120W Hotwire - eine tiefergehende Betrachtung

Dieses Thema im Forum "Glühlampen-Taschenlampen" wurde erstellt von The_Driver, 16. September 2013.

  1. Was ist eine "Hotwire"?

    Hotwire heißt ja übersetzt "heißer Draht". In die Richtung geht auch die Definition diese Begriffs. Eine Hotwire ist eine umgebaute Taschenlampe mit einer an Überspannung betriebenen Halogenbirne, welche meistens sehr stark ist im Verhältnis zur Größe der Lampe.

    Der Begriff stammt aus früheren Zeiten, wo clevere Leute im CPF-Forum mit allen Mitteln versucht haben ihre Taschenlampen heller zu machen. Die wirklich hellen Lampen damals waren allesamt sehr, sehr teuer und auch nicht unendlich hell (SureFire M6 mit 500 otf Lumen war so die hellste).

    Sehr gängig waren umgebaute Maglites, da diese einen schönen, hochwertigen und vor allem günstigen Host (= Lampenkörper) darstellen. Das führte zu unzähligen Umbauteilen, welche diese Lampen noch weiter verbessern sollten.
    Die Lampe, welche ich im Folgenden vorstellen werde, basiert im Kern auch noch auf diesen Maglites. Wer noch viele weitere Infos zu diesem Thema finden möchte, sollte unbedingt mal im Wiki nachschauen.

    Ziel meiner Lampe:

    Ziel war es, eine maximal effiziente, maximal helle und vor allem auch geregelte Lampe zu "bauen", welche Dauerbetriebsfest und vor allem auch sicher ist. Die Leuchtmittel bzw. Birnen sollten von Osram und demnach in Deutschland günstig und leicht zu beschaffen sein. Außerdem sollte die Akkulaufzeit nicht all zu kurz sein.
    Natürlich sollte die Lampe auch heller sein als die meisten LED-Lampen mit nur einer LED ;).

    Jetzt kommen wir zu den einzelnen Bestandteilen meiner Lampe:

    Die Birne:

    Wenn es um maximale Effizienz geht, geht nichts über die IRC Birnen, welche vor allem von Osram angeboten werden. Diese haben eine Beschichtung an der Innenseite des Glaskolbens, welche die Infrarotstrahlung zurück auf die Glühwendel reflektiert (Osrams Beschreibung dazu hier). Diese "brennt" dadurch heißer und demnach mit einer höheren Farbtemperatur (also weißer) und somit heller. Bei einer Leistung von 35W ist eine IRC-Birne z.B. ca. 37% heller (860 zu 630 Lumen) als die gleich starke normale Version.

    Diese Helligkeiten erreicht man aber auch locker mit LEDs und sind für mein Projekt somit uninteressant. Ich habe mich stattdessen für die stärkste IRC-Birne entschieden, die Osram im Angebot hat: die Osram Halostar Eco 64447 mit 60W und 1650 Lumen bei 12V (alle weiteren findet man hier). Das sind beeindruckende 27,5 Lumen/Watt ohne Überspannung.

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    In CPF-Mitglied LuxLuthors ausführlichen Birnentests ist auch ein Test dieser Birne enthalten. Bedenken sollte man hierbei, dass diese Birnen damals noch mit 65W und 1700 Lumen angegeben wurden. Falls diese Tests irgendwann mal offline sein sollten, kann man mir gerne 'ne PN schicken, da ich alle auf meinem Rechner gespeichert habe ;).

    Wenn man sich diesen Test anschaut, fällt einem sofort der entscheidende "Clou" dieser IRC-Birnen auf: die lassen sich, bedingt durch ihre sehr hohe Lebensdauer bei 12V, mit extremer Überspannung betreiben. Laut seinem Test bis zu 67% mehr!

    Jetzt noch mal ein paar Infos zu Halogenbirnen: Die Effizienz verhält sich anti-proportional zu der Lebensdauer selbiger. Wenn also die Effizienz und somit die Farbtemperatur ("Weißheit") der Birne steigt, sinkt die Lebensdauer dramatisch ab. Deswegen gibt es eben "normale" Halogenbirnen mit 3000h Lebensdauer, welche z.B. für Zimmerbeleuchtung gedacht sind und auch "hoch ausgereizte" Birnen mit nur 50h Lebensdauer, welche ein weißeres Licht machen und effizienter sind. Osram vermarktet die hoch ausgereizten Birnen mit dem Zusatz "XENOPHOT HLX" (siehe hier im Online-Katalog). Das "XENOPHOT" besagt übrigens, dass diese Birnen, wie auch die IRC-Birnen, anstatt mit Krypton mit dem teureren Xenon-Gas gefüllt sind. Dieses sorgt für eine Effizienzsteigerung von ca. 10%.
    Jetzt aber noch mal zurück zur Lebensdauer und Effizienz: je höher die Lebensdauer einer Birne, desto mehr Überspannung verträgt sie!

    Bei seinen Tests hat LuxLuthor auch Lux-Werte der Birnen ermittelt, woraus sich die abgegebenen Lumen berechnen lassen. Ich betreibe meine Birne mit ca. 18,5V. Das sind 118,4W (man beachte, dass dort eine Spalte mit berechnetem und eine Spalte mit dem tatsächlich gemessenen Strom ist). Bei dieser Spannung produziert die Birne 196,99% mehr Lux und somit Lumen im Vergleich zu 12V. Wenn man von der aktuellen Spezifikation der Birne ausgeht (Osram hat sie wohl mal von 65W auf 60W und von 1700 auf 1650 Lumen runter gestuft), ergibt das 4900 Lumen. Das sind immerhin 41,4 Lumen/Watt. Das ist für eine Halogenbirne extrem gut!

    Wenn man jetzt davon ausgeht, dass der OP-Reflektor 80% des Lichtes reflektiert und die Glasscheibe 92% des Lichtes durch lässt, dann machen auch die 3600 otf Lumen meiner Lampe, welche wir beim Forumstreffen in Photons Ulbrichtkugel gemessen haben, sehr viel Sinn. :teufel:

    Laut LuxLuthors Test beträgt die Lebensdauer der Birne bei dieser Spannung ca. 22 Stunden. Bedenken sollte man hierbei aber, dass diese Lebensdauer nur durch nicht sonderlich genaue Formeln berechnet wurde. Ich würde sie in diesem Fall als deutlich kürzer einschätzen. Sagen wird 7-9 Stunden. Die Formeln stammen übrigens aus den Hotrater Tabellen vom ehemaligen CPF-Mitglied AWR. Luxluthor selbst schreibt, dass er diese für sehr ungenau befunden hat.

