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Ascher 26650 (generic XM-L)

MarkusFlash

Flashaholic
6 Mai 2015
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Trustfire Taschenlampen
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Ascher 26650: Schnäppchen oder Ascher zu Asche?

Ascher2.jpg

Die Ascher liefert auch ohne Akku etwas Licht: Dann aber kabelgebunden, das Feature für freie Energie aus Nullraumfluktuationen war für 12 EUR nicht mehr drinnen. Dafür aber ein netter Lanyard.


Bezugsquelle: https://www.amazon.de/dp/B01MRN2RKY/ref=sr_ph?ie=UTF8&qid=1486556975&sr=1&keywords=Ascher

Preis: 12-16 EUR (günstiger zum Angebotspreis)

Eine Lampe mit Cree XM-L (vermutlich eine ältere T6), Ladefunktion und 26650 Akku - für ein paar EUR ist das schon verführerisch. Hier meine Beobachtungen zur "Ascher" und anschließend ein paar Hinweise:

+ Lampe erreicht die angegebenen 800+ Lumen in den ersten Minuten, fällt danach ab und pendelt sich bei gefühlten 500 Lumen ein. Ich sehe da keine elektronische Regelung für gleichbleibende Helligkeit, aber das ist ok. Helligkeit am Anfang entspricht der einer Thrunite TC10v2, die Lichtfarbe ist kaltweiß.

+ Die Lampe schluckt problemlos alle 18650 und 26650 Akkus, geschützt/ungeschützt, flattop/buttontop - egal. Witzig: 18650 klappern in der Lampe nicht und machen auch ohne Adapter guten Kontakt.

+ Der 26650er Akku kommt stark entladen: 2,47 V ! Nicht gut für den Akku und die interne Ladefunktion konnte da nix mehr machen, mein Nitcoreladegerät konnte den Akku wiederbeleben, er erreicht dann vernünftige 4,17V.

+ Ob der beigelegte Akku gegen Tiefentladung und Überladung geschützt ist, kann ich nicht sagen. Die interne Ladefunktion scheint mir den Akku nicht über 4,17V zu treiben, was sehr gut ist. Ein ungeschützter billig-18650er hat nach 90min auf maximalen Output 3,57V, ein geschützter Panasonic-18650er (3400mAh) hat nach 90min auf maximalen Output 3,58V, ein geschützter Keeppower 26650er (5200mAh) hat nach 90min auf maximalen Output noch 3,73V. In allen diesen Fällen ist bei reduzierter Leuchtkraft noch Laufzeit drinnen, die 18650er würde ich aber nicht viel tiefer entladen.

+ Die Lampe hat im Betrieb eine blaue LED unter dem Schalter an; als der Akku tiefentladen war, hat die nicht mehr geleuchtet. Beim Ladevorgang blinkt die rot, beim Abschluss des Ladevorgangs kommt wieder das blaue Leuchten.

+ Haptik und Optik der Lampe ist gut, liegt komfortabel in der Hand. Das UI ist simpel und nicht sehr effizient aber praktikabel genug. Wenigstens ist der Strobemode nicht in der regulären Schaltreihenfolge. Die Lampe ist dünnwandig und leichtgewichtig aber macht einen hinreichend stabilen Eindruck.

+ Die Lampe kann man im Werkszustand kaum als spritzwasserfest bezeichnen. Das ist schlecht, wenn man bedenkt, dass da ein mächtiger Akku drinnen steckt. Wasser bricht massig beim der Frontglas durch, der O-Ring dort ist ein Witz (sogar die Frontscheibe sitzt locker!). Man bekommt die Lampe wasserdicht /gegen kurzes Untertauchen), wenn man den O-Ring durch einen dickeren O-Ring austauscht, der mehr Anpressdruckgegen die Frontscheibe ausübt; dazu schraubt man den nicht anodisierten Ring ab - dessen Gewinde muss man auch mit Sanitärdichtband abdichten.

+ Die Lampe kommt mit einem guten Lanyard.

+ Das Lichtbild der Lampe ist einigermaßen sauber, gute Kombo zwischen Throw und Spill.

+ Die Lampe leuchtet auch während dem Ladevorgang uneingeschränkt und auf niedriger Stufe leuchtet sie sogar, wenn man den Akku entfernt und sie nur am USB-Lader hängen lässt. Sehr vielseitig, im Notfall kann man aus dem Ding damit wohl immer etwas Licht quetschen (sogar wenn der Akku abgeraucht sein sollte!). Mit ein paar Schlauchklemmen zur Befestigung kann man aus der Lampe eine wirklich billige aber trotzdem halbwegs starke Fahrradlampe improvisieren, die zusammen mit einem Akkupack auch über lange Touren Licht liefern würde.

