedient das Handy und seine Einstellungen, dabei dirigiert man dann den zweiten Mann mit der Lampe. Helligkeit, Licht- und Schattenspiele, etc.
Das Handy habe ich dabei immer auf Automatik und jpeg. Ggf nutze ich Filter oder Voreinstellungen wie den Nachtmodus und ein Stativ.
Was ich nie nutze, ist der Expertenmodus und noch seltener RAW. Ich kenne kein Handy, was echte RAW produziert, die man in LR, DXO oder ähnlichen Programmen vernünftig nachbearbeiten kann. Die Handys produzieren ein normales jpeg und legen eine RAW Routine drüber. Dieses nachzubearbeiten und dabei wenigstens die Ergebnisse zu erzielen, die die Handyautomatik schon per Knopfdruck liefert, ist extrem aufwendig und in den meisten Fällen gar unmöglich. Ich bezeichne das als Verkaufsgimmik ohne Nutzen.
Ein Handy lebt von seiner unglaublich perfektionierten Software, die die Kleinstsensoren zu erstaunlichen Leistungen beflügelt. In diesem Bereich gebe ich gerne zu, dass die Ingenieure in Fernost besser Arbeit leisten, als ich am PC.
Wenn ich was nachbearbeite, dann am PC den Beschnitt, Belichtung, Farben etc direkt am jpeg aus der Kamera.
Wenn ich dann mit einer Fotokamera arbeite, bei mir ist das eine Olympus E-M1/II, dann stehen mir ganz andere Möglichkeiten offen. Ich kann richtige RAW erzeugen, ich habe über alle Funktionen die volle Kontrolle, ich kann eine Blitzanlage steuern, und ggf kann ich auch den grünen Modus nutzen oder eine andere Automatik, was Profis gerne tun ;)
 
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MarcoPolo86c

Flashaholic**
13 November 2012
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Hagen am Teutoburger Wald
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Ich habe tatsächlich nicht gewusst, dass das Handy quasi nur ein JPEG mit RAW-Nachbearbeitung produziert.
Ich habe bis vor kurzen immer nur im Automatikmodus fotografiert, wie du schon beschrieben hast, laufen das ja viele Algorithmen und Künstliche Intelligenzen ab, welche erst das Foto richtig "interessant" macht.
Was mittlerweile dabei rauskommt ist schon erstaunlich.

Ich nutze aktuell ein Oppo Find X8 Pro und bin immer wieder über die Qualität erstaunt.
Auf RAW bin ich gewechselt, weil man immer wieder hört, richtige Profis fotografieren in RAW und alles andere ist quasi kein richtiges fotografieren.

Was ist sagen muss, die letzten Fotos die ich auf einem Lost Places geschossen habe in RAW und zusätzlich nochmals im Automatikmodus, habe ich beide mal versucht in Lightroom zu bearbeiten, allerdings auch nur direkt auf dem Handy.
Die Fotos in RAW ließen sich wesentlich besser bearbeiten und mir den Ergebnissen war ich zufrieden.
Allerdings bin ich hier auch absoluter Anfänger und habe experimentiert ohne wirklich zu wissen, was ich da mache.

Natürlich weiß ich schon was ISO, Weißabgleich usw. sind, allerdings ist das Programm für mich absolutes Neuland.
Ich habe kein Vergleich zu RAW direkt aus einer Kamera und Lightroom am PC.
Meine Sony-ZV1 habe ich leider vor einiger Zeit verkauft, hatte die aber nur zum filmen benutzt.
Im Endeffekt hätte ich jetzt doch gerne mal etwas experimentiert.

Gerade Modelle wie das Vivo X300 Ultra sind hier in Europa zwar noch eher unbekannt, zeigen aber schon ziemlich eindrucksvoll, was mittlerweile möglich ist beim Smarthone. In gewissen Bereichen kommt man damit von der Bildqualität schon erstaunlich nah an kleinere APS-C Kameras heran.

Ich habe mich heute das Oppo Find X9 Ultra bestellt, war am schwanken zwischen dem Oppo und dem Vivo X300 Ultra.
Das Gesamtpaket beim Oppo hatte mich aber mehr angesprochen, vor allem aber auch der etwas "günstigere" Preis.

Bin gespannt, was dass Handy abliefert.
 
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Ruby

Stammgast
17 Juli 2011
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...Ich kenne kein Handy, was echte RAW produziert, die man in LR, DXO oder ähnlichen Programmen vernünftig nachbearbeiten kann. Die Handys produzieren ein normales jpeg und legen eine RAW Routine drüber. Dieses nachzubearbeiten und dabei wenigstens die Ergebnisse zu erzielen, die die Handyautomatik schon per ...
Also ich kann nur für Apple sprechen, aber da haben die RAWs defnitiv einen höheren Dynamikumfang im Vergleich zu den JPGs. Das habe ich mehrfach in dunklen Szenen mit hellen Lichtern/Gegenlicht ausprobiert und seitdem nutz ich in solch Momenten immer das RAW Format.
 

singlecell

Flashaholic**
15 Dezember 2022
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Es gibt durchaus Smartphones, die brauchbare RAWs liefern – meistens allerdings nicht über die Standard-Kamera-App. Das Kurioseste, was ich hatte, war ein Redmi, das RAWs ausgerechnet über die Selfie-Cam ausgeben konnte, aber nicht über die Hauptkamera.
Die Nachbearbeitung von JPGs ohne RAW ist in Lightroom mittlerweile verhältnismäßig gut, allerdings fehlen für echte Belichtungskorrekturen die Bits.
Für Beamshots teile daher fast nur noch meine subjektiven Eindrücke nachbearbeitet mit. Denn neben der Kamera spielt mir das eigene Auge auch oft Streiche. Sehr dunkles Licht wirkt mit der Adaption irgendwann vergleichsweise hell während tausende Lumen nach ein paar Sekunden ganz normal wirken.

Aber eins wundert mich immer: Warum so viele bier bei Beamshots einen manuellen Weißabgleich machen, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel und meiner Meinung nach auch schlicht falsch. Ein Weißabgleich gehört in die Produktfotografie, damit Artikel im Katalog trotz unterschiedlicher Lichtquellen (z. B. Kunstlicht vs. Tageslichtanteil) immer exakt dieselbe Farbe behalten. Wenn ich aber die spezifische Lichtqualität und den realen Tint einer Taschenlampe einfangen will, verfälsche ich das Ergebnis durch einen Weißabgleich komplett. Nur weil die Kamera oder Lightroom die Funktion bietet, muss man sie hier nicht zwangsweise nutzen. Wenn ich eine 4000K-LED fotografiere und den Weißabgleich in Lightroom stur auf 4000K stelle, kommt am Ende nur Müll raus – dafür ist die Funktion nicht gedacht! Gerade bei Beamshots wären die unverfälschten Sensordaten, also RAW, deutlich aussagekräftiger, um die echte Lichtfarbe zu beurteilen.
 

