Dufte Ostern!
Während sich draußen merkwürdige Gestalten in gebückter Haltung tummeln, um tiefgefrorerene Eier aus dem Dreck zu sammeln (merkwürdiger Brauch ...
), habe ich mir mal eine meiner Taschen vorgenommen, die demnächst (hoffentlich) abgelöst wird.
Es handelt ich dabei um fast das gleiche Behältnis wie hier zu sehen.
Meine ist nun etwas über 2 Jahre in häufigem Gebrauch, überwiegend in Plautzenhalter-Trageweise, seltener als Schultertasche, was durch simples wechseln der Befestigungspunkte problemlos möglich ist.
Vorne weg: für 10,- - 20,- € dürfte es kaum etwas besseres geben.
Es gibt von derlei Taschen x verschiedene Hersteller, die allesamt fast identische Taschen herstellen.
Fast ... denn: es gab durchaus welche für unwesentlich mehr Euros, die noch mal eine Stufe besser waren. Dazu später mehr.
Das meine schon ordentlich gebraucht wurde sieht man auch an Details:
Die Reissverschlüsse laufen allerdings noch wie am ersten Tag.
An Unter- und Rückseite und den äußeren Ecken sieht man, dass sich der Verschleiss am Stoff doch sehr in Grenzen hält:
Einige Dinge stören mich aber auch, und die möchte ich kurz darstellen.
Zum einen ist die Gurtbefestigung zu luschig. Trägt man die Tasche um die Hüfte und hat die Gurtlänge einmal korrekt stramm eingerichtet, passiert folgendes:
Das Gurtband ist nicht steif genug und hat zuviel Spiel, weshalb sich der Rechteckring dreht und schon darf man die Gurtlänge wieder kürzen.
Ebenfalls richtig nervig ist der Überwurf mit 2 Schnellverschlüssen. Was der ein oder andere evtl mit "tactical" verbindet oder optisch nett findet ist einfach ein überflüssiger Krampf. Mit nassen kalten Händen dieses Gewerk wieder zusammen zu stecken ist einfach nur ätzend. Überflüssig ist es sowieso, eine besondere Komprimierung des Packs erreicht man nur, wenn die Tasche fast leer ist. Einen Handgriff braucht man auf so einem Daypack nun auch nicht. Wer Handtaschen will soll eine Frau mitnehmen, die sind oft sowieso stilsicherer.
Die Reißverschlüsse haben keinerlei Abdeckung und durch die grobe Verzahnung kann es bei Regen durchaus mal etwas feuchteln. Empfindliche Dinge also besser in Tüten packen.
Die Nähte am Gurt sind an den stark belasteten Stellen ziemlich fertig. Hier sollte man zuweilen mal nachsehen, ob nähen und/oder schweissen angesagt ist.
Der Gurtverschluss ist deutlich zu schwach. Seine martialische Breite hilft leider kaum bei der Zugfestigkeit. Ein kräftiger Ruck oder am Ast hängenbleiben und man steht unten ohne da. Also ohne Tasche ...
Dies betrifft das gezeigte Modell! Ich hatte andere, die deutlich höher belastbar waren. Für wenige Cent mehr hätte man aber ruhig auch einen Klickverschluss mit Sicherung verbauen dürfen.
Das gleiche gilt auch für die Gurtbefestigung: nur wenig Hirnschmalz wäre nötig gewesen, um hier eine bessere Lösung herzustellen (bei faktisch gleichen Kosten - sie hätten ja den überflüssigen Überwurf weglassen können).
Generell zur Materialstärke:
Ich vermute es handelt sich bestenfalls um 600D Nylon. Das ist meiner Meinung nach sehr gut geeignet, weil es nicht zu steif ist.
Ich besitze noch diverse Maxpedition und dort ist ein ewiges Ärgernis, dass die kleinen Taschen nur mühsam bedienbar sind, weil das Material zu steif ist. Manchmal ist weniger eben mehr.
Generell zur Trageweise:
Wie man oben sehen kann, ist die Befestigung als Bauchtasche (neudeutsch waist pack) relativ mittig angebracht.
Mir ist das noch deutlich zu tief! Packt man die Tasche bis unters Dach voll, bekommt sie ihren Schwerpunkt oben und irgendwann kippt sie nach außen. Das wird schlabbrig, wippt, und das merkt man.
Früher (da war sowieso alles viel besser
) gab es von diesem Taschentypus verschiedene Modelle: einige hatten die Befestigungen am oberen Rand, bei denen kippte nichts, und gleichzeitig hatten sie auch eine Reißverschluss-Abedeckung. Sie kosteten 6-7 euro mehr, und evtl ist das der Grund, warum man sie nur noch selten findet, wenn überhaupt.
Achtet also darauf, dass die Gurtbefestigung nicht tiefer als gezeigt sitzt. Macht sonst keinen Spass. Betrifft alle waist packs, nicht nur dieses.
Unterm Strich:
Die Tasche kann man kaufen. Es gibt wohl in dem Preissegment kaum etwas besseres.
Trotz einiger störender Details in Verarbeitung und Ausstattung ist sie immer noch robuster und universeller als die kunterbunten Plastiktüten-Nylons. Für Ausdauersportler wie Jogger oder Rennradfahrer taugt sie nicht, zu schwer, zu viel Getüdel, zu rappelig.
Als kleines Daypack für diejenigen, die einem Zombie-Outbreak gewappnet sein wollen, dem Gassigänger, der auf ausgedehnten Touren nicht auf Kaffee oder Tee verzichten mag, und den Outdoor-Enthusiasten, die keine pinkfarbenen Plastebeutel umschnallen möchten, sei sie empfohlen.
Leider bietet keine dieser Tasche vernünftige Schlaufen innen oder außen aus Gummiband. Das stört mich immer wieder. In die *hust* genormten Molle-Schlaufen passt einfachnicht alles, und Schlüsselbund, BackUp-Lampe, Hundepfeife etc pp würde ich ganz gern klapperfrei unterbringen.
Aktuell habe ich dieses Modell im Zulauf: Men Waterproof 1000D Nylon Travel Hiking Tactical Military Hip Bum Belt Messenger Shoulder Sling Chest Fanny Pack Waist Bag-in Waist Packs from Luggage & Bags on Aliexpress.com | Alibaba Group
Für um 19,- € bietet sie den höher angebrachten Gurt (kippt hoffentlich nicht), keinen gruseligen Überwurf, aber ebenfalls schnell erreichbare Außentaschen und sieht etwas ziviler aus.
Während sich draußen merkwürdige Gestalten in gebückter Haltung tummeln, um tiefgefrorerene Eier aus dem Dreck zu sammeln (merkwürdiger Brauch ...
Es handelt ich dabei um fast das gleiche Behältnis wie hier zu sehen.
Meine ist nun etwas über 2 Jahre in häufigem Gebrauch, überwiegend in Plautzenhalter-Trageweise, seltener als Schultertasche, was durch simples wechseln der Befestigungspunkte problemlos möglich ist.
Vorne weg: für 10,- - 20,- € dürfte es kaum etwas besseres geben.
- viele Fächer (sieht man bei den Bildern der Verkäufer besser, deswegen verschone ich euch damit)
- robust genug, solange man damit keinen ernsthaften dienstlichen Einsatz in fernen Landen plant
- universal mit reichlich Platz: eine Thermoskanne Kaffee, ein paar Schnitzel usw, zusätzlich zum unvermeidlichen Kram wie Knipse, Monokular oder Binokular, Multitool, Ersatzhundeleine, und was man sonst noch dabei haben möchte - es passt schon eine Menge hinein
- die beiden Taschen an den Enden eignen sich hervorragend für Dinge, an die man flott dran muss (bei mir Monokular und Knipse).
Es gibt von derlei Taschen x verschiedene Hersteller, die allesamt fast identische Taschen herstellen.
Fast ... denn: es gab durchaus welche für unwesentlich mehr Euros, die noch mal eine Stufe besser waren. Dazu später mehr.
Das meine schon ordentlich gebraucht wurde sieht man auch an Details:
Die Reissverschlüsse laufen allerdings noch wie am ersten Tag.
An Unter- und Rückseite und den äußeren Ecken sieht man, dass sich der Verschleiss am Stoff doch sehr in Grenzen hält:
Einige Dinge stören mich aber auch, und die möchte ich kurz darstellen.
Zum einen ist die Gurtbefestigung zu luschig. Trägt man die Tasche um die Hüfte und hat die Gurtlänge einmal korrekt stramm eingerichtet, passiert folgendes:
Das Gurtband ist nicht steif genug und hat zuviel Spiel, weshalb sich der Rechteckring dreht und schon darf man die Gurtlänge wieder kürzen.
Ebenfalls richtig nervig ist der Überwurf mit 2 Schnellverschlüssen. Was der ein oder andere evtl mit "tactical" verbindet oder optisch nett findet ist einfach ein überflüssiger Krampf. Mit nassen kalten Händen dieses Gewerk wieder zusammen zu stecken ist einfach nur ätzend. Überflüssig ist es sowieso, eine besondere Komprimierung des Packs erreicht man nur, wenn die Tasche fast leer ist. Einen Handgriff braucht man auf so einem Daypack nun auch nicht. Wer Handtaschen will soll eine Frau mitnehmen, die sind oft sowieso stilsicherer.
Die Reißverschlüsse haben keinerlei Abdeckung und durch die grobe Verzahnung kann es bei Regen durchaus mal etwas feuchteln. Empfindliche Dinge also besser in Tüten packen.
Die Nähte am Gurt sind an den stark belasteten Stellen ziemlich fertig. Hier sollte man zuweilen mal nachsehen, ob nähen und/oder schweissen angesagt ist.
Der Gurtverschluss ist deutlich zu schwach. Seine martialische Breite hilft leider kaum bei der Zugfestigkeit. Ein kräftiger Ruck oder am Ast hängenbleiben und man steht unten ohne da. Also ohne Tasche ...
Dies betrifft das gezeigte Modell! Ich hatte andere, die deutlich höher belastbar waren. Für wenige Cent mehr hätte man aber ruhig auch einen Klickverschluss mit Sicherung verbauen dürfen.
Das gleiche gilt auch für die Gurtbefestigung: nur wenig Hirnschmalz wäre nötig gewesen, um hier eine bessere Lösung herzustellen (bei faktisch gleichen Kosten - sie hätten ja den überflüssigen Überwurf weglassen können).
Generell zur Materialstärke:
Ich vermute es handelt sich bestenfalls um 600D Nylon. Das ist meiner Meinung nach sehr gut geeignet, weil es nicht zu steif ist.
Ich besitze noch diverse Maxpedition und dort ist ein ewiges Ärgernis, dass die kleinen Taschen nur mühsam bedienbar sind, weil das Material zu steif ist. Manchmal ist weniger eben mehr.
Generell zur Trageweise:
Wie man oben sehen kann, ist die Befestigung als Bauchtasche (neