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Armytek Predator G109.01 v2.0 --Review--

amaretto

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12 August 2010
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NRW
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Der kanadische Hersteller Armytek bietet mit dem Modell Predator eine innovative Taschenlampe für erfahrene Taschenlampenbenutzer oder für professionelle Anwendungen an.

Die offiziellen Eckdaten:

  • Maße (Länge x Kopf x Body) 155 x 36,5 x 25,4 mm
  • Gewicht (ohne Akkus) 135g
  • Helligkeit: 500 Lumen
  • Leuchtdauer: max. 100 Tage
  • Emitter: Cree XP-G R5
  • Oberflächenvergütung: HA III-Anodisierung in matt schwarz
  • Wasserdicht nach IPX-8

Hier einmal mit beigefügtem Gummi-Greifring



mit Clip und ohne Ring gefällt sie mir noch besser



Die Lampenelektronik vom Batterierohr aus gesehen:



Größenvergleich: v.l.n.r Thrunite TN11, Armytek Predator, Lumintop TD15, Klarus XT11, Solarforce L2T



Reflektor-Vergleich, links Predator, rechts TD15



saubere Gravur:




Funktionen und Leuchtstufen
Das Bemerkenswerteste an diesem Modell sind die mannigfaltigen Einstellungsmöglichkeiten, auf die ich zwecks Verkürzung des Erfahrungsberichts nicht zu detailliert eingehen werde. Ich beschreibe die Lampe hier eher aus der Sicht eines Normal-Anwenders. Es wird es sicher Leute geben, die angesichts der vielen Konfigurationsparameter und beim Anblick der Bedienungsanleitung das Grausen bekommen. Die beigelegte BDA (gibt's auch hier zum download als pdf ) füllt kleingedruckt Vor- und Rückseite eines knapp DIN-A3 großen Blattes. Ich muss gestehen, dass sich bei mir die Geduld für ein ausführliches Studieren ellenlanger Bedienungsanleitungen in engen Grenzen hält. Intuitiv zu bedienende und selbsterklärende Produkte sind mir eigentlich lieber.


Dankenswerterweise kommt die Taschenleuchte mit dem martialischen Namen bereits im Auslieferungszustand in einer Voreinstellung, die nahezu alle Tala-Freunde zufrieden stellen sollte. Wer nicht möchte, braucht also nichts einzustellen und kann die Lampe aus der Verpackung heraus wie jede andere bedienen. Wem die Voreinstellungen wider Erwarten nicht zusagen sollten oder wer schlicht und einfach spielen möchte, kommt allerdings um eine Viertelstunde Lektüre und einiges Probieren nicht herum.

Folgende Modi sind voreingestellt (Military Mode):

Festgedrehter Kopf
Ultralow / mid / high (mit Memory, die zuletzt eingestelle Helligkeitsstufe wird gespeichert)

Gelöster Kopf
Firefly (moonlight) / strobe

Um nur einen Teil der umfangreichen Features zu nennen: man kann zig verschiedene Leuchtstufen in beliebiger Helligkeit wählen; für jeden verwendbaren Akkutyp bzw. Batterien ist eine Akku-Leer-Warnung einstellbar; der exakte Akku-/Batterie-Ladezustand ist jederzeit abrufbar usw. Ohne Zuhilfenahme eines PC lässt sich die Lampe nahezu vollkommen nach Belieben programmieren.

Für detailliertere Infos zu den vielen Einstellungsmöglichkeiten und erweiterten Bedienung bitte ich z.B. hier nachzulesen.

Geschaltet werden die Modi durch lösen und wieder festziehen des Kopfes. Der Vorwärts-Schalter (forward-clicky) dient nur für An/Aus. Morsen bzw. Momentlicht ist möglich.