Fazit:

Die Sicherheit der Lampe kann man erhöhen, wenn man einen guten geschützten Akku einlegt. Exemplare z.B. von Keeppower haben auch mehr Kapazität. Trotzdem niemals unbeaufsichtigt laden lassen.

Es ist keine rundum-sorgenfrei Lampe, kein Komplettpaket welches man einfach so verschenken sollte. Lampen mit solchen Akkus sind halt kein Spielzeug. Aber im Prinzip kann man hier eine günstige und leistungsfähige Lampe für wenig Geld bekommen.

Die Lampe ist eine simple Konstruktion, die weit unter dem Potential von Lampen mit solchen LEDs und Akkus betrieben wird. Im Zweifelsfall kann man sie mit einfachen Werkzeugen gut reparieren. Es ist keine hochgezüchtete, (vermeintlich) zuverlässige Einsatzlampe, aber die Art von Lampe, die sich mit etwas Wartung über die Jahre rettet und irgendwie nie wirklich kaputt wird.
 

Hardware

Flashaholic**
6 Mai 2015
1.935
1.905
113
Thüringen
In der Beschreibung zur Lampe steht folgendes zum UI:

- Helligkeit / Blinklicht
1. Helligkeit:

Für die hohe Helligkeit, drücken Sie die Taste einmal, um es zu aktivieren.
Für die mittlere Helligkeit, drücken Sie die Taste zweimal.
Für die niedrige Helligkeit, drücken Sie die Taste dreimal.
* Wenn Sie die Taste dreimal hintereinander drücken und dann noch einmal, wird die Taschenlampe ausgeschaltet.
* Wenn Sie jedoch die Taste einmal drücken, um die Taschenlampe einzuschalten und länger als 3 Sekunden gedrückt halten (in einem beliebigen Modus), dann erneut drücken, schaltet die Taschenlampe aus.
2. Blinklicht:
Langes Drücken der Taste, um in den Blinklichtmodus zu gelangen, dann zum Ausschalten einmal drücken.
 

MarkusFlash

Flashaholic
6 Mai 2015
170
222
43
Zum UI:

Start auf High, danach klickt man Mid, Low, Off

Das gilt aber nur ein paar Sekunden nach der Aktivierung der Lampe! Danach gilt, dass jeder weitere Klick die Lampe abschaltet. Man muss also nicht immer alle Modi durchschalten.

Strobe wird durch einen (wirklich) langen Druck auf den Schalter ausgelöst (3-4 Sekunden). In der Zeit wäre ein potentieller Angreifer schon fertig mit dem Überfall und hätte auch die Beute schon umgesetzt nachdem er bei der Fußmassage war. Strob funktioniert auch aus "Off" und jedem anderen Mode heraus.

Man sieht schon: Schrott ist das UI sicher nicht, wenn man bedenkt das die Lampe nur einen Schalter hat!
 
  • Danke
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mkr

Flashaholic***²
2 Februar 2013
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Nanda Parbat
FWIW, es handelt sich hier um eine umgelabelte Soshine TC12.
Oder zumindest einen Vorgänger davon. Die Soshine hat eine XM-L2 verbaut, und ist mit 100 Lumen mehr angegeben.
 

ds0815

Flashaholic*
29 Dezember 2010
683
371
63
Bei Hannover
Sieht nach einer soliden Lampe aus. Danke für das Review.
In China sah man früher die Marke Soshine als "Edelmarke" an. Die Produkte waren nicht billig aber hatten eine gewisse Qualität.
Wenn Ascher eine "verkappte" Soshine ist, sollte die Lampe verlässlich sein.
 

beamwalker

Flashaholic*
21 Januar 2014
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CH
Olight Shop
In China sah man früher die Marke Soshine als "Edelmarke" an.

Ich habe die oben von mir erwähnte Soshine TR-50L jetzt vorliegen, siehe Foto. Sie scheint wirklich mit der Ascher verwandt zu sein.
Dass es sich um eine Billiglampe handelt, merkt man schnell:

  • teil unsaubere Verarbeitung, z.B. beim Clip; Kratzer am Gehäuse
  • Gewinde nicht gefettet
  • Gewinde nicht anodisiert, d.h. kein Lockout durch Aufdrehen
  • Abdeckung der USB-Buchse hält nicht wirklich gut
Auf der Plus-Seite:

  • GITD-Dichtungsring
  • Selbst beim Laden per USB ohne eingelegten Akku kann die Lampe eingeschaltet werden, wie oben von MarkusFlash beschrieben.

soshine_TR-50L.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Danke
Reaktionen: ds0815

beamwalker

Flashaholic*
21 Januar 2014
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CH
Die Zanflare F1 habe ich und an der habe ich gar nichts auszusetzen. Die ist aber auch deutlich teurer...