    Beachten sollte man bei LuxLuthors Tests noch, dass er die Birnen extrem langsam hochgefahren hat: ca. 30s lang (!!). Jetzt fragt Ihr natürlich:

    Warum muss man eine Birne langsam hochfahren? :confused:

    Glüh- und Halogenbirnen haben im kalten, ausgeschalteten Zustand einen viel niedrigeren Widerstand, als im Eingeschalteten. Das führt dazu, dass, wenn man sie einschaltet, für kurze Zeit ein extrem hoher Strom fließt. Wenn man die Birnen dann mit einer noch höheren Spannung ansteuert, wird auch dieser Strom größer. Dass kann dazu führen, dass die Birne direkt beim Einschalten kaputt geht. Das wird im CPF als "insta flash" bezeichnet.

    Warum ist das so?

    Die Glühwendel besteht ja aus Wolfram. Wolfram hat, wie alle reinen Metalle, einen positiven Temperaturkoeffizienten des Widerstandes. Das bedeutet, dass der Widerstand linear mit der Temperatur der Glühwendel ansteigt. Zahlen dazu findet man hier. Hier sieht man ein Diagramm mit dem Einschaltstromverlauf einer KFZ-Glühlampe.

    Um dieses Problem zu umgehen, braucht man einen sogenannten Sanft-Starter ("soft starter"). Diesen kann man auf 2 Weisen realisieren: mit einem NTC-Widerstand (quasi das Gegenteil einer Birne => negativer Temperaturkoeffizient) oder mittels entsprechendem Code im Spannungsregler, der die Leistung langsam hochfährt. Wie das bei meiner Lampe gelöst wurde, erfahrt ihr im Abschnitt "Der Regler".

    Weitere Eigeschaften der Osram 64447 und Osram IRC Birnen:

    Alle Osram IRC-Birnen haben eine axiale (= hochkant) Glühwendel und einen Kugel-förmigen Glaskolben aus Quartz-Glas.

    Die Anordnung der Glühwedel und die Form des Glaskolbens hängen direkt miteinander zusammen: die Beschichtung an der Innenseite des Kolbens soll ja die IR-Strahlung in alle Richtungen abfangen und auf die Glühwendel zurück reflektieren. Das klappt nur bei einer Kugelform.

    Die axiale Glühwendel ist interessant mit Hinblick auf Taschenlampen: im Vergleich zu Birnen mit horizontaler Wendel, kriegt man einen kleineren, perfekt runden Hotspot und dafür mehr Licht drum herum, also eine hellere Korona. Die Reichweite de Spots dürfte bei Birnen gleicher Intensität unabhängig von der Wendelanordnung sein. Bei horizintaler Wendel (und smo Reflektor) kriegt man hingegen einen Ei-förmigen bzw. Ovalen Hotspot.
    Um das zu verstehen, muss man sich das Ganze dreidimensional vorstellen. Wichtig dabei ist, dass nur ein Teil der Glühwendel im direkten Fokus des Parabolreflektors liegt.

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    Der Glaskolben von allen Osram Halogenbirnen besteht aus dotiertem Quarzglas.

    Quarzglas, da er, bedingt durch seine kleine Form, sehr heiß wird (das muss er auch => siehe Wolfram-Halogen-Kreisprozess oder hier die Erklärung von Osram).

    Dotiert heißt in diesem Zusammenhang, dass das Quarzglas mit absorbierenden Materialien angereichert wird. Dadurch wird UV-B und UV-C Strahlung effektiv komplett blockiert. Die weniger schädliche UV-A Strahlung wird um ca. 50% reduziert. Der Vorteil von diesem eingebauten "Filter" ist, dass man eine geringere Materialbelastung und -ausbleichung (vor allem von Kunststoffen) im Bereich der Lampe erzielt. Osram-Artikel dazu hier.

    Ganz nebenbei ist die 64447 eine Stiftsockelbirne im Format GY6.35. Im Englischen werden diese Birnen "bi pin bulbs" genannt. GY6.35 bedeutet, dass die "Stifte" einen Abstand von 6,35mm und einen Durchmesser von jeweils 1,2-13mm haben. Eine Auflistung aller Baugrößen findet man hier.

    So, das war es jetzt erst mal mit technischen Details. Jetzt kommen erst mal mehr Bilder und andere interessante Dinge :D

    Der Lampenkörper:

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    Er nennt sich Elephant II und wurde von CPF-Mitglied fivemega hergestellt. Es wurden 2008 ca. 120 Stück in verschiedenen Farben und Ausführungen hergestellt und verkauft. Momentan sind noch 3 Stück verfügbar. Ich hab meinen gebraucht erstanden, da ich ihn unbedingt in rot wollte. Ich hatte sehr viel Glück.

    Das Besondere an dem Lampenkörper ist eindeutig, dass er 4 18650er nebeneinander beherbergt. Das gab es vorher noch nie. In Maglites kriegt man, wenn man sie aus dreht, höchstens 3 17670er oder 4 AAs parallel rein. Bedenken sollte man jetzt, dass dieser Lampenkörper extra für Hotwires gemacht ist. Deswegen basiert er auch auf den Maglite-Lampenkörpern. Das erkennt am identischen Kopf-Gewinde und daran, dass eine Magliteschaltereinheit eingesetzt werden kann.

    Im Paket enthalten sind der Lampenkörper samt Endkappe und der Akku-Träger. Dieser hat massive Messing-Kontakte welche, wenn alles zusammen geschraubt ist, die Akkus einklemmen und so, für sehr niedrige Übergangswiderstände sorgen. Er ist sehr massiv und ziemlich gut verarbeitet. Da steckt viel Aufwand drin.

    Den Lampenkörper gibt es in 4 Konfigurationen:
    A - 4 * 18650er Akku
    B - 8 * 18650er Akku
    C - 12 * 18650er Akku
    D - 16 * 18500er Akku

    Die Konfigurationen B-D werden durch Verlängerungsstücke für den Lampenkörper und Verlängerungsstücke samt extra Kontaktplättchen für Akku-Träger ermöglicht. Ich habe mich für "B" entschieden.