Lieferumfang
Wie bereits aus mehreren reviews bekannt, wird die Predator in einer vollkommen ausreichenden Pappschachtel mit dem mittlerweile üblichen Zubehör geliefert:

- Holster, bei dem Lampenpreis hätte es etwas wertiger sein dürfen
- Halteband
- Ersatz-O-Ringe und Schalterkappe
- "Combat-Ring" aus Gummi
- Gummiring, den man anstelle des Combat-Rings aufziehen kann
- Nyogel ist anders als bei früheren Versionen der Lampe leider nicht mehr dabei





Haptik, Aufbau
Beim ersten Befummeln der Neuerwerbung fällt sogleich auf, wie enorm griffig und samtig sich das mattschwarze Gehäuse anfühlt. Auch ohne Riffelung oder Knurling sollte die Lampe bei nassen Händen nicht entgleiten. Ich hege allerdings die Befürchtung, dass die matte Anodisierung trotz hochwertiger Ausführung anfällig für Kratzer ist.

Aprospos rutschig, die wackelfrei laufenden Gewinde sind satt mit dem Schmiermittel Nyogel 760G gefettet. Viel Fett und doppelte Dichtungsringe garantieren, dass die Elektronik nicht ungewollt auf Tauchstation geht, also Eindringen von Wasser ist wahrscheinlich ausgeschlossen.

schön fett: die nyogelgetränkten Gewinde




Am interessanten Ende der Lampe beherbergt der im Vergleich zum Batterierohr wuchtige Lampenkopf einen glatten und ungewöhnlich tiefen Reflektor mit genau zentrierter LED. Davor sitzt ein zur Vermeidung von Verlusten beschichtetes Frontglas mit 98-99% Durchlässigkeit.

Am anderen Ende lugt die Gummikappe des straff zu betätigenden Schalters (leider) über die Tailcap hinaus, sodass Tailstand (also Kerzenfunktion oder auch Deckenbeleuchtung) nicht geht. Dafür müsste man sich eine Art Ständer bauen, etwa durch aufstecken des Combat-Rings. Beide Enden der Lampen sind durch einen gehärteten Ring vor üblen Stößen geschützt.


Energieversorgung
Bei der Energieversorgung ist die Predator flexibel. Ihr könnt sie mit beliebigem 1x 18650 eurer Wahl (auch LiFePO4) oder 2x 18350 (nur ungeschützt)/ 16340/ CR123A füttern, dank geräumigem Batterierohr und gefedertem Minuskontakt der Schalterkappe gibt es keinerlei Passprobleme.






steht drauf, was rein darf:




Stromverbrauch
Der Energiehunger hält sich in Grenzen, mehr als 1,5 Ampere bei höchster Helligkeitsstufe genehmigen sich LED und Treiber nicht von einem einzelnen Akku. Bei zwei Akkus oder Batterien aufgrund der höheren Spannung sind es nur etwa 0,75A. Hochstromfähige Akkus werden also nicht benötigt.

Nur eine XP-G, wo doch heutzutage XM-L bestückte Lampen so in Mode sind? Alles eine Frage des Anwendungszwecks. Wer beispielsweise hohe Leuchtweite wünscht, erreicht dies mit einer größeren XM-L in der Regel nur über einen entsprechend großen Reflektor. Das bedeutet somit auch einen großen Lampenkopf. Der kleineren XP-G reicht ein kleinerer Reflektor für einen gerichteten Strahl. Darüber hinaus ist die XM-L auch erst dann heller als eine mit XP-G, wenn sie mit entsprechend hohem Strom versorgt wird. Hoher Stromverbrauch bedeutet andererseits wieder geringere Laufzeit usw..

Kurzum auf den Punkt gebracht, die Auslegung der Predator ermöglicht eine hohe Reichweite bei relativ kompaktem Gehäuseformat sowie eine lange Laufzeit auf hellster Stufe von bis zu 2 Stunden (mit 2x 18350).



Regelungsqualität
Bis zum Erreichen der Entladungsgrenze (Schutzschaltung des/der Akkus oder der Lampe, je nachdem was eher anspricht) soll die Helligkeit der Lampe laut anderer Reviews auf absolut gleichem Niveau bleiben. Es ist aber auch eine andere Entladefunktion einstellbar, etwa in Schritten oder in einer Kurve abfallende Helligkeit.

Laufzeitdiagramme von selfbuilt
Laufzeittest von Walter



Helligkeit und Reichweite
Maximalwerte, gemessen kurz nach dem Einschalten

XP-G-Lampen
Armytek Predator --- 374 Lm / 19.800 Lux
Lumintop TD15 --- 307 lm / 13.925 Lux
Fenix PD31 --- 305 lm / 4.810 Lux

XM-L-Lampen
Klarus XT11* --- 425 lm / 6.750 Lux
Thrunite TN11* --- 612 lm / 15.000 Lux

(* mit 1x 18650, mit 2x 16340 ist der Wert höher)

Luxwertermittlung mit Eurolite LM-200 Luxmeter, Entfernung 5m (auf 1m umgerechnet), Lumenwerte im ceilingbounce-Verfahren mit Referenzlampen. Alle Angaben sind Näherungswerte ohne Gewähr.


Sowohl bei der Helligkeit als auch bei der Reichweite erreicht die Predator Spitzenwerte in ihrer Klasse (Größe und LED-Typ). Dank ihrer Regelung spielt es keine Rolle mehr, ob der Schalter verlustarm ist oder nicht, ein Überbrücken mit dickem Draht brachte keinerlei Veränderung. Modding daher nicht nötig.



Leuchtbild, beam-profile
Die Predator ist eher ein thrower, das wird bei diesem engen spot sofort klar. Aber anders als die meisten anderen thrower macht sie nicht nur einen hellen Punkt und ein bissel Streulicht (spill) drumherum. Nein, an den kleinen spot schließt sich eine helle Corona und ein heller, gleichmäßiger spill an. Dies lässt sie im Vergleich zu anderen XPG-Lampen subjektivheller wirken. Dafür ist ihr Lichtkegel enger bzw. kleiner und leuchtet weniger in die Breite. Sehr gut gefällt mir die Lichtfarbe, nicht zu kalt, eher auf der neutraleren Seite aber ohne eine gelbliche Färbung. Einen Vorteil der XP-G sehe ich übrigens darin, dass die Lichtfarbe über den beam sehr homogen ist. Viele Modelle mit XM-L haben beispielsweise einen gelben spot und gleichzeitig einen bläulichen spill.



Vergleich: Lumintop TD15


Armytek Predator v2.0


links Predator, rechts TD15


nochmal monochrom: links Predator, rechts TD15




Fazit
Wofür braucht man heutzutage im allgemeinen XM-L hype und Lumenwahn noch eine Lampe wie die Armytek Predator?

Für die Predator sprechen
- beispiellose Konfigurationsmöglichkeit
- gute Leistungsfähigkeit, hell und weit leuchtend
- kompakte Abmessungen
- moderater Stromverbrauch und lange Laufzeit

Wenn wir mal das Lumen-Posing auf Forentreffen oder vor Bekannten und Arbeitskollegen beiseite lassen, wird man mehr Licht als von der Predator kaum benötigen.

Ich persönlich finde die Optik der Lampe durch den kantigen Kopf irgendwie brutal, und das gefällt mir. :)

Die Armytek Predator ist im Handel je nach Anbieter für 90-100€ zu bekommen. Das ist kein Schnäppchen aber angesichts des Leuchtergebnisses und der einzigartigen Anpassungs- bzw. Konfigurationsmöglichkeit ein noch angemessener Preis.

Was Armytek der Predator noch spendieren könnte:
- hochwertigeres Holster
- aufsteck- oder aufschraubbarer Diffusor und Farbfilter
- CR123A im Lieferumfang
- tailstand-fähige Endkappe
 
Zuletzt bearbeitet:

cuxhavener

Flashaholic***²
7 März 2010
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8.114
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Super Review:thumbsup:

Die XP-G wird immer wieder gern unterschätzt, fast jeder will nur noch XM-L obwohl man mit der XP-G Led schön kompakte Lampen mit ordentlicher Reichweite und zugleich praxisgerechter Laufzeit bauen kann.

