Batterien mit Multimeter testen

Dieses Thema im Forum "Primärzellen (Batterien)" wurde erstellt von TaLa777, 30. Dezember 2014.

  1. Hallo,

    ich habe gestern mal alle Batterien im Haus zusammengesucht.
    Unglaublich, wo ich überall welche gefunden habe. In zig Schubladen, im Keller, im Gartenhäuschen...:rolleyes:

    Jetzt wollte ich natürlich wissen, welche noch gut sind und welche in die Tonne können.

    Nur die Leerlaufspannung zu messen, bringt ja nicht wirklich was.

    Also habe ich folgendes gemacht und wollte gerne mal eure Meinung dazu wissen:

    Ich habe beim Messvorgang parallel zur Batterie verschiedene Glühlämpchen angeschlossen. Je nach Batterietyp ( AAA / AA / 9V-Block ) ein kleines 3V-Lämpchen oder ein 30Watt-Halogen-Lämpchen.

    Dabei konnte ich schön beobachten wie einige Batterien, welche im Leerlauf beispielsweise 1,52 Volt angezeigt hatten auf 1,1 Volt abgefallen sind.

    Diese habe ich nun beiseite gelegt für die Tonne.

    Batterien, welche nicht unter 1,30 gefallen sind habe ich für "noch gut" befunden (für Fernbedienungen etc.)

    Bei den 9V-Blöcken genauso, alles unter 8,5 habe ich aussortiert, der Rest kann noch in die Küchenwaage oder ähnliches.

    Die Glühlämpchen wollte ich für nächstes mal durch einen 10Ohm Widerstand ersetzen.


    Zwei Fragen:

    - Ist diese Messmethode so in Ordnung?
    - 10Ohm Widerstand --> ok? was anderes ?
    - ab welcher Spannung unter Last würdet IHR die Batterien aussortieren (AAA / AA / 9V Block) ?

    Grüße
     
  2. Folomov
    10Ω für die AA und AAA sind okay, das ergibt einen Strom von <150mA. Wenn sie da nicht auf unter 1,3V einbrechen, verwende ich sie auch noch in Fernbedienungen und Thermometern.

    Bei den 9V-Blöcken nehme ich höhere Widerstände (z.B. 330Ω ... 470Ω) und entsorge sie, wenn sie unter 7,5V einbrechen.

    Gruß
    Gerhard
     
    #2 Maiger, 30. Dezember 2014
    Zuletzt bearbeitet: 30. Dezember 2014
    hella, Lampenkarle, TaLa777 und ein weiterer Flashy haben sich hierfür bedankt.
  3. Ich habe nun gar kein Plan wie man sowas vernünftig macht. Würde aber auch gerne das richtig machen. Habe ein ,,gutes,, Multimeter. Aber habe die immer so auf dem Tisch gemessen. Das meint ihr mit ruhespannung oder?

    Könntet ihr nochmal einen schritt zurück gehen und mir erklären wie ihr das aufbaut und wie man das genau misst und wo die spitzen angesetzt werden müssen?
     
  4. Acebeam
    Genau, wenn Du die Batterien einfach nur so misst, dann misst Du die Ruhespannung.

    Also das ist ganz einfach.

    Du brauchst:

    Multimeter
    Widerstand (z.b. 10Ohm für AA/AAA oder höher für 9V)
    2x Krokodilklemmen

    Die Krokodilklemmen hängst Du jeweils an eine Seite des Widerstands.
    Das andere Ende der Klemmen an die Prüfspitzen deines Multimeters.

    Und dann misst du die Batterie.

    Somit hast Du den Widerstand parallel zur Batterie geschaltet, was der Batterie Leistung abverlangt.

    Du wirst dann mit Erstaunen feststellen können wie vermeintlich volle Batterien (Ruhespannung 1,5V) auf völlig einbrechen können.
    Alles unter 1,3V (AA/AAA) gebe ich in die Tonne.

    Edit: Hochtechnische Zeichnung angehängt :D
     

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    #4 TaLa777, 6. Januar 2015
    Zuletzt bearbeitet: 6. Januar 2015
  5. Welches genau? Es könnte sein, dass das Multimeter schon eine eigene Stellung zum Batterietesten hat.
    Z.B. dieses hier. Bei der Stellung 1.5V und 9V sind die Lastwiderstände schon im Multimeter eingebaut. ;)

    Gruß
    Gerhard
     
  6. danke für den Tip und die Zeichnung , werde das mal testen die Tage.
    DMM ist ein Peaktech 1040.
    Gut , mit gut meinte ich für den Hausgebrauch.

    Habe auch noch ein altes Mastech DT3800 hier weil das neue kein Durchgangsprüfer hat.
     
  7. Skilhunt Taschenlampen
    Hey. Ich habe mirnnun Widerstände besorgt.
    Mal eine Frage. Geht die Prüfmethode auch mit Akkus?
     
  8. Jein. Das kommt dann schon genau auf den Akku-Typ an, bei Li-Ion geht das gut, auch ohne Widerstand. Bei NiMh ist das dann schon sehr grob.

    mfg
     
  9. Ja ist vorallem für Eneloops. Und warum geht es da nicht? Was muss ich dann machen ?

    Ich habe ja nur 18650 Akkus als Li-on. geht da der 10 Ohm auch ?
     
  10. und was ist nun mit dem Messen von Eneloops?
     
  11. Für eneloops ist der 10Ohm Widerstand zu groß, da würden nur 1,2V/10Ohm=0,12A fließen. Da kann z.B. ein BC700 stärker belasten (0,35A). Das können selbst miese LSD Akkus meist noch problemlos liefern. Wir wollen für solch einen Zweck in den Bereich wo normale Batterien völlig versagen und sich auch schon bei Akkus die Spreu vom Weizen trennt. Das sollten so ca. 2A sein.
    Am besten ist dafür eine Stromsenke/Elektronische Last, da an einem festen Widerstand der Strom der über den Widerstand fließt bei fallender Spannung sinkt und das Ergebnis stark verfälscht. (Dadurch kann der Akku wieder eine höhere Spannung halten als in Realität.)
    Wenn man für eneloops die Nennspannung annimmt ist man bei 1,2V (in HKJs Entladekurven passt das auch für die meiste Zeit der Entladung) .

    Um 2A zu bekommen braucht man 1,2V/2A=0,6Ohm, die bekommt man am einfachsten mit 2 * 5W Drahtwiderständen von 1,2Ohm parallel geschaltet hin.

    Und dann einfach Messen wie stark die Spannung am Akku einbricht.
     
  12. Kann ich dann besser die einfach in mein BC 700 stecken und da schauen ??
     
  13. Besser als ein 10 Ohm Widerstand ja, aber 350mA sind auch nichts was schlechte Akkus zum schwitzen bringen wird. Mindestens 1A Entladestrom sollte es schon sein. Deine Lampen ziehen ja auch munter 1,5-6A aus dem Akku dh man sollte schon richtigen Einsatzfall bleiben.
     
  14. Ganz naive Idee:

    Ne AA Lampe nehmen mit einigermaßen "Dampf" und sich dann zwischen Tailcap und Pluspol einklinken? Das wäre doch dann ein einigermaßen guter Praxistest?

    Fragt sich aber bei den eneloops: Ist das den Aufwand wert? :augenrollen:

    Aber AA Alkalines vor der Entsorgung so nochmal zu prüfen, find ich gut!
     
  15. Olight Shop
    Aber wurde das denn in der Praxis gehen?

    Also wegen dem bc700 derzeigt ja die Spannung an wenn man die Batterien ein legt am Anfang ist das nicht aussagekräftig
     
  16. Hilft nix, etwas muss man sich damit beschäftigen, weil es zwischen jeden Akku leichte Unterschiede gibt.

    Im Prinzip machst Du es bei jedem Akku so:

    Du suchst Dir den passen Akku hier aus:

    Flashlight information

    Dann guckst Du in den Kurven nach den niedrigsten Belastungsstrom, dann berechnest Du den Belastungswiderstand den Du brauchst, schließt den zusammen mit dem Voltmeter an, und misst, und nun kannst Du anhand der Restlaufzeitkurven die ungefähre Kapazität bestimmen.

    mfg
     
  17. boar also diese Tabellen sind hartes Zeug. Sorry ich weiß da gar nix mit anzufangen. Wie gesagt, meine frage galt ja dem BC700 ob Die Spannung die beim Einlegen gezeigt wird verlässlicher ist als wenn icheinfach ein Multimeter dran halte.

    was ist denn mit diese Batterieprüfern wo man Akkus usw zwischenklemmen kann. Habe ich auch....sind da wiederstände drin sodass die auch wohl brauchbar sind?
     
  18. Nein das tut sich nicht viel.

    Ja, halbwegs, für Alkaliezellen, sonst nix.

    Du suchst einfache antworten wo es leider keine gibt.
    Die einfachste Antwort für Eneloops ist:

    Über 1,30V ist der Akku zu 80-90% voll, unter 1,2V ist der Akku zu 80-90% leer, alles dazwischen ist unzuverlässig.
    Mess einfach und versuche ein Gefühl dafür zu bekommen. Halbwegs genau klappt das eben nur bei Alkaliezellen und bei Li-Ion bei den Panasonic NCR-Akkus.

    mfg
     
    el-eh-deh hat sich hierfür bedankt.
  19. Ich nutze alle Batterien unter 1,3 Volt erstmal nicht mehr und sammel die.
    Hab mir jetzt aus China ein Wandler mit USB Buchse für 1,90 Euro bestellt der an den man eine Batterie anschliessen kann zwischen 1 und 5 Volt Eingangsspannung.

    Die Ausgangsspannung ist 5 Volt, somit kann man z.B alle Batterien die man sonst nirgends mehr gebrauchen kann z.B zum Laden von allen Geräten nutzen die auch über USB geladen werden können ( handys, Smartphones, Tablets, Mobile Soundstationen usw.... )

    Ist zwar bestimmt ne dauernde Wechselei da vermutlich alle paar min dann die Batterien leer sind, aber so kann man wenigstens mit der Restenergie der Batterien noch sinnvolles machen als die einfach wegzuwerfen!

    Hab mir dazu ein Batteriefach für AA Batterien geholt und ein Adapter Röhrchen für AAA Batterien auf AA Grösse zu bekommen, somit kann Ich AA und AAA Batterien die unter 1,3 Volt sind noch leer saugen bis auf 1 Volt :)

    Werde das natürlich auch mal versuchen an der SR52 mit USB Ladefunktion.
     
  20. Das wird nicht funktionieren.
    Da die Spannung von 1V auf 5V hochgesetzt werden muss und ein Smartphone o.ä. zum Laden mindestens 500mA zieht, d.h. 2-2,5A Strom aus der Spenderbatterie, wäre selbst eine frische Alkaline-Batterie völlig überfordert.
    Der Spannungswandler kann zwar aus 1V 5V erzeugen, aber sobald das angeschlossene Gerät anfängt zu laden, wird die Batterie sofort zusammenbrechen. Selbst wenn sie neu ist.

    Man könnte allenfalls einen Li-Ion direkt laden mit Hilfe einer Schaltung namens "Joule Thief", die aus den Batterien den letzten Rest an Ladung rauszuzelt. Weil das aber nur wenige mA Strom sind, dauert das Ewigkeiten.
    In einer frischen Alkaline AA ist ungefähr ein Viertel der Energie eines 18650er Li-Ion bzw. eines größeren Smartphone-Akkus. In einer fast leeren vielleicht noch ein Zehntel.

    Batterien leerzuzeln kann man z.B. in einem LED-Nachtlicht mit o.g. Schaltung machen, wo wenige mA Strom schon ausreichen. Geräte damit zu laden kann man vergessen. Viel sinnvoller wäre es, Batteriemüll von vornherein zu vermeiden.
     
    TaLa777 hat sich hierfür bedankt.
  21. Ich versuch das einfach mal wenn alle Teile angekommen sind. Wenns nicht klappt hab ich zumindest finanziell keinen zu hohen Verlust gehabt.

    Ich nutze seid längerem wieder mehr Batterien da Ich früher nur Akkus nutzte und damit oft unzufrieden war oder diese nach kurzer Zeit kaputt waren und das obwohl Ich Hunderte Euro für Marken Akkus ausgegeben hatte. Das Stank mir dann.

    Mittlerweile nutze Ich wieder vermehrt Akkus, meist aber auch nur in den Geräten wo Ich weis das diese dauernd leer sind ( LED Kerzen oder LED Nachtlichter z.B )
     
  22. Waren wohl keine Eneloops, die Akkus.
     
  23. Nope. Waren viele von Conrad und ein paar von Sanyo z.B
     
  24. Gibt es zufällig Wiederstände die einstell. bzw umstellbar sind, damit man diverse Batterien prüfen kann?
    Bin nicht so der Fachmann, sorry....
     
    #24 Vmax5, 8. Juni 2019
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juni 2019
  25. Man kann auch von der einfachen Faustformel ausgehen, dass eine volle Batterie, +10% der Nennspannung im Leerlauf aufweisen kann.

    So hat eine volle 1,5V Batterie, messtechnisch bis zu 1,65V.

    Hat die Batterie bereits eine 10% niedrigere Nennspannung im Leerlauf erreicht (z.B. 1.35V), kann man diese getrost dem Müll übergeben.
     
  26. Warum sollte man eine halbvolle Primärzelle wegwerfen?
     
    steidlmick hat sich hierfür bedankt.
  27. So ähnlich mache ich es auch wobei sich der Verbrauch an Primärbatterien oder auch NiMH Akkus durch die Verwendung propietärer Geträteakkus sehr redurziert hat. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass in Geräten mit niedriger Stromaufnahme (Tala mit geringer Leistung oder Fernbedienungen) auch oft noch unter 1,35 Volt funktionieren und auf die Dauer der Zeit eher die Gefahr des Auslaufens besteht, als dass sie vollkommen erschöpft sind. In einer billgen Tala aus dem Baumarkt habe ich die Batterien bis auf 0,9 Volt Leerlaufspannung genutzt. Sie hat immer noch ein wenig geleuchtet und als Nachtlicht im Flur gedient. Bis dahin hatte sie über 24h Dauerbetrieb hinter sich.
    Wenn ein Gerät mit NiMH Akkus funktioniert stelle ich auf diese um.
     
  28. Früher habe ich Primärbatterien, welche am Ende Ihres Lebenszyklus waren, in Fernbedienungen den Rest gegeben. Das funktioniert ganz gut; wenn die FB zur Nahebdienung wird, dann ist die Zelle wirklich leer. Allerdings habe ich vor einiger Zeit auch hier konsequent auf Eneloop lite (bzw. die Ikea Ladda braun) umgerüstet. Da muss ich kein Auslaufen fürchten, und günstiger ist es auch noch. Einmal im Jahr wird "durchgeladen" (meist nach Weinachten, da habe ich Zeit für sowas :peinlich:...)
     
  29. Ich habe mich vermutlich nicht präzise genug ausgedrückt, mein Fehler.

    Selbstverständlich nutze ich diese Faustformel nur in Verbindung mit normalen Batterien, also nicht mit Akkus und würde dementsprechend auch keinen Akku deshalb entsorgen.

    Der Akku müsst so stark entladen sein, dass die Ladevorrichtung diesen nicht mehr akzeptiert.
     
  30. Ich habe das schon so verstanden, und @light-wolff vermutlich auch, schließlich sprach er ja auch von Primärzellen (aka Batterien). Und genau diese sind eben noch lange nicht komplett entladen, wenn sie noch 1.35V Ruhespannung aufweisen. Die taugen noch lange Zeit für z.B. hochohmige Anwendungen mit geringem Strombedarf. Da Batterien ja keinen (zusätzlichen) Schaden durch Tiefentladung erleiden, spricht nichts dagegen, diese eben auch komplett zu entladen. Nur leer im Gerät belassen sollte man sie nicht, da droht dann irgendwann ein Auslaufen des Elektolyts...
     
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