    Der Akku-Träger selbst wurde auch nochmal in verschiedenen Versionen angeboten. Dabei ging es um die Verschaltung der Akkus. Standardmäßig sind alle in Serie geschaltet. So ist es auch bei mir. Er hat hinten außerdem eine Buchse für einen Stecker, über den man die Akkus direkt aufladen kann (ohne Balancen). Der passende Stecker ist auch dabei.

    Der Lampenkörper selbst ist sehr hochwertig und ein absolutes Schmuckstück! :thumbup: Er hat viele, ausgeprägte Kühlrippen, was bei so einer Lampe wirklich sehr sinnvoll ist. Durch die helle Farbe der Eloxierung ist diese leider relativ dünn und lässt sich leicht beschädigen :(.

    Hier mal ein paar Bilder:

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    Kurze Konfiguration (hier sieht man außerdem die Farbkodierung, damit man ihn richtig zusammen baut):

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    Lange Konfiguration:

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    Wie ja fast jeder hier sicherlich weiß, sind 8 18650er Akkus in Serie geschaltet in einem abgedichteten Metallrohr eine ziemlich gute Rohrbombe. Um die Sicherheit der Lampe auch im Ernstfall zu erhöhen, habe ich mir in die Endkappe der Lampe ein kleines Loch mit einem passenden Stopfen drehen lassen. Dieser ist aus Kunststoff, farblich passend und sogar mit einem Dichtungsring ausgestattet. Wenn sich also mal Druck in der Lampe aufbauen sollte kann er vorne am Schaltergummi und durch dieses Loch entweichen.

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    Der Lampenkopf:

    Um das Licht einer so großen Halogenbirne gut fokussieren zu können braucht man einen großen Metallreflektor und einen entsprechend großen Lampenkopf. Extra für diesen Zweck entwickelt und perfekt dafür geeignet sind die 3-Zoll großen Lampenköpfe mit Maglite-Gewinde von fivemega. Er hat diese in verschiedenen Varianten seit 2005 (!!) produziert. Ich habe mich für die aktuelle Version FM3X entschieden, da diese in rot ganz normal verfügbar war.

    Bei den Preisen von diesen edlen Lampenköpfen müsst Ihr bedenken, dass es absolut nichts Vergleichbares gibt und gegeben hat. Was Besseres kriegt man einfach nicht, wenn man es nicht gerade selber baut. Und wer kann schon selber Eloxieren und hat Zugriff auf passende, Hochtemperatur-feste Reflektoren?

    Den FM3X gibt es in verschiedenen Farben und mit smo oder OP-Reflektoren. Meiner ist rot und hat den OP-Reflektor. Mir war ein perfekter Beam sehr wichtig, wenn ich die Lampe auch mal benutzen soll. Die Scheibe ist aus Hitzebeständigem Borosilikatglas.

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    Maglite-Schalter:

    Hier gibt es eigentlich nicht viel zu schreiben. Man kriegt man ihn ganz normal als Ersatzteil bei Deutschen Händlern.

    Der Birnensockel:

    Da die Maglite-Schaltereinheit nur PR13-Birnen aufnimmt und bei enormen Wärmemengen, welche stärkere Halogenbirnen produzieren, sofort schmelzen würde, braucht man einen anderen Sockel für die heißen Bi-Pin-Birnen. Hier gab es zwar mehrere Produkte (6.35 Socket von fivemega, AW SoftStart), aber der bei weitem bekannteste und auch erfolgreichste war der Kiu-Socket. Dazu ist er auch noch recht günstig.

    Aktuell werden hier die letzten Restbestände abverkauft. Das Set besteht im Endeffekt aus einem normalen Keramik-Birnenhalter (für G4, G5.3 und GY6.35 Birnen), einem Aluminium-Plättchen mit einigen Löchern für Schrauben und Kabel und einigen Abstandsschrauben.

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    Der Witz bestand jetzt darin, dass man den schmalen Teil des Maglite-Schalters absägen muss und einige Löcher in diesen Bohren muss. Danach schraubt man das Alu-Plättchen auf den Maglite-Schalter, verschraubt den Birnensockel, führt die Kabel durch die Löcher und verlötet sie an den richtigen Stellen. Bedenken muss man jetzt noch, dass der Maglite-Schalter maximal 5A aushält. Man muss diesen also wahrscheinlich überbrücken oder ersetzen.

    Bei mir sieht das jetzt so aus:

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    Bedenken muss man jetzt noch, dass eine so umgebaute Schaltereinheit nicht in den Elephant 2 Lampenkörper rein passt. Er ist ausschließlich für den AW Softstart gemacht. Das Problem (eine Rille, welche die Schaltereinheit am Verrutschen hindert, sorgt dafür, dass der Schalter selbst nicht da ist, wo das Loch nach außen ist) lässt ich dadurch umgehen, dass man mit eine Drehbank die Rille im Lampenkörper entfernt.

    Da die Birne sonst zu hoch um Lampenkopf wäre, wurde bei mir auf die Abstandschrauben verzichtet. Das Problem kann man auf diesem Bild sehr gut erkennen.

    Der Regler:

    Alle meine Taschenlampen sind geregelt! So auch diese.
    Dazu habe ich mich für den JM-PhD-D1 PWM Hotwire Regulator von JimmyM im CPF entschieden. Meiner ist aus der zweiten und letzten Produktionscharge, welche hier angeboten wurde.

    Aber jetzt noch mal ganz vor vorne:
    Die meisten Leute hier im Forum haben noch nie eine geregelte Taschenlampe mit Birne gesehen. Das kennen sie erst von den modernen LED-Lampen und assoziieren das dann auch verständlicherweise damit. Technisch gesehen ist es aber genauso möglich Glühbirnen mit konstanter Spannung zu versorgen (im Gegensatz zu konstantem Strom bei LEDs). Mit Halogenbirnen und guter Technik ist viel mehr möglich, als die meisten glauben. :thumbup:

    Der PhD, wie ich ihn von jetzt an nennen werde, ist eines der Ergebnisse aus einer einjährigen Zusammenarbeit (2008) der CPF-Mitglieder JimmyM, AlanB und wquilles: dem "Hotwire Regulator Design Collaboration Project". Sie formulierten zusammen die ersten Ideen & Theorien, entwickelten die ersten Protypen, bauten und testeten diese schließlich. Am Ende brachte jeder sein eigenes Produkt auf den Markt, welche aber innen drin alle die gleiche, grundlegende Technik benutzen. Offensichtlich steckt in diesem Endprodukt also Unmengen an Entwicklungsarbeit. Die Threads des Projektes, wo alle Informationen veröffentlicht wurden (!!!): Teil1, Teil2, Teil3

    Der PhD ist eine kleine, grüne Platine, welche extra so konzipiert ist, dass sie genau unter das Alu-Plättchen eines Kiu-Sockets passt. Sie ist von einem PCB-Unternehmen (richtiger Begriff dafür?) hergestellt und mit korrekt dimensionierten Komponenten. Durch ihre Einfachheit ist sie trotz ihrer geringen Stückzahlen vergleichsweise günstig: 30$. Auf die anderen Regler, die bei dieser Zusammenarbeit zustande kamen, komme ich später noch mal zurück.