Gruß
Klaus
 

walter01

Ehrenmitglied
12 August 2011
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5.823
113
Raum Karlsruhe, BW
Acebeam
Danke Amaretto, ein wirklich tolles Review. :thumbsup:

Super Bilder, viele Detailinformationen, eigene Einschätzungen und schöne Beamshots - was will man mehr? :confused: Natürlich die Lampe selbst. :D

Wenn du Lust hast, kannst du das "?" bei der PD31 durch 4.810 Lux eintauschen. :)

Gruß Walter
 
  • Danke
Reaktionen: amaretto
30 Juli 2012
15
0
0
Hey,
wo kann man denn die V2 anstatt der Goldenen Anbauteile mit Schwarzen bekommen habe die V2 immer nur in Gold gesehen.
Kannst du eine Aussage treffen ob das was im Video auf der Hersteller-Homepage gezeigt wird auch plausibel ist ?
Grüße Daniel
 

archangel

Flashaholic**
7 April 2011
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1.432
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Hab jetzt auch eine Predator. Ein toller Thrower mit schmalem Kopf, dazu extremst wertig. Die ideale Ergänzung zur eher flutigen Viking X die ebenfalls seit dieser Woche meins ist. :)

Ein Spitzenduo!! :thumbup:
 
Zuletzt bearbeitet:

archangel

Flashaholic**
7 April 2011
4.544
1.432
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Uff Johannes, da muss ich dir Recht geben. :eek: Ich hätte schwören können XP-G2 gelesen zu haben. :S Asche auf mein Haupt...

Ändert aber nichts an meiner großen Zufriedenheit!
 

Blackgsxr

Flashaholic
8 Januar 2012
154
9
18
Lumen und Leuchtweite

Hallo,

ich bin auf eine Variante der Predator mit XM-L LED gestossen. Was mich nun wundert ist die Angabe der Leuchtweite im Verhältnis zum Lumenwert. Man kann also nicht sagen, dass z.B. 760 lm weiter leuchten als 670 lm? Bedeutet das eher, dass 760 lm z.B. auf 100m heller sind als die 670 lm? Klingt zunächst irgendwie unlogisch.

Gruß

Marcus
 

amaretto

Moderator & Beamshot-SEK
Teammitglied
12 August 2010
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NRW
Die XM-L Variante leuchtet trotz höherer Lichtleistung womöglich sogar weniger weit. Hat mit der LED-Größe zu tun.
 

Blackgsxr

Flashaholic
8 Januar 2012
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Ja, so ist es auf der Armytek HP angegeben. Aber was bedeutet dann lichtleistung? Worauf muss ich achten, wenn die Lampe weit leuchten soll?

Gruß.
 

amaretto

Moderator & Beamshot-SEK
Teammitglied
12 August 2010
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NRW
Die Lichtleistung beschreibt die Gesamtmenge an Licht, die von der Lampe ausgesendet wird. Wird sinnvollerweise in Lumen nach dem ANSI-Standard gemessen.

Die Messung der Reichweite wird dagegen in einer definierten Entfernung gemessen, wieviel Licht an einem Messpunkt in der Mitte des Lichtkegels noch in einer Entfernung von der Lampe aus ankommt. Maßeinheit ist hierbei Lux (nicht Lumen).

Theoretisch könnte man mit einem Punktstrahler einen sehr hohen Luxwert und hohe Reichweite erzielen, obwohl drumherum die Landschaft dunkel bleibt und die Lichtleistung nicht mal hoch sein muss.

Suche als Lampen mit möglichst hohem Luxwert, wenn es dir auf maximale Reichweite ankommt. Ob der Lichtkegel einer Lampe, die in der Ferne nur einen hellen Lichtpunkt macht und sonst alles im Dunkeln lässt, praxisgerecht ist, wäre eine andere Frage.
 

Trabireiter

Flashaholic**
5 April 2012
1.317
592
113
in Sachsen
Zum Vorstellen:

Ein handelsüblicher Laser(Pointer) zum Beispiel haut alles an Licht auf einen Punkt. Die Leuchtweite ist hier extrem hoch, die Lichtmenge (Lumen) ist aber nicht besonders groß.

Den genauen Zusammenhang hat Amaretto gut erklärt.
 

Blackgsxr

Flashaholic
8 Januar 2012
154
9
18
ok, soweit verstanden. macht die Sache nicht einfach. bisher habe ich das fehlinterpretiert mit den lumen. welcher Shop ist denn zu empfehlen für die predator?
Gruß.
 

Blackgsxr

Flashaholic
8 Januar 2012
154
9
18
danke für den link. ich muss mich noch etwas einlesen über die Varianten und vor und Nachteile der Version 1 und 2.

Marcus.