Pisco Sour

Flashaholic
18 April 2026
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28
OT:
Samsung:
RAW-Format aktivieren
Pro-Modus: Öffnen Sie die Kamera, wischen Sie zu Mehr und wählen Sie Pro. Tippen Sie oben auf das Bildformat-Symbol (z. B. JPG) und stellen Sie es auf RAW oder RAW und JPEG um.
Expert-Modus: Wählen Sie in der Kamera unter Mehr den Modus Expert RAW. Nach einer kurzen Installation fotografieren Sie direkt im verlustfreien 16-Bit-DNG-Format, das sich ideal für die Nachbearbeitung (zum Beispiel in Adobe Lightroom) eignet.
Soviel zum Thema ...Was ich nie nutze, ist der Expertenmodus und noch seltener RAW. Ich kenne kein Handy, was echte RAW produziert, die man in LR, DXO oder ähnlichen Programmen vernünftig nachbearbeiten kann. Die Handys produzieren ein normales jpeg und legen eine RAW Routine drüber.
 

Roccolino

Flashaholic*
26 August 2024
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Monsaraz - Portugal
Afaik sind v.a. die iPhones und die Google Pixels zu richtigen RAWs in der Lage. Ich würde Mal vermuten, dass Samsung bei den Flaggschiffen das auch kann. Vielleicht sollten wir die Diskussion über Handys und RAWs aber auslagern (lassen).
Klar kann Samsung das. Das ändert jedoch nichts an meiner Aussage. RAW beim Handy ist und bleibt zu 99% kontraproduktive Zeitverschwendung.
Mit dem RAW aus dem Handy schmeiße ich sämtliche kamerainternen Algorithmen über Bord. Ich habe dann die Aufgabe, per LR, DXO oder anderen dies zu rekonstruieren und dann noch zu übertreffen. Ich bin seit fast 20 Jahren einer von denen, die mit Fotos Geld verdienen, zwar nur nebenbei, aber immerhin bringt es das mit sich, dass mir Bearbeitung von Fotos nicht fremd ist.
In den Handy-RAW sind auch schon diverse interne Bearbeitungsschritte angewandt. Einiges ist tatsächlich roh, zum Beispiel Schärfungen, Kontraste oder Farben, etc.
Manches kann ich dann nachträglich nach eigenem Geschmack selber bestimmen. Anderes fehlt dann aber. So erkennt das Handy Szenerien und Motive und wendet die fotografischen Regeln an. Gesichter werden erkannt, bei Sonnenuntergängen wird Himmel und Erde optimiert und schon im Foto selbst durch Belichtungsdauer und entsprechende Filter in Millisekunden treffend bestimmt. Es ist auch komplett erstaunlich, wie genial Milchstraße im Nachthimmel aus der Hand gelingt, viel Spaß bei einem RAW
Habe ich Sonderwünsche, wähle ich spezielle Apps oder Filter. Aber die Sachen aus einem Handy-RAW zu erstellen?
Bei RAW aus meinen Systemkameras kein Ding, aber beim Handy tue ich mir das nicht an.
 
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DaHamstah

Flashaholic**
2 Mai 2013
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Klar kann Samsung das. Das ändert jedoch nichts an meiner Aussage. RAW beim Handy ist und bleibt zu 99% kontraproduktive Zeitverschwendung.
Mit dem RAW aus dem Handy schmeiße ich sämtliche kamerainternen Algorithmen über Bord. Ich habe dann die Aufgabe, per LR, DXO oder anderen dies zu rekonstruieren und dann noch zu übertreffen. Ich bin seit fast 20 Jahren einer von denen, die mit Fotos Geld verdienen, zwar nur nebenbei, aber immerhin bringt es das mit sich, dass mir Bearbeitung von Fotos nicht fremd ist.
In den Handy-RAW sind auch schon diverse interne Bearbeitungsschritte angewandt. Einiges ist tatsächlich roh, zum Beispiel Schärfungen, Kontraste oder Farben, etc.
Manches kann ich dann nachträglich nach eigenem Geschmack selber bestimmen. Anderes fehlt dann aber. So erkennt das Handy Szenerien und Motive und wendet die fotografischen Regeln an. Gesichter werden erkannt, bei Sonnenuntergängen wird Himmel und Erde optimiert und schon im Foto selbst durch Belichtungsdauer und entsprechende Filter in Millisekunden treffend bestimmt. Es ist auch komplett erstaunlich, wie genial Milchstraße im Nachthimmel aus der Hand gelingt, viel Spaß bei einem RAW
Habe ich Sonderwünsche, wähle ich spezielle Apps oder Filter. Aber die Sachen aus einem Handy-RAW zu erstellen?
Bei RAW aus meinen Systemkameras kein Ding, aber beim Handy tue ich mir das nicht an.
Joa, zwingt dich ja keiner. Meine Aussage war ja nur, dass es Handys gibt, die vernünftige RAWs produzieren. Ob man es nutzt oder nicht ist das andere - ich bin für seltene Fälle froh um die Möglichkeit, bei 99% der Fotos ist RAW aus.

Übrigens nehmen auch Systemkameras häufig schon z.B. Objektivkorrekturen in den RAWs vor.
 
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Flummi

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26 Oktober 2015
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Klar kann Samsung das. Das ändert jedoch nichts an meiner Aussage. RAW beim Handy ist und bleibt zu 99% kontraproduktive Zeitverschwendung.
Mit dem RAW aus dem Handy schmeiße ich sämtliche kamerainternen Algorithmen über Bord. Ich habe dann die Aufgabe, per LR, DXO oder anderen dies zu rekonstruieren und dann noch zu übertreffen. Ich bin seit fast 20 Jahren einer von denen, die mit Fotos Geld verdienen, zwar nur nebenbei, aber immerhin bringt es das mit sich, dass mir Bearbeitung von Fotos nicht fremd ist.
In den Handy-RAW sind auch schon diverse interne Bearbeitungsschritte angewandt. Einiges ist tatsächlich roh, zum Beispiel Schärfungen, Kontraste oder Farben, etc.
Manches kann ich dann nachträglich nach eigenem Geschmack selber bestimmen. Anderes fehlt dann aber. So erkennt das Handy Szenerien und Motive und wendet die fotografischen Regeln an. Gesichter werden erkannt, bei Sonnenuntergängen wird Himmel und Erde optimiert und schon im Foto selbst durch Belichtungsdauer und entsprechende Filter in Millisekunden treffend bestimmt. Es ist auch komplett erstaunlich, wie genial Milchstraße im Nachthimmel aus der Hand gelingt, viel Spaß bei einem RAW
Habe ich Sonderwünsche, wähle ich spezielle Apps oder Filter. Aber die Sachen aus einem Handy-RAW zu erstellen?
Bei RAW aus meinen Systemkameras kein Ding, aber beim Handy tue ich mir das nicht an.
Erstaunlich, dass jemand "der damit Geld verdient" sich so auf Kamera-Automatiken verlässt. Oder sagen wir besser, diesen Automatiken bessere Ergebnisse zutraut.
Wenn ich selbst in Raw nachbearbeite, weiß ich an welchen Stellen ich die Realität "verbiege". Bei den Smartphone-KI-Automatiken weiß ich das nicht. Da kann im Portrait schon ein Pickel verschwinden, ohne dass man das weiß.

Waren es Apple iPhones, die einen beleuchteten Tischtennisball im Bild mit wunderschönen Mond-Kratern versehen haben?
 
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Roccolino

Flashaholic*
26 August 2024
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Erstaunlich, dass jemand "der damit Geld verdient" sich so auf Kamera-Automatiken verlässt. Oder sagen wir besser, diesen Automatiken bessere Ergebnisse zutraut.
Dieses Argument verfolgt mich schon mein ganzes Leben. Ganz frühe Diskussionen begannen mit dem Spruch "ein Profi nutzt keinen Autofokus"
 

MarcoPolo86c

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13 November 2012
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Früher hieß es auch, man kann mit Smartphones keine Fotos oder Videos machen, zumindest nicht auf höherem Niveau.
Natürlich ersetzt ein Smartphone keine vollwertige Kamera, mittlerweile sind die aus meiner Sicht aber so gut, dass man schon sehr gute Fotos damit machen kann.
Oder auch Videos.
 

Flummi

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26 Oktober 2015
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Ich zweifle gar nicht an, dass man mit Smartphones "gute" Bilder und Videos machen kann.
Wenn die KI drei Gesichter erkennt und nun Blende und Fokus so wählt, dass die drei Gesichter möglichst scharf abgebildet werden, so ist das toll und nimmt dem Fotografen Arbeit ab (berechnet noch jemand die hyperfokale Distanz?).

Etwas bedenklich finde ich (ungefragte) Veränderungen der Realität im Bild. Warum sind Smartphone-Fotos so gut? Weil der Himmel etwas blauer dargestellt wird, die graue Regenwolke wird zur blütenweißen Schäfchenwolke, Haut wird sehr rein dargestellt.

Vom OT zum OT im OT: Ihr kennt die (wahre) Geschichte vom Xerox-Kopierer, der Zahlen verändert hat?
 

chimaero

Flashaholic*
4 Dezember 2023
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Als "alter Mann", der in den 80ern mal ein paar eher günstige Spiegelreflexen sein eigen nannte, in den 90ern einige Video-Jobs machte und Anfang der Nullerjahre von den aufkommenden Digitalkameras sowohl fasziniert wie auch angewidert war ...
muss ich sagen, aktuelle Kameras machen schon einen verdammt geilen Job.

Hatte in den vergangenen Jahren zweimal semiprofessionelle Videocams von Sony in Benutzung und muss sagen, so einen Fokus zieht keiner mehr mit der Hand, mit dieser Schnelligkeit.
Und auch mein iPhone von 2022 kann das wirklich gut.

Falls ich bewusst langsame Schärfefahrten im Video machen will, muss ich entweder lange Erfahrung mit der Kamera haben, oder das Handbuch studieren und mich duch Untermenüs und Programmeinstellungen hangeln. Oder halt den AF ausschalten ^^

Mal sehen, ob ich in diesem Leben noch eine Cam in der Hand halten werde mit der ich reden kann, damit sie das macht was ich will. Will ich das ?

Gruselige Zeiten sind das, lieber Claude. Und doch faszinierend, um einen Vulkanier zu zitieren.


Aber - back to topic, hat @MarcoPolo86c jetzt schon eine Lampe?
bin grade zu faul um den ganzen Thread zu lesen
 
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Roccolino

Flashaholic*
26 August 2024
445
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Mal sehen, ob ich in diesem Leben noch eine Cam in der Hand halten werde mit der ich reden kann, damit sie das macht was ich will. Will ich das ?
Es gab/gibt schon Kameras, die ich per definierbarem Laut fernauslösen kann.
Sag "Klick" und es macht Klack....
Es gibt auch schon Versuchsaufbauten, wo der Sucher erkennt, wohin ich sehe, per definiertem Augenzwinkern stellt er auf diesen Punkt scharf und löst aus.
Weitere "Automatiken" die ich speziell bei Action nicht mehr missen will:
Precapture. Ich stehe am Boxring. Mit der Kamera und aufgesetzten 12-40/2.8, AF-C, ISO Automatik, S-Programmautomatik (variable Blende), verfolge ich den Kampf. Plötzlich und unerwartet trifft der Gegner seinen Kontrahenten perfekt. Der Kopf wirbelt herum, der Schweiß fliegt durch die Gegend und mittendrin als einsames Flugobjekt befindet sich der Mundschutz und das verzerrt Gesicht. Ich drücke den Auslöser jetzt durch. Die Szene ist perfekt belichtet, scharf, im perfekten Augenblick im Kasten. (Hat jetzt grad noch jemand Bock auf manuelle Einstellungen?). Nur eine von sehr vielen Szenerien, die heute gehen.
 

Somebody

Flashaholic
2 Oktober 2022
130
34
28
Oberschwaben
Ganz frühe Diskussionen begannen mit dem Spruch "ein Profi nutzt keinen Autofokus"
:rofl::rofl::rofl::facepalm:
Der Profi weiß, was Automatiken tun, wie und warum. Und beherrscht das auch manuell, falls die Automatik versagt oder nicht zum gewünschten Ergebnis (Foto=Lichtbild) führt. Es kommt ja auch sehr darauf an, was ich Fotografieren will. Bewegte Objekte oder unbewegte z.B. .
 

ulu

Flashaholic
5 Dezember 2018
237
100
43
Abgesehen davon das es hier um flutige Lampe mit high cri geht,
auch ich habe mein Geld als Profi-Fotograf in Werbung, Industrie und Reportage verdient. vor ca. 10 Jahren habe ich aufgehört, Kameras und Blitzanlagen verkauft und mache Fotos nur noch mit dem iPhone. RAW tue ich mir hier nicht an, viel zu große Dateien, zu viel Aufwand für Fotos die keine große Auflösung haben. Da reicht HDR.
 
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Flummi

Moderator
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26 Oktober 2015
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Dieses Argument verfolgt mich schon mein ganzes Leben. Ganz frühe Diskussionen begannen mit dem Spruch "ein Profi nutzt keinen Autofokus"
In deinem Zitat hatte ich gar kein Argument genannt, sondern meine Verwunderung ausgedrückt. :pfeifen:
Aber ja, P, Av, Tv, M, Autofokus sind alle toll. Sie nehmen Arbeit ab, ohne Bildinhalt zu verändern. Die gab es auch schon zu Analog-Zeiten.
Erste Motiv-Programme (Sport, Portrait, Nacht...) waren dann auch nichts anderes als sinnvolle Vorgaben einer der oben genannten Automatiken.

Heute sind manche Motiv-Programme wahre Realitätsverzerrer (Beauty-Filter, Landschafts- und Wetteroptimierer). Und das gefällt mir eben nicht mehr so, wenn jedes gemachte Alltagsfoto direkt Insta-fähig wird.

Hat jetzt grad noch jemand Bock auf manuelle Einstellungen?
Aber natürlich! Nicht am Boxring (nebenbei: warum nicht gleich mit einer Videokamera draufhalten?), aber z.B. in meinem kleinen Studio. Mit mehreren per Funk justieren und ausgelösten Blitzen, alles ist unter meiner Kontrolle. Ich will dann das Bild genau so wie ich es will - und nicht so wie die KI meint, wie es schön wäre.
RAW ermöglicht fantastische Freiräume in den nachträglichen Anpassungen am großformatigen Monitor.

Aber auch da nutze ich gerne den KI- Autofokus (auf die Augen), oder das Livebild auf dem Tablet.

Zwischen komplett manueller Bedienung und "Kamera in die Richtung halten" gibt es eine große Spanne. Auch wenn ich Schaltgetriebe fahren kann bevorzuge ich Automatikgetriebe. Aber dass das Elektroauto meines Nachbarn mit Lautsprechern den Sound eines 8-Zylinders imitiert muss ich nicht verstehen.
 

Roccolino

Flashaholic*
26 August 2024
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Monsaraz - Portugal
In deinem Zitat hatte ich gar kein Argument genannt, sondern meine Verwunderung ausgedrückt.
:thumbsup:

OK. Fotografie im Wandel der Zeit.
Immer wenn was Neues kommt, melden sich die Altvorderen, das wäre Blasphemie.
Never change a winning Team.
Wir haben mit manuellem Fokus ganz tolle Bilder gemacht, AF ist was für Anfänger.
Ich fotografiere eh und je mit Olympus. Ich hab hier noch eine Ausstattung aus den 60ern. Olympus war einer, der sich mit am Längsten gegen AF aussprach. Daran erkennt man Profikameras, hieß es. Aber die hatte schon einen eingebauten Belichtungsmesser, Handheld extra Gerät war nicht mehr nötig, es sein denn, die Batterie war alle.
Dann kamen die ersten Gummilinsen. Anfängerkram, hieß es.
Später kamen dann die Digitalen.
Das wird den Film nie schlagen können, hieß es.
Dann kamen die ersten Spiegellosen und das ging ja gar nicht. Nur ein analoger Blick durch den Sucher führe zu einem professionellen Bild, hieß es.
Dann kamen die Handys, dann kamen immer mehr Automatiken, heute mit Motiverkennung.
Parallel verfolge ich immer die Gespräche über das baldige Ende der Fotografie.
Und immer wieder kommen die "Profis" mit ihren Ratschlägen.
Wenn du fotografieren lernen willst, nutze Festbrennweiten und den M-Modus.
Du fragst mich, warum ich nicht gleich ein Video mache.
Ich empfehle den Neulingen eine Gummilinse und den Grünen Modus.
Video nutze ich auch gerne, auscroppen eines Bildes aus einem 4K Video geht schon ganz gut.
Aber den Moment kriege ich nach wie vor am besten mit dem einzelnen Schuss. Schon die Qualität ist was ganz anderes.
Jedoch: Videos werden immer gefragter. Man muss da mit der Zeit gehen, aber Fotos bleiben Fotos.
Wenn ich heute mit dem Handy auf die Jagd gehe, Lost Places, mit Lampe, laufen bei einer Automatik zahllose Prozesse ab. Diese einfach so per manuellen Workflow überhaupt zu erreichen, geschweige denn zu toppen, ist schon ein hartes Brett.
Da würde ich dann eher eine Systemkamera nehmen, Beleuchtungsequipment und ggf einen HIWI.
Ansonsten ja - offenbar verstehen wir beiden uns ;)
 

CaptainGreybeard

Flashaholic
30 September 2018
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51.10267476210507, 6.8856
Was ich nie nutze, ist der Expertenmodus und noch seltener RAW. Ich kenne kein Handy, was echte RAW produziert, die man in LR, DXO oder ähnlichen Programmen vernünftig nachbearbeiten kann. [...]
Ein Handy lebt von seiner unglaublich perfektionierten Software, die die Kleinstsensoren zu erstaunlichen Leistungen beflügelt. In diesem Bereich gebe ich gerne zu, dass die Ingenieure in Fernost besser Arbeit leisten, als ich am PC.
Wenn ich was nachbearbeite, dann am PC den Beschnitt, Belichtung, Farben etc direkt am jpeg aus der Kamera.
Was ganz genau gibt es denn über diese sattsam bekannten Tatsachen zu "diskutieren"? Jeder, der schon einmal Smartphone-"RAW" in DxO PhotoLab öffnen wollte, musste feststellen, dass sich die Software schlicht und einfach weigert, Smartphone-RAW-Fakes als bearbeitbare Sensor-Rohdaten zu akzeptieren, einfach deshalb, weil es keine Rohdaten sind, sondern von irgendwelchen "intelligenten" (ha-ha-ha!) Algorithmen getunte Endergebnisse, die mit dem, was nativ vom Sensor kommt, nicht mehr viel zu tun haben, abgesehen davon, dass die Verbraucher ohnehin massivst getäuscht werden, was die Leistungsfähigkeit dieser schnappschussfähigen Minicomputer angeht. Weder stimmen die Brennweiten-Angaben (so wirbt Xiaomi damit, das 17 Pro hätte bis zu 100 mm Telebrennweite, was schlichtweg gelogen ist, lediglich der Bildwinkel entspricht etwa dem eines 100-mm-Kleinbildformatobjektivs) noch stimmen die Angaben der Blendenöffnungen, wenn man die Blendenäquivalenten zu den Brennweitenangaben heranzieht. Es handelt sich nicht um ein Objektiv mit 12-100 mm bei Blende 2.8, sondern um eine winziges Linschen mit 1,2-10 mm Brennweite mit Blende 2.8. Alternativ, wenn man die Brennweitenäquivalente 12-100 mm heranzieht, muss man auch die Blendenäquivalente korrekt angeben, und das wäre dann Blende 32, was sich natürlich überhaupt nicht mehr so Hightech anhört wie 12-100 mm@1:2,8, sondern eher wie ein ziemlich kleines Weitwinkelzoom 12-10 mm mit Lichtschwäche 1:32 statt Lichtstärke 1:2,8. Aber da die meisten Kunden nicht das Wissen besitzen, um diese Marketing-Lügen zu durchschauen, und diese Schwindeleien durch (bewusst geschaffene?) Gesetzeslücken nicht gegen geltendes Recht verstoßen, werden sie munter weiterverbreitet und die Masse schluckt's halt.


Wenn ich dann mit einer Fotokamera arbeite, bei mir ist das eine Olympus E-M1/II, dann stehen mir ganz andere Möglichkeiten offen. Ich kann richtige RAW erzeugen, ich habe über alle Funktionen die volle Kontrolle, ich kann eine Blitzanlage steuern, und ggf kann ich auch den grünen Modus nutzen oder eine andere Automatik, was Profis gerne tun ;)
Same over here, bloß mit Nikon. ;) Einen "grünen Modus" hat meine Kamera übrigens auch, aber ich habe ihn noch nie benutzt. Ich arbeite immer mit der Blendenvorwahl und Zeitautomatik.
 
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Ruby

Stammgast
17 Juli 2011
67
53
18
Iserlohn
... Jeder, der schon einmal Smartphone-"RAW" in DxO PhotoLab öffnen wollte, musste feststellen, dass sich die Software schlicht und einfach weigert, Smartphone-RAW-Fakes als bearbeitbare Sensor-Rohdaten zu akzeptieren, einfach deshalb, weil es keine Rohdaten sind, sondern von irgendwelchen "intelligenten" (ha-ha-ha!) Algorithmen getunte Endergebnisse...
Also Lightroom frisst die RAW Daten eines Iphones anstandslos. Vielleicht nicht alles über einen Kamm scheren?
 

Stefan Zimmermann

Stammgast
1 Juni 2025
59
168
33
Deutschland
www.flickr.com
Hallo zusammen,

jetzt muss ich hier auch mal schreiben :)

Und ja, ich dachte früher selbst ähnlich: RAWs im Smartphone taugen nicht wirklich und bringen gegenüber den normalen Aufnahmen kaum Vorteile.

Aber die Zeiten ändern sich. Die Sensoren werden größer, beim Vivo x300 Ultra viel größer, die Rechenleistung in den Smartphones steigt enorm und vor allem bei der Bildverarbeitung hat sich in den letzten Jahren einiges getan.

Da mir Kameras und Fotografie sehr wichtig sind, war die Kamera beim neuen Smartphone ein entscheidender Punkt.
Mit Smartphone-Fotos war ich bisher allerdings nie wirklich zufrieden. Egal ob Samsung, iPhone, auch Xiaomi oder andere viele andere aktuelle Geräte: Auf dem kleinen Smartphone-Display sieht vieles toll aus, aber sobald ich die Fotos auf einem großen Monitor öffne, sehen sie mir häufig einfach zu sehr nach Smartphone aus. Teilweise fallen die Bilder dort regelrecht auseinander. Die möchte man lieber gar nicht so groß anschauen.
Für Erinnerungsfotos und Dokumentation völlig in Ordnung.

Aber wenn ich fotografiere, möchte ich möglichst natürliche Dateien und einen Bildlook, bei dem ich am großen Monitor nicht sofort denke: „Ja, typisches Smartphone-Foto.“ Und die sollen viele Reserven für die Nachbearbeitung bieten, die Qualität soll sehr hochwertig sein. Möglicherweise 14 oder 16 Bit Daten mit echten Details, viel Mikrokontrast und natürlichen Look.

Also habe dem chinesischen Flaggschiff eine Chance gegeben und bin beim Vivo X300 Ultra gelandet.
Und ich muss sagen: Ich bin ziemlich überrascht.
Nicht nur von der Kamera, sondern auch vom gesamten Gerät und der Software. OriginOS gefällt mir deutlich besser als erwartet, Android ist sauber integriert und unnötige vorinstallierte Apps lassen sich komplett deinstallieren.

Aber interessant ist für mich natürlich vor allem die Kamera.

Das Vivo besitzt für Smartphone-Verhältnisse ungewöhnlich große Sensoren:

14 mm Ultraweitwinkel: 50 MP, 1/1,28"

35 mm Hauptkamera: 200 MP, 1/1,12"

85 mm Tele: 200 MP, 1/1,4"

Gerade Ultraweitwinkel und Tele sind damit für Smartphone-Verhältnisse schon ziemlich ordentlich groß.

Und die Brennweiten finde ich als Fotograf ehrlich gesagt genial.
Ich kann diese üblichen 23 oder 24 mm als Hauptkamera inzwischen fast nicht mehr sehen.

Gefühlt fotografiert die Smartphone-Welt seit zehn Jahren hauptsächlich mit ungefähr diesem 24-mm-Bildwinkel. Entsprechend sehen wir seit Jahren Milliarden Smartphone-Fotos mit genau dieser Perspektive.
Für mich ist das inzwischen einfach super langweilig geworden.

14 mm, wenn ich wirklich weit möchte – Architektur, Innenräume, Landschaft oder einfach ungewöhnliche Perspektiven.

35 mm als sehr natürliche Reportage-, Reise-, Alltags- und Dokumentarbrennweite.

Und 85 mm für Details, Portraits und natürliche Freistellung.

Gerade die 35 mm finde ich einen riesigen Vorteil des Vivo. Schon die Perspektive wirkt deutlich weniger nach klassischem Smartphone.

Und auch die 85-mm-Kamera ist richtig toll. Durch die Brennweite, den relativ großen Sensor und die Optik bekommt man inzwischen eine echte optische Freistellung mit für ein Smartphone erstaunlich schönem Bokeh.

Dafür braucht man gar keinen künstlichen KI-Portraitmodus, der eine Person per Software ausschneidet und anschließend künstlich den Hintergrund weichzeichnet.

Das gefällt mir als Fotograf so alles wesentlich besser.

Ich brauche auch nicht die gefühlt 30 verschiedenen Smartphone-Kameramodi.

Die können gerne vorhanden sein, aber mich interessieren hauptsächlich der Pro-Modus und SuperRAW. Dort sind die typischen KI- und Automatik-Eingriffe komplett zurückgenommen. Für mich ist das dann mehr Kamera als Smartphone.
Was ich dabei ebenfalls ziemlich wichtig finde: Der Pro-Modus ist beim Vivo nicht auf die Hauptkamera beschränkt. Ich kann RAW beziehungsweise SuperRAW mit allen drei nativen Kameras – 14, 35 und 85 mm – nutzen und bin damit fotografisch nicht auf eine einzige Linse festgelegt.

Das ist bei vielen anderen Smartphones ganz anders. Dort funktioniert RAW teilweise nur mit der Hauptkamera, oder im RAW-Modus stehen bestimmte Kameras und Funktionen plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Beim Vivo kann ich dagegen mit allen drei Brennweiten im Pro-Modus arbeiten. Für mich ist auch das ein wesentlicher Grund, warum sich das Ganze eher wie eine richtige Kamera und weniger wie ein Smartphone mit zusätzlicher RAW-Funktion anfühlt.

Und genau bei SuperRAW hat sich meine Meinung zu Smartphone-RAW ziemlich geändert.
Das Vivo nimmt mehrere Aufnahmen beziehungsweise RAW-Bildinformationen in sehr kurzer Folge auf und verrechnet sie miteinander. Dadurch lassen sich Rauschen reduzieren, mehr Dynamikumfang erhalten und teilweise auch viel mehr nutzbare Details herausholen.
Im Grunde ist das für mich nichts völlig Exotisches. Es werden mehrere RAW-Aufnahmen miteinander verrechnet und dabei Dinge optimiert, die wir Fotografen anschließend in Lightroom ebenfalls machen: Rauschen reduzieren, Dynamikumfang nutzen, Details herausarbeiten, Tonwerte und Schärfe optimieren. Da ist nichts mit KI und all den anderen Funktionen, die man sonst in normalen Smartphones kennt.

Der entscheidende Punkt ist für mich aber:
Am Ende bekomme ich trotzdem eine große DNG-Datei, die ich selbst in Lightroom entwickeln kann.

Je nach Licht fallen dabei sehr hoch aufgelöste Dateien mit bis zu 200 MP beziehungsweise 50 MP oder kleinere gebinnte Ausgaben an. Bei wenig Licht kann Pixel-Binning genutzt werden, bei dem mehrere Sensorpixel zusammengefasst werden.

Ich bekomme also einen Teil der Vorteile der Computational Photography, ohne anschließend nur auf ein fertig entwickeltes JPEG angewiesen zu sein.
Und das ist für mich etwas ganz anderes als ein Foto, bei dem eine KI nachträglich Personen, Himmel, Haut oder sonstige Bildinhalte verändert.

Diese klassischen Smartphone-Modi hat das Vivo natürlich ebenfalls.
Aber im Pro-Modus mit SuperRAW geht es für mich viel stärker in Richtung klassischer Fotografie.
Und vor allem: Diese Dateien fallen auf einem großen Monitor eben nicht auseinander.

Deshalb würde ich auch nicht pauschal sagen:
„Smartphone-RAW ist Fake“ oder „Smartphone-RAW bringt nichts“.

Die SuperRAW-Dateien haben deutlich mehr Reserven in Lightroom und lassen sich wesentlich natürlicher entwickeln.

Und das ist für mich letztlich entscheidender als die Frage, ob vorher schon Rechenoperationen stattgefunden haben.
Natürlich wurde gerechnet.

Genau dafür steckt in so einem Smartphone inzwischen schließlich eine enorme Rechenleistung.
Beim Vivo kommt zum Snapdragon 8 Elite Gen 5 zusätzlich noch der speziell für die Bildverarbeitung entwickelte VS1+-Chip dazu.

Vivo gibt diesen Bildprozessor mit bis zu 80 TOPS, also 80 Billionen Operationen pro Sekunde, an.

Und noch interessanter finde ich, wo dieser Chip in der Verarbeitungskette sitzt: Laut Vivo verarbeitet der VS1+ bereits die RAW-Daten vor dem eigentlichen SoC und optimiert dort unter anderem Rauschen, Schärfe und Dynamikumfang.
Das ist also nicht einfach irgendein Filter, der am Ende über ein fertiges JPEG läuft.

Zum Vergleich der Größenordnung: Eine Nvidia RTX 4090 kommt bei klassischer FP32-Rechenleistung auf rund 83 TFLOPS.
Natürlich kann man diese beiden Zahlen technisch nicht 1:1 miteinander vergleichen. Der VS1+ führt spezialisierte Bildverarbeitungsoperationen aus, während bei den rund 83 TFLOPS der RTX 4090 FP32-Fließkommaoperationen gezählt werden.

Es sind also unterschiedliche Rechenarten und unterschiedliche Messgrößen.
Mir geht es bei dem Vergleich deshalb ausdrücklich nicht darum zu behaupten, der kleine Vivo-Chip wäre so schnell wie eine RTX 4090.

Aber allein die Größenordnung finde ich beeindruckend.
Im Vivo steckt heute zusätzlich zum ohnehin schon extrem schnellen Hauptprozessor noch ein eigener 6-nm-Bildprozessor, der bis zu 80 Billionen spezialisierte Operationen pro Sekunde schafft und bereits an den RAW-Daten arbeitet.
Kenne ich so mit diesem zusätzlichen Chip und dieser Rechenleistung bisher eigentlich nur von Vivo. Der größte Teil der Smartphone-Hersteller hat so etwas oft gar nicht.

Das hätte ich vor einigen Jahren in einem Smartphone kaum für möglich gehalten.
Und diese Leistung wird auch gebraucht.
Bei SuperRAW werden innerhalb kürzester Zeit mehrere hochauflösende Bildinformationen verarbeitet und miteinander verrechnet.
Wenn man sich einmal überlegt, welche Datenmengen bei 50- oder sogar 200-Megapixel-Aufnahmen anfallen, ist das schon ziemlich verrückt.
Mir ist jedenfalls kein anderes Smartphone bekannt, bei dem ein zusätzlicher Imaging-Chip mit einer solchen angegebenen Rechenleistung so explizit für die Vorverarbeitung der RAW-Daten eingesetzt wird.
Und man merkt die ganze Rechnerei übrigens auch am Akku.
Im normalen Alltag ist das Vivo sehr ausdauernd. Wenn ich aber längere Zeit intensiv fotografiere und SuperRAW nutze, geht der Verbrauch deutlich hoch.

Vor fünf Jahren hätte ich so etwas bei einem Smartphone kaum für möglich gehalten.
Vor zehn Jahren hätte man jemanden wahrscheinlich ausgelacht, wenn er behauptet hätte, dass irgendwann einmal so eine Rechenleistung und Bildverarbeitung in einem Gerät steckt, das in die Hosentasche passt.

Mir ging es bei der ganzen Suche aber eigentlich nur um eine Frage:

Wie nah kann ich mit einem Smartphone an den Bildlook einer großen Kamera herankommen?

Nicht darum, welches Smartphone den größten Zoom, die meisten Kameras oder die meisten KI-Funktionen besitzt.

Ich möchte natürliche Farben, vernünftige Details und möglichst wenig von diesem typischen Smartphone-Look.

Und genau da kenne ich momentan kein anderes Smartphone, das mich so überzeugt wie das Vivo X300 Ultra.
Vor allem im Pro-Modus und mit SuperRAW löst es sich für meinen Geschmack erstaunlich weit von typischer Smartphone-Fotografie.

Hier mal ein paar Fotos, die ich damit am Hockenheimring gemacht habe.
Leider musste ich die Bilder fürs Forum von knapp 10.000 Pixeln Kantenlänge auf 1200 Pixel und unter 100 KB herunterrechnen. Das ist schon bitter und natürlich alles andere als ideal, wenn man über Bildqualität diskutieren möchte. Externe eingebundene Fotos sind hier ja leider nicht erlaubt.

Die SuperRAWs habe ich in Lightroom nur sehr leicht bearbeitet und hauptsächlich von 4:3 auf 16:9 beschnitten.

Beim letzten Motiv mit dem Roots-Kompressor lege ich deshalb ganz unten im Text noch die originale 50-Megapixel-SuperRAW-Datei als Link dazu. Dann kann sich jeder selbst ein Bild davon machen. Einfach in Lightroom laden und auf 100% zoomen!

Meine persönliche Referenz ist meine Sony A7R V mit 61 Megapixeln und sehr guten Objektiven.
Wenn ich deren Bildqualität bei gutem Licht in der 100%-Ansicht einfach einmal mit 100 % ansetze, dann würde ich das Vivo subjektiv ungefähr bei 75 bis 80 % einordnen.
Das ist natürlich keine Messung, sondern meine persönliche Einschätzung beim Vergleich meiner eigenen Dateien.

Aber in der 50%-Ansicht wird der Unterschied schon deutlich kleiner.
Natürlich sieht man weiterhin die Vorteile des Vollformats.
Feinste Strukturen, natürliche Übergänge, Mikrokontraste und schwieriges Licht – da hat die Sony weiterhin mehr Reserven.

Aber teilweise werden die Unterschiede so klein, dass man sich irgendwann schon fragen darf, warum man mehrere Kilogramm Kameraausrüstung im Wert von langsam Richtung 10.000 Euro durch die Gegend trägt, wenn ein Smartphone mit rund 250 Gramm bei vielen normalen Motiven gar nicht mehr so weit davon entfernt ist.

Bei manchen Motiven und gutem Licht kommt das Ergebnis für meinen Geschmack teilweise sogar erstaunlich nahe an APS-C heran.

Natürlich gibt es weiterhin mehr als genug Situationen, in denen das Vivo keine Chance gegen meine Sony hat:

Nacht und Bewegung, Motorsport, Wildlife, schneller Autofokus, 500 mm, maximale Dynamik oder extreme Nachbearbeitung.
Da brauchen wir überhaupt nicht zu diskutieren.
Aber das soll es auch gar nicht ersetzen.

Es ist für mich einfach ein weiteres Werkzeug.
Nur ist es das erste Smartphone, bei dem ich als Fotograf das Gefühl habe, dass ich die Kamera darin wirklich ernst nehmen kann.

Ich werde deshalb künftig nicht mehr automatisch den kompletten Rucksack mit der Sony mitnehmen.
Wenn ich weiß, dass ich hauptsächlich im Bereich 14, 35 oder 85 mm fotografiere, reicht mir häufiger einfach das Vivo.
Oder die Sony kommt nur noch mit einem Teleobjektiv mit.

Was mich an dieser ganzen Entwicklung übrigens fast noch mehr interessiert als das Smartphone selbst:

Solche SuperRAW-Verfahren würde ich mir irgendwann auch in Systemkameras wünschen.

Moderne Sensoren werden immer schneller.
Eine Sony A9 III kann mit ihrem Global Shutter beispielsweise 120 Bilder pro Sekunde aufnehmen.
Wenn eine Kamera irgendwann mehrere RAW-Auslesungen innerhalb von Millisekunden automatisch miteinander verrechnen könnte, könnte man Rauschen, Dynamikumfang und auch Details noch einmal deutlich verbessern.

Teilweise machen wir Fotografen solche Dinge heute bereits von Hand und verrechnen mehrere Aufnahmen in Lightroom zu einem echten HDR RAW miteinander.
Wenn die Kamera das irgendwann so selbstverständlich könnte wie heute ein Smartphone – einmal auslösen und ein paar Sekunden später liegt neben dem normalen RAW auf Wunsch noch ein SuperRAW – fände ich das extrem spannend.