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    Und wie funktioniert das Teil denn jetzt? :confused:

    Der Regler enthält einen Atmel Tiny84 Microprozessor, welcher dauerhaft die Akkuspannung misst und dementsprechend die Ausgangsleistung mittels 12-Bit PWM (Pulsweitenmodulation) an der Birne als RMS-Spannung anpasst. Man kann sich den Regler also, wie einen großen, schlauen Schalter vorstellen, der 244 mal pro Sekunde die Verbindung zwischen Akkus und Birne an und aus schaltet. Die Anpassung an die aktuelle Akkuspannung geschieht, indem der Regler das Verhältnis zwischen Aus- und An-phasen ändert. Das ist im Endeffekt PWM. Der Regler kann die Spannung demnach nur runter regeln. Die Akku-Spannung unter Last sollte also immer höher sein als die eingestellte Birnen-Spannung.

    Um einen möglichst geringen Widerstand zu ermöglichen, ist der Regler an einen großen FET-Transistor angeschlossen den er an- und ausschaltet. Dadurch hat der Regler einen extrem niedrigen Innenwiderstand und eine Effizienz von fast 100%.

    Aus Spaß :)D:D) kann man jetzt berechnen, wie lang die An- & Aus-Phasen zu einem beliebigen Zeitpunkt, sprich einer beliebigen Akku-Spannung im Vergleich zu anzulegenden Birnenspannung, sind.

    Tastverhältnis = Einschaltdauer/Periodendauer

    Periodendauer = 1s / 244 = ca. 4,09ms

    Wenn man das hat kann man auch die angelegte Effektiv- bzw. RMS-Spannung berechnen:

    Ueff = Akkuspannung / sqrt(Tastverhältnis)

    Tastverhältnis = (Ueff / Akkuspannung)²

    Durchschnittstastverhältnis bei 3,6V pro Akku: (18,5V / 28,8V)^2 = 0,41
    Tastverhältnis bei 4,2V pro Akku: 0,3
    Tastverhältnis bei 2,5V pro Akku: 0,48

    Messen kann man die Ueff im Betrieb leider nicht, wenn man nur ein normales Multimeter hat. Das geht höchstens mit einem Fluke 289 im AC/DC-Mischmodus.

    Annäherungsweise kann man sie aber, wie folgt berechnen, wenn man anstatt der Birne einen Drahtwiederstand mit 1kOhm in den Birnensockel steckt.

    An diesem misst man dann mit einem normalen Multimeter die Spannung Uavg.
    Uavg = (Ueff^2)/Uin
    Uin = Akkuspannung (unter Last)
    Demnach Ueff = sqrt(Uavg * Vin)

    Aber nur 244 Hertz?? :confused:

    Bei LEDs wäre das ja der Horror. Dazu würde das mit der Effektivspannung ja auch überhaupt nicht funktionieren. Wenn man für eine Millisekunde z.B. 28V anlegt und eine Effektivspannung von 3V hat, geht die LED trotzdem sofort kaputt :D.
    Hier macht sich jetzt eine ganz entscheidende Eigenschaft von Glühbirnen zu Nutze: die thermische Trägheit der Glühwendel (aus Wolfram). Das bedeutet, das sie eine gewisse Zeit braucht, um sich auf- & abzuwärmen. 244 mal pro Sekunde schafft sie das sicherlich nicht.
    Das wiederum heißt also, dass Birne tatsächlich immer nur die eingestellte Effektivspannung abbekommt. Sehr praktisch :D :D.

    Eingestellt?!?!

    Ja, der Regler ist sehr intelligent programmiert und demnach konfigurierbar. Kommen wir also zu den Eigenschaften des Reglers:

    - Eingangsspannungsbereich: 5,2V - 40V
    - dauerhafter Maximalstrom: 13A (bis 15A getestet => keine Probleme)
    - Maximalleistung demnach 13A * 40V = 520W
    - an Birne angelegte Spannung per Poti auf 0,04V genau einstellbar (0-40V)
    - Tiefentladeschutz auch auf per Poti auf 0,04V genau einstellbar (0-40V)
    - eine oder mehrere Helligkeitstufen
    - bei mehreren Stufen kann sich der Anwender beim Kauf die Anzahl und jeweilige prozentuale Spannung der höchsten Stufe aussuchen
    - der Anwender kann sich beim Kauf aussuchen, wie die Lampe sich beim Eingreifen des Tiefentladeschutzes (TES) verhält: runter dimmen oder pulsierende Helligkeit
    - außerdem kann sich der A. aussuchen, ob die Lampe nach dem Eingreifen des TES nach einer bestimmten Zeit aus geht oder aus geht nachdem die Akku-Spannung unter einen bestimmten prozentualen Anteil der Spannung des TES fällt. Oder beides! :D :D
    - Vlow_latch => die Lampe geht nicht mehr aus dem Tiefentladeschutz raus, selbst, wenn die Akku-Spannung wieder über den eingestellten Wert geht (verhindert dauerndes hoch- und runter-Schalten)
    - Überhitzungsschutz bei einer der folgenden Temperaturen: 50, 60, 70, 80°C
    - die Lampe dimmt dann auf 35% der eingestellten Birnen-Spannung runter
    - der A. kann sich dann noch aussuchen, ob die Lampe dann nach einer bestimmten Zeit ganz aus gehen soll
    - Sanftstart mit s-förmigen Spannungsanstieg (erst langsam, dann schnell, dann ganz langsam an den eingestellten Punkt) => soll gut für die Birne sein
    - die Geschwindigkeit des Sanft-Starts ist auch einstellbar: langsam, mittel, schnell
    - Wenn die Lampe durch den Überhitzungs- oder Tiefentladeschutz ausschaltet, ist sie nicht ganz aus: der Mikrocontroller "schläft" und verbraucht 0,1mA.
    - als letztes kann noch eingestellt werden, wie lange die eingestellte Spannung des Tiefentladeschutz tatsächlich am Stück gemessen werden muss bevor selbiger greift => "Response"

    Meiner ist wie folgt von Werk aus eingestellt worden:

    - Birnen-Spannung: 18,5V
    - 3 Helligkeitsstufen
    - Level-1: 63%
    - Level-2: 74%
    - Level-3: 100%
    - langsamer Sanftstart
    - Tiefentladeschutz: 24V (inzwischen etwas höher gestellt)
    -Tiefentladeschutzwarnung: pulsieren
    - Lampe soll dann nach 30s aus gehen oder aber, wenn 92% des eingestellten Wertes erreicht werden
    - VLOW_Latch: aktiviert
    - Überhitzungsschutz: 70°C
    - außerdem soll dieser aktiviert sein und die Lampe nach 30s aus gehen
    -Response: 1/4s

    Toll sind jetzt mehrere Dinge:

    Die Birnen-Spannung und der Tiefentladeschutz lassen sich auch im Nachhinein von Besitzer ändern. Auf der Platine befinden sich 2 Potentiometer, welche sich sehr fein einstellen lassen (9 Umdrehungen). Wenn man in das Alu-Plättchen vom Kiu-Sockel 2 kleine Löcher bricht, kommt auch ohne die Lampe auseinander zu nehmen an die Potis.

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    Der Regler ist Open-Source! Der komplette Quellcode ist also frei verfügbar und kann vom Nutzer mit entsprechenden Kenntnissen beliebig verändert werden und mit entsprechender Hardware in den Speicher des Reglers geschrieben werden.

    JimmyM hat eine Webseite für den Regler erstellt, wo man alle möglichen, wichtigen Infos, Anleitungen und auch den Quellcode findet. :thumbsup:
    Die Anleitungen dort zeigen, wie man den Regler richtig verkabelt und einbaut. Wenn man nur eine Helligkeitsstufe will ist das deutlich einfacher und der Maglite-Schalter rastet, wie bisher, auch ein. Außerdem ist die Lampe, wenn die Birne aus ist, auch komplett ausgeschaltet. Anleitung dazu hier.

    Bei mehreren Helligkeitsstufen wird der Maglite-Schalter zum Taster umgebaut und der Mikrocontroller ist dauerhaft aktiv (=> "parasitärer Strom"). Anleitung dazu hier. So wurde meiner zusammen gebaut.

    Beide Anleitungen sind komplett bebildert und sehr ausführlich. Diagramme zur Verschaltung in beiden Fällen und Bohrvorlagen für die Löcher im Alu-Plättchen sind auch verfügbar. Das ist also alles wirklich toll gemacht!!!
    Das i-Tüpflchen ist sicherlich die bebilderte Anleitung für den Fall, dass man den Regler selber programmieren will.

    Netter Nebeneffekt der PWM-Regelung: Das PWM-Summen der Glühwendel ist auch einfach ein tolles Geräusch. Man denkt sofort, dass das eine sehr starke Lampe sie muss :teufel:

    Einen kleinen Exkurs zu den anderen 3 Reglern aus dem "Hotwire Regulator Design Collaboration Project" werde ich vielleicht in einem anderen Thread bieten.

    Stromversorgung:

    Die Lampe benötigt 8 18650er Akkus, welche eine relativ hohe Leistung liefern können müssen. Natürlich möchte ich, dass sie so lange, wie möglich läuft.

    Erst dachte ich, dass die (damals) neuen 3400mAh Panasonic NCR18650B Zellen in geschützter Ausführung perfekt wären.

    Meine Idee basierte auf folgender Rechnung:

    18,5V * 6,4A = 118,4W (Birnenleistung)
    Durchschnittliche Akku-Spannung unter Last: 8 * 3,6V = 28,8V
    118,4W / 28,8V = 4,11A (durchschnittlicher RMS Strom aus den Akkus)
    118,4W / 20V = 5,92A (höchster RMS Strom aus den Akkus)

    Selbst 5,92A erscheinen einem für diese Akkus (auch mit Schutzschaltung) völlig im Rahmen des Möglichen.

    Diese Rechnung enthält aber mehrere gravierende Fehler!!

    Erstens fließt wegen der PWM-Steuerung 244 mal pro Sekunde ein viel höherer Strom als der RMS-Strom und zweitens steigt steigt die Ohmsche Verlustleistung und somit produzierte Wärme in den Akkus durch ihren Innenwiderstand mit dem Quadrat des Stroms an (also schnell).

    Dieser höhere Strom nennt sich Peak-Strom und wird, wie folgt berechnet:

    Durchschnitts-Peak-Strom = Akkudurchschnittsspannung / Wendelwiderstand
    Wendelwiderstand = Birnenspannung / Birneneffektivstrom

    Wendelwiderstand = 18,5V / 6,4A = 2,9 Ohm
    Durchschnitts-Peak-Strom = 28,8V / 2,9 Ohm = 9,9A!!!

    Diesen Strom muss der Akku und die Schutzschaltung dauerhaft aushalten!

    Bei leerem Akku sinkt der Peak-Strom übrigens (anders als bei LEDs, wo der Treiber am Ende mehr Strom zieht).

    Minimal-Peak-Strom = 20V / 2,9 Ohm = 6,9A

    Die erzeugte Verlustleistung in jedem Akku lässt sich, wie folgt berechnen:

    Mittlere Verlustleistung im Akku = (Peak-Strom)^2 * Ri * PWM-Einschaltdauer
    Ri = Innenwiderstand des Akkus samt PCB
    Einschaltdauer = Birnenleistung / Peak-Leistung
    Birnenleistung = 18,5V * 6,4A = 118,4W
    Peak-Leistung = Peak-Strom * Akku-Spannung
    Durchschnitts-Peak-Leistung = 9,9A * 28,8V = 285W !!!
    Enerpower 3400er haben da z.B. ca. 90mOhm.

    Mittlere Verlustleistung im Akku = 9,9A^2 * 0,09 Ohm * 0,42 = 3,7W (!!!)
    Das heißt in jedem Akku entsteht 3,7W an Wärme. Das ist ziemlich viel. Bei 8 Akkus also knapp 30W an Wärme nur durch die Akkus selbst.

