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[LED-Test] "Unbekannte XM-LED" (optisch ähnlich zur Cree XM-L2)

Dieses Thema im Forum "Köf3's LED-Tests" wurde erstellt von Köf3, 13. Juni 2016.

  1. Hallo allerseits,

    ich teste wieder eine unbekannte Noname-LED.

    Dieses Mal ist es eine unbekannte LED im XM-Format, welche stark an die Cree XM-L2 erinnert. Den Typ konnte ich nicht ermitteln, eine LatticeBright XM ist es jedenfalls nicht, doch dazu später mehr. Sie findet man insbesondere in sehr günstigen Taschenlampen finden, ist aber recht selten. Ich habe sie aus dieser Taschenlampe ausgebaut. Diese habe ich Anfang Mai diesen Jahres bestellt.

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    Es ist ein Emitter mit einer Größe von 5 x 5 mm, und entspricht damit der Cree XM-Serie. Darum nenne ich diesen Emitter auch folgend einfach "unbekannte XM-LED".
    Generell weist diese LED vor allem optisch recht viele Gemeinsamkeiten zur Cree XM-L2 auf, auf welche ich im folgenden kurz eingehen werde.

    Hier erst einmal der optische Vergleich zu einer LatticeBright XL (Cree XM-L Pendant, in den Bildern rechts):

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    Die Unterschiede sind sehr deutlich und schnell erklärt. Andere Leuchtfläche, andersfarbiges Substrat und andere Farbe der Beschichtung unter dem Silikon, nur zwei statt drei Bondingdrähte.

    Interessanter wird der Vergleich mit einer Cree XM-L2:

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    Hier sind die Unterschiede schon etwas geringer. (Nein, den schlechten Zustand der XM-L2 meine ich damit nicht. ;) )

    Sofort fällt trotzdem die Leuchtfläche auf, die bei der XM-L2 deutlich sichtbar größer ist. Außerdem ist bei dieser auch der Rand der Leuchtfläche "ausgefranster" und die Kontakte für die Bondierungsdrähte sind rund statt wie bei dem unbekannten XM-Emitter eckig. Abgesehen davon fehlt bei der unbekannten LED eine dunkelgraue, viereckige Markierung, die bei einer LatticeBright XM vorhanden ist.
    Auch ist gut zu sehen, wie bei der unbekannten LED das ESD-Schutzelement (von mir gerne als "dritter Draht" bezeichnet) neben der Leuchtfäche fehlt. Bei der XM-L2 und der LatticeBright XL sowie XM ist es vorhanden und auch auf Fotos neben der Leuchtfläche sichtbar.

    Die Punkte sind auf dem unbekannten Emitter besser erkennbar, und entsprechen von der Anordnung her dem Muster auf der Cree XM-L2. Eine LatticeBright XM hat die Punkte in einem quadratischen Muster angeordnet.

    Reine Leuchtfläche (also ohne Bondierungen):
    • unbekannte XM-LED: 6,73 mm²
    • XM-L2: 8,90 mm²
    • LatticeBright XL: 7,14 mm²

    Die unbekannte XM-LED hat also zur XM-L2 eine um 24,4 % und eine zur LatticeBright XL um 5,8 % kleinere Leuchtfläche.


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    Wichtiger Hinweis: ich habe eine kleine, aber sehr wichtige Änderung in meinem Messverfahren vorgenommen. Die im Diagramm und meinen Texten angegeben Lichtstrom-Werte sind nunmehr LED Lumen. Heißt: der Lichtstrom, wie er direkt aus dem Emitter kommt, nicht wie vorher aus einer Taschenlampe. In Zukunft werde ich sämtliche LED-Test-Diagramme nach diesem Schema erstellen, was die Vergleichbarkeit zu anderen Testdiagrammen auch aus anderen Foren deutlich verbessert. Eventuell werde ich bald die bisherigen Diagramme ebenfalls auf die neue Messwerte-Darstellung umändern.