Canon arbeitet zumindest ebenfalls an solchen Ideen und hat sich Verfahren patentieren lassen, bei denen mehrere RAW-Aufnahmen miteinander zu einem neuen kombinierten RAW verrechnet werden.

Ich glaube deshalb, dass diese Richtung irgendwann auch bei klassischen Kameras noch interessanter werden könnte.

Und deshalb sehe ich Smartphone-RAW heute deutlich anders als früher.

Nicht jedes Smartphone-RAW ist gut.
Nicht bei jedem Smartphone lohnt sich die Nachbearbeitung.
Und natürlich ersetzt ein SuperRAW keine große Kamera.

Aber pauschal zu sagen, RAW beim Smartphone sei Fake oder Zeitverschwendung, passt meiner Meinung nach nicht mehr zu dem, was technisch inzwischen möglich ist.

Wer Lust hat, kann sich auch selbst einmal ein 50-Megapixel-SuperRAW von mir herunterladen und in Lightroom anschauen.
Ich habe dafür ganz bewusst eine Aufnahme mit dem 14-mm-Ultraweitwinkel genommen.
Das Ultraweitwinkel ist bei Smartphones immer die schwächste Kamera. Die 35- und 85-mm-Kameras des Vivo liefern qualitativ sogar noch mehr. Vergleicht das doch mal mit den 14-mm-Fotos eurer Smartphones! Ich glaube man wird staunen!

https://www.dropbox.com/scl/fi/f441...ey=kt4wjuulbmxerc2s6sgowk09m&st=2bc40ynw&dl=0

Schaut euch die Datei wirklich einmal in Lightroom an und nicht nur als kleines Vorschaubild im Browser oder direkt in Dropbox. Diese Vorschauen können schlicht nicht zeigen, was tatsächlich in der Datei steckt. Gerade bei einem SuperRAW sieht man die eigentliche Qualität, die Details und die Bearbeitungsreserven erst, wenn man die DNG selbst in Lightroom öffnet.

Und dann würde mich tatsächlich interessieren:

Hättet ihr ohne EXIF sofort gesagt, dass die Datei aus einem Smartphone stammt?

Wenn ich behauptet hätte, das Foto käme aus einer guten APS-C-Kamera mit ordentlichem Objektiv – wäre das wirklich sofort aufgefallen?


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Zuletzt bearbeitet:

Roccolino

Flashaholic*
26 August 2024
445
512
93
Monsaraz - Portugal
DXO Photolab 9.12 verweigert die Öffnung/Bearbeitung Deines DNG
Testweise hab ich eines des S23 Ultra probiert, dies wird geöffnet, kann bearbeitet werden, sieht aber aus wie Müll.
Das Expert RAW des S23 Ultra wird auch in DXO verweigert.
Alle im DNG Format
Die angehängten jpeg sind natürlich nicht schlecht. Das oberste entspricht dann dem, was mit Smartphones nicht geht.
Vivo's sind da schon eine Hausnummer.
 

Stefan Zimmermann

Stammgast
1 Juni 2025
59
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33
Deutschland
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Schade, @Roccolino, dass es mit DxO nicht klappt. Man könnte zwar die 7-Tage-Testversion von Lightroom nehmen, aber nur für eine SuperRAW ist das natürlich etwas viel Aufwand.

Ich selbst habe ziemlich hohe Ansprüche an Bildqualität und RAW Entwicklung und das Vivo ist für mich das erste Smartphone, bei dem die Dateien auch am großen Monitor richtig Spaß machen und sich ernsthaft entwickeln lassen. Es fühlt sich deutlich nach Kamera als nach typischem Smartphone an.
Vom Bildeindruck her habe ich oft das Gefühl, irgendwo zwischen 1-Zoll-Sensor und APS-C zu liegen. Das schwankt natürlich mit dem Licht: Bei guten Bedingungen geht es für mich eher Richtung APS-C, bei Dämmerung eher Richtung etwas über eine 1-Zoll-Kamera.

Schon der Sensor hinter den 14 mm ist größer etwas die Hauptsensoren von Apple- oder Samsung-Flaggschiffen. Auch die 85-mm-Kamera kann dadurch im Pro-Modus schon optisch sehr schön freistellen – ganz ohne KI-Bokeh.

Dafür ist der Kamerabuckel aber auch riesig und nimmt fast die halbe Rückseite ein. Vom Volumen her wirkt so, als würde man zwei iPhones übereinanderlegen. Das muss man mögen.

Durch den großen Kamerablock liegt der Schwerpunkt außerdem deutlich weiter oben. Beim Halten merkt man das, und in der Hosentasche bleibt man beim Einstecken ständig am Kamerabuckel hängen. Wirklich elegant rutscht es dadurch nicht gerade in die Tasche.

Die Tabelle zeigt ganz gut, wie groß die Unterschiede sind. Zusammen mit SuperRAW ist das für ambitionierte Fotografen wirklich jetzt interessant und brauchbar geworden.


Screenshot.png
 

Roccolino

Flashaholic*
26 August 2024
445
512
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Monsaraz - Portugal
Ich bin da konsequenter. Brettchen bleibt Brettchen, Kamera bleibt Kamera.
Ich mache viele Fotos mit dem Handy, aber es hat seine Tücken.
Die Bildqualität ist dabei in Alltagssituationen noch nicht mal das Problem. Es ist überwiegend das Handling. Die Dinger sind und bleiben zu langsam, das ganze ist frickelig, manches geht gar nicht. Kein Sucher. Keine Knöpfe und Räder. Der Grip. Will ich ein Handy zu diesen Möglichkeiten aufrüsten, werden die größer, verwinkelter, spezieller. Sprich, sie werden eine Kamera. Das Vivo ist auf dem Weg dahin. Es ist kein Brettchen mehr, sondern eher eine Bohle. Aber eine Kamera ist es auch noch nicht.
DXO sieht das wohl ähnlich und hatte es bisher nicht auf dem Schirm, Module dafür zu entwickeln, da auch diese "RAW" eher jpeg mit falscher Dateiendung sind. Mag sein, dass u.a. Lightroom das frisst, aber diesem Programm habe ich schon vor Jahren den Rücken gekehrt, weil es für die Bearbeitung von Olympus-RAW mehr oder weniger ungeeignet ist. Das Geschäftsmodell macht dann den Rest - kannste behalten...