    Diese Akkus sind also gänzlich unpassend. Zufällig kamen dann vor einem halben Jahr die neuen Panasonic NCR18650PD Zellen auf den Markt. Enerdan und intl outdoor haben dann auch direkt geschützte Varianten angeboten. Ich habe mich für die von intl outdoor entschieden, da sie deutlich günstiger sind und ihre Schutzschaltung erst bei 11A abschaltet.

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    Sie haben immerhin eine Kapazität von 2900mAh. Im Vergleich zu den IMR-Akkus, welche in über 90% aller starken Hotwire-Lampen stecken, ist das schon wirklich extrem gut.

    Bei einem Durchschnitts-RMS-Strom von 118,4W / 28,8V = 4,1A haben sie eine Kapazität von ca. 8,7Wh.

    Das führt so einer Akku-Laufzeit von ca. 118,4W / (8,7Wh * 8) = 0,59h
    Das entspricht einer Laufzeit von ca. 35min!!! :thumbup:

    Ich habe noch keine vergleichbare HotWire mit so einer lange Akkulaufzeit gesehen.

    Das ganze Wissen in diesem Abschnitt verdanke ich den Leuten, welche mir in diesem Thread geholfen haben! :thumbsup:

    Sicherheit:

    Das Thema Sicherheit ist mir bei einer so Leistungsfähigen Lampe mit so vielen Lithium-Akkus dann doch sehr wichtig (siehe auch Lithium Ionen Akkus - Grundlagen). Ich zähle hier jetzt einfach mal alle Sicherheitsmaßnahmen auf:

    - hochwertige, Japanische Markenzellen neuester Generation, welche alle zusammen gekauft wurden
    - die Akkus werden immer nur in dieser Lampe zusammen benutzt
    - alle Akkus sind geschützt und von einem bekannten Anbieter
    - sie werden nur innerhalb ihrer Spezifikation betrieben
    - alle Akkus werden jedes mal nach dem Aufladen von mir vermessen, um zu gucken, dass sie alle die gleiche Spannung haben
    - der Regler hat einen eingebauten Tiefentladeschutz, welcher funktioniert, und den Akkus etwas Spielraum lässt (schaltet nicht erst bei 2,5V pro Zelle runter)
    - der Regler hat einen eingebauten Überhitzungsschutz, welcher die Elektronik & die Akkus schützt und die Brandgefahr während des Betriebs verringert
    - Für den unwahrscheinlichen Fall eines Druckaufbaus im Inneren wurde in die Endkappe ein Überdruckventil eingebaut
    - durch das Schalterloch kann auch theoretisch Gas entweichen
    - es wird eine IRC-Birne benutzt, welche weniger Wärme abstrahlt als normale Halogenbirnen

    Nichtsdestotrotz herrscht beim Betrieb der Lampe Brandgefahr!! Man kann mühelos dunkle Pappe und Kunststoffe zum schmelzen bringen und Rauchentwicklung verursachen, wenn man die Lampe nah an diese dran legt.
    In diesem Video könnt Ihr sehen, wie viel schlimmer eine klassische Hotwire mit ca. 100W ist.

    Ein paar Impressionen der Lampe:

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    Größenvergleich mit 2D-Maglite und Olight SR-50:

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    Birne beim Abkühlen:

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    Beamshots:

    Der hier ist vom Forumstreffen 2013:

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    Beamshottreffen in Dortmund:

    [​IMG]

    Treffen in Dormagen 2013:

    [​IMG]

    Abschließende Worte:

    Die Lampe ist wirklich tolle und ein tolles Stück Lampengeschichte! Natürlich ist sie von der Effizienz und vom Energieverbrauch an sich her nach heutigem Stand total veraltet. Trotzdem ist sie aber heller als die meisten LED-Lampen.
    Dazu kommt, dass es nach wie vor keine LED-Lampe mit nur einer LED gibt, welche 3600 otf Lumen mit guter Farbwiedergabe und passablem Throw (>= 50klux) schafft. Die Praxistauglichkeit, Effizienz und Sicherheit dieser Lampe sind unter HotWire-Lampen bisher unerreicht!
     
    #1 The_Driver, 16. September 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10. Januar 2016
    Xyrx, Madtoffel, Genesis 1.3 und 59 andere Flashys haben sich hierfür bedankt.
  2. Folomov
    Sehr genialer Bericht deiner geilen Lampe :thumbup:

    Aber weit entfernnt sind wir nicht mehr von 3600 OFT Lumen
    aus einer LED,und gut Reichweite kommt dann auch noch raus.

    Bei Lichtfarbe scheiden sich eh die Geister :)

    Gruß Xandre
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  3. Boah, was für eine "tiefergehende Betrachtung". Herzlichen Dank dafür. :thumbsup:

    Ich habe beleibe noch nicht alles gelesen, aber das hole ich auf jeden Fall schnellst möglich nach.

    Gruß Walter
     
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  4. Acebeam
    Fantastisch und beeindruckend zu gleich was man aus einer einzigen Birne rausholen kann. Da bist du der LED Technik noch um einen Schritt voraus im Vergleich zu der Helligkeit gegenüber einer Single-LED.
    Mich würde nur mal interessieren wie die Wärmeentwicklung der Taschenlampe ist bei längerem Leuchtbetrieb.
     
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  5. Sehr schöne Zusammenstellung mit vielen Hintergrundinformationen.
    "Lampenhistorisch wertvoll" :D.
    Es gibt noch keinen Wikipedia-Eintrag zu "Hotwire", obiger beitrag wäre ein guter Kandidat ;)


    Eine Kleinigkeit fiel mir auf:
    Das wäre dann der Mittelwert.
    Es interessiert aber der Effektivwert, denn der bestimmt die Birnenleistung, und auf diesen regelt der Treiber auch.

    Der Effektivwert der Birnenspannung ist:
    Ueff = Akkuspannung / sqrt(Tastverhältnis)

    sqrt = Quadratwurzel, Tastverhältnis = Einschaltdauer/Periodendauer 0=dauernd aus, 1= dauernd an)

    Daraus ergibt sich umgekehrt:
    Tastverhältnis = (Ueff / Akkuspannung)²

    Das bedeutet konkret: wenn man 24V Akkuspannung hat und 12V effektive Birnenspannung will, braucht man nicht 50% Tastverhältnis, wie man vielleicht intuitiv meinen könnte, sondern nur 25%. Mit 50% hätte man 17V effektive Birnenspannung.
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  6. Ich werds wohl nie nachbauen, aber ich hab alles gelesen - sehr schön informativ, verständlich und toll bebildert erklärt.

    Danke für den super Beitrag! :thumbsup:
     
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  7. Skilhunt Taschenlampen
    Hut ab vor dem Beitrag! :thumbup:

    ... und schon ist er auch drinn! :)
    Link
     
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  8. Ich meinte eigentlich dieses Wikipedia ;)
     
  9. Das ist was für große Jungs, ich bin da nicht angemeldet. :)
     
    #9 Maiger, 16. September 2013
    Zuletzt bearbeitet: 16. September 2013
  10. ...eine Tala mit Open-Source-Treiber, wenn ich das meiner Frau erzähle...;)
    danke für den tollen Bericht, der sehr informativ + interessant ist, und viel Leidenschaft für das Thema zeigt. Respect!
     
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  11. Danke für die tolle Vorstellung,könnte glatt als Doktorarbeit durchgehen! :D
     
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  12. Geniales Review! Wenn ich sie mal wieder in der Hand haben sollte, wird das mit dem Hintergrund 10 mal so interessant.
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  13. Vielen Dank für die vielen netten Kommentare! :)

    Wenn man sie drinnen betreibt, wird sie nach einigen Minuten (vielleicht so 3-5) warm und schaltet runter.

    Wenn man draußen in der Nacht bei typischen Temperaturen (<= 15°C) rum läuft ist sie absolut Dauerbetriebsfest und schaltet nicht runter. Die Kühlrippen erfüllen ihren Zweck.

    Danke für den Tip. Ich werde es korrigieren.

    Sag bitte Bescheid, wenn dir noch weitere Fehler auffallen sollten.
     
  14. Dazu kann man nicht viel sagen: einfach klasse :thumbup:
    Sehr schöner ausführlicher Bericht.
    Ich hab inzwischen auch mein kleines einfacheres Hotwire-Projekt abgeschlossen, von daher kann ich jetzt nur zu gut verstehen, welch ein Grinsen dir bei jedem Einschalten übers Gesicht huscht :D
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  15. Olight Shop
    Wann gibts nen Thread dazu? Bin sehr interessiert :pop: :D
     
  16. Mal sehen ... eigentlich bin ich ja schon länger damit fertig, aber konnte mich noch nicht dazu aufraffen :peinlich:
    Habe halt leider keine so tollen Beamshots wie du :S

    EDIT: löst sich bei deinen IRCs was vom Glaskolben ab? Ich hab mir eine 25W zum experimentieren geholt (war eigentlich als Low-Output Birne gedacht), aber wenn die mal ne halbe Minute an ist, fliegt immer so ein ominöses Glitzerzeug im Lampenkopf rum. Außerdem ist die Lichtfarbe nicht das Wahre ... hab ich da Schrott erwischt? Mit den anderen IRC habe ich jedenfalls keine Probleme.
     
    #16 Dark Laser, 18. September 2013
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2013
  17. Also bei mir löst nichts in der Form vom Glaskolben ab. Wichtig ist bei Hotwire-Lampen immer, dass man eine neue Birne erst mal ne Weile ohne Lampenkopf laufen lässt, damit eventuelle Ablagerungen verdampfen können und nicht den Lampenkopf beschädigen.

    IRC-Birnen produzieren bei 12V ein sehr gelbes Licht bzw. eine niedrige Farbtemperatur. Das Licht wird erst bei sehr hoher Überspannung schön.

    In meiner Lampe funktionieren auch z.B. 35W Birnen. Die 7W-Birnen leider nicht.
     
    Dark Laser hat sich hierfür bedankt.
  18. Ja, die 64440 z.B. macht schon eher ein wärmeres Licht, aber die 25 W Version ist wie gesagt noch mal ein Unterschied wie Tag und Nacht dazu.
    Das mit der seltsamen Schicht am Kolben scheint dann denke ich ein Einzelfall zu sein ...

    Der Tipp ist gut ... hab ich sozusagen aus Versehen sogar gemacht, weil ich die Birnen vorher mal an einem Bleiakku dran hatte :D

    7 W geht dann wahrscheinlich wegen dem Fokus nicht, oder (Wendel zu weit unten)? Der Sockel müsste sie ja aufnehmen können.
    Ich denke, da ließe sich aber auch relativ einfach ein Adapter basteln lassen.
     
  19. Das warme Licht hat einfach mit der Lebensdauer von 3000h zu tun ;)

    Bei "einbrennen" der Birne ist es wichtig sie mit der Spannung laufen zu lassen, mit der sie auch später läuft. Es kann ja sein, dass sie die Ablagerungen erst bei höheren Temperaturen lösen.

    Die 7W-Birnen gehen nicht weil sie beim Anmachen sofort durchbrennen. Vom Aufbau und Fokus her sind die IRC-Birnen bei Osram alle gleich. Die stärkeren Birnen haben wegen des höheren Stroms nur eine dickere Glühwendel.

    Ich freue mich auf den Thread zu deiner Lampe ;) :D :D

    Schon mal überlegt dir auch den Regler zu holen?
     
  20. Ja, überlegt schon, aber gemacht noch nicht :D
    Eigentlich wäre er ja nicht verkehrt, auch falls er einfach nur so rumliegen würde, weil gebrauchen kann man den sicher mal wieder.
    Im Moment ist es noch ein simpler Direktbetrieb, allerdings mit LiFePO4 Akkus, d.h. man kann die Helligkeit über den Großteil der Laufzeit quasi als konstant betrachten.
    Nur mit dem Nachteil, dass man nicht so viel rumspielen kann und ich mich eben "für immer" auf diese Akkus festgelegt habe, weil die Lampe keinen Tiefentladeschutz hat, die Akkus einem aber dafür selbst eine Tiefentladung auf 0 V für kurze Zeit nicht allzu übel nehmen.

    EDIT: hab mir gerade noch mal dein Bild vom Regler angesehen ... von der Größe her könnte das schon knapp in einer C-Mag werden, oder?
    Kann es übrigens sein, dass der Regler inzwischen komplett ausverkauft ist?
     
    #20 Dark Laser, 19. September 2013
    Zuletzt bearbeitet: 19. September 2013
  21. Ich glaube nicht, das der Regler in eine C-Maglite passt. Am besten mal den Erfinder fragen.
     
    Dark Laser hat sich hierfür bedankt.
  22. Ah Danke für den Link, ich hab den alten Thread erwischt :D
    Gibt also noch welche.
    Nur es sieht echt so aus, als ob das mit der C-Mag nicht geht. Die einzige Lösung wäre wahrscheinlich dieser Drop-In-Regler - gewesen.
     
  23. Das ist der beste und teuerste Regler überhaupt! ;)
    Der ist aber auch nur für D-Mags, zumindest laut dem Thread-Titel.

    Den Regler kannst du direkt in der Lampe mit dem Computer umprogrammieren. Das tolle ist, dass die extra eine Software entwickelt haben, wo du einfach die Daten deiner Birne eingibst. Die Software schriebt dann alles entsprechend in den Speicher des Regler.
     
  24. Oh, hab mich anscheinend gewaltig verlesen :peinlich:
    Hab gedacht, dass es den als C-Version auch noch gibt.
    Zumindest von der Bauweise her, also mit einem kompletten Schalterersatz und darin integrierter Elektronik, wäre das Drop-In auch für C-Mags denkbar.
    JimmyM hat anscheinend auch mal versucht, seinen Regler für C-Mags zu bauen, ist dann aber am Platz gescheitert, oder auch am Zeitaufwand.
     
  25. @ The_Driver,

    wieviel haben den die in den USA bestellten Teile zusammen gekostet?.

    Peter
     
  26. Du verlangst schmerzhafte Einsichten von mir... :D :D
    Ich glaube ca. 250€ für alles zusammen. Ich guck mal nach-

    Du solltest aber bedenken, dass ich den Lampenkörper gebraucht gekauft habe und man den Akku-Käfig in dieser Konfiguration nicht mehr (neu) kriegt.
     
    #26 The_Driver, 19. September 2013
    Zuletzt bearbeitet: 19. September 2013
  27. Wow, das ist ja schon fast wissenschaftlich! Mir raucht die Birne nach dem Lesen.
    Man merkt, dass du diese Lampe magst.
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  28. Danke! Man muss dazu sagen, dass es bei dieser Lampe mMn aber auch einfach mehr zu schreiben gibt, als bei vielen anderen und diese Wissen hier im Forum bis jetzt nicht wirklich zu finden war.

    Mir ist letztens übrigens aufgefallen, dass wenn ich den Sicherheitspin in der Endkappe entferne, der Aufladestecker für den Akkuträger direkt durch das Loch passt. Dass das geht, wusste ich bisher gar nicht :peinlich:.
    Es ermöglicht mir jedenfalls die genaue Überwachung der Akkuspannung im Betrieb und theoretisch das Aufladen der Akkus ohne die Lampe auseinander zu nehmen.

    Mann kann wunderbar beobachten, wie die Akku-Spannung unter verschiedene starken Lasten verschieden stark absinkt und sich nach dem Ausschalten der Lampe wieder erholt. Außerdem kann man durch die hohe Leistung der Lampe und der recht hohen Präzision des Multimeters genau sehen, wie sich die Akkus im Betrieb entleeren. Pro Sekunde (jedenfalls ungefähr) sinkt die Spannung von allen Akkus zusammen um 10mV.

    Lampe aus:

    [​IMG]

    Lampe in der höchsten Stufe:

    [​IMG]
     
    #28 The_Driver, 30. September 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10. Januar 2016
    Xandre hat sich hierfür bedankt.
  29. ...auch Hotwire mit 12 Kw !

    Hallo,

    ich hoffe, man regt sich nicht auf über meine laienhafte Vorstellung von Hotwire,fiel mir beim Lesen des Threads spontan ein (ist zwar keine Taschenlampe,aber trotzdem interessant):

    -Flakscheinwerfer 34 mit 150 cm Durchmesser

    -Reichweite von 10-12 Kilometern

    -1Gigacandela/150 cm Durchmesser

    -12- 15 KW elektrische Leistung

    Hier noch ein Link zum Bild:

    Datei:Wehrmachts-Flak-Scheinwerfer 1.jpg


    Gruss Jennerwein
     
  30. Das ist aber noch einmal eine andere Technik.
    Darin arbeitet eine Kohlebogen Lampe.
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  31. Guck dir mal hier die 5. Lampe in der Liste an ;)
     
    jennerwein hat sich hierfür bedankt.
  32. "Ich hoffe diese Liste hilft dem ein oder anderen hier einen langweiligen Nachmittag bzw. Abend rumzukriegen"...

    Ich habe mir gleich ein Lesezeichen angelegt, ist höchst interessant,danke!
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.

  33. ....das tut sie:thumbsup:
     
  34. Was ein Fundstück :modding: , danke für diesen Bericht, werde ich sicherlich öfters durchlesen.

    LG
    Bernhard
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  35. Ich bin jetzt erst auf diesen Thread gestossen. Mann, ist das ein tolles Review ueber eine super sexy Lampe!
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  36. Der Beitrag wäre spurlos an mir vorbei gegangen, wenn Frank ihn nicht aus der Versenkung geholt hätte. Phantastische Arbeit, phantastische Lampe!
    Ein schönes Stück Lampengeschichte. Danke für diesen Beitrag! :thumbsup:

    Gruß, Thomas.
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  37. Hi,

    Klasse Beiträge!
    Kenne diese Scheinwerfer noch aus meiner Zeit als Panzerfahrer.
    Der Scheinwerfer vom Leo 1. kostete damals so um die 50.000 DM.
    Hatten eine tolle Reichweite! Gefechtsfeld Ausleuchtung von über 2
    Km.
    Genaue Bezn. IR-/ Weißlicht Zielscheinwerfer

    Der Flakscheinwerfer ist aber der Hammer!
    Gibt es den auch als EDC-Version?;)

    V.G.
    Ralf
     
    The_Driver hat sich hierfür bedankt.
  38. Alexander hier im Forum hat den Scheinwerfer vom Leopard Panzer. Ich hab ihn schon in echt gesehen - tolles Teil.
     
    Ostwestfale hat sich hierfür bedankt.
  39. Hi,

    Absolut Geil:thumbsup:

    V.G.
    Ralf
     
  40. Wenn du Langeweile hast und mal sehen willst, was BVH (der Suchscheinwerferfreak schlechthin) im amerikanischen CPF-Forum schon alles gezeigt hat, dann guck mal hier

    Und nun zurück zum Thema...
     
    #40 The_Driver, 30. Januar 2015
    Zuletzt bearbeitet: 30. Januar 2015
    Ostwestfale hat sich hierfür bedankt.
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