    Man sieht im Diagramm schnell die geringere Effizienz der unbekannten XM-LED (in rot). Bis 0,6 A ist diese allerdings sogar um wenige Prozentpunkte höher als bei der XM-L2 U2, ehe die Lichtstromkurve abflacht. Und das hat Gründe: bereits bei etwa 4,6 A ist bei der LED die Luft raus. Der Lichtstrom steigt mit weiter erhöhtem Betriebsstrom nicht mehr, dafür verfärbt sich das Licht der LED hellblau, ein klares Zeichen für zu hohe Überbestromung.
    Bei der bei diesem Emitter maximalen Bestromung von 4,4 A werden 1257 lm erreicht. Die Cree XM-L2 im Leistungsbin U2 erreicht bei gleichem Betriebsstrom 1519 lm, das sind 17,3 % mehr.
    Durch die zur XM-L2 24,4 % kleineren Leuchtfläche hat dieser unbekannte Emitter eine etwas höhere Leuchtdichte.

    Ab 3-3,4 A wird die Messung der unbekannten LED schwierig, was auch gut im Lichtstromdiagramm sichtbar ist. Trotz perfekter Lötung auf dem Noctigon-Board sinkt der Lichtstrom innerhalb weniger Sekunden schnell um einige Prozent ab, was genaue Messwerterfassung sehr schwierig macht. Offenbar ist der Wärmewiderstand der LED recht hoch.

    Die Vorwärtsspannung der unbekannten XM-LED ist gering und entspricht fast genau der Kurve der LatticeBright XL. Sie ist mit 3,31 V bei 4,4 A deutlich geringer als bei der XM-L2 bei gleichem Betriebsstrom (3,84 V).

    Das Lichtbild und die Lichtfarbe ist in Ordnung. Es gibt in einem Reflektor keine nervigen Artefakte wie verschiedenfarbige Ringe oder dunkle Punkte im Spot. In einer Zoomlampe sieht man lediglich einen "Abdruck" der Leuchtfläche mitsamt den kleinen Punkten, aber keine unangenehmen Reflexionen vom Substrat o.ä., wie es bei der XP-G3 der Fall ist. In diesem Szenario entspricht die unbekannte LED der XM-L2.

    Die Farbtemperatur liegt bei etwa 7000-7200 K. Das Licht ist ein Weiß mit einem kaum ausgeprägten Blaustich. Sonst gibt es keine Farbabweichungen ins Grün oder Gelbe. Für Freunde des kaltweißen Lichts dürfte die Lichtfarbe als in Ordnung durchgehen. Die Farbwiedergabe entspricht der einer XM-L2, also 65-70.

    Im Großen und Ganzen ist diese LED brauchbar und erfüllt ihren Zweck der Lichterzeugung ohne große Abstriche. Im unteren Leistungsbereich hat sie eine durchaus annehmbare Effizienz und eine kaltweiße, nicht zu blaue, Lichtfarbe.

    Zum Gruße, Dominik
     
  2. zum ThruNite-Shop
    Hm. Nehmen wir mal 3A, den offiziellen Maximalstrom der Cree XM-L2:
    Cree XM-L2 U2: 1170 lm / (3A x 3,55V) = 110 lm/W
    Unbekante Noname-LED: 1050 lm / (3A x 3,15V) = 111 lm/W
     
  3. Ist es wirklich so einfach?
    Wenn ja, dann ist es mein Fehler. Kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, dass eine China-LED eine XM-L2 U2 übertreffen kann (wenn auch knapp). Aber danke für den Hinweis, das muss ich zukünftig berücksichtigen. :)

    Zum Gruße, Dominik
     
  4. Miboxer.com
    Ja, es ist so einfach, wenn man (wie üblich) lm/W als Wirkungsgrad definiert. P = I x Vf
     
    Köf3 hat sich hierfür bedankt.
  5. Gut zu wissen. Danke. :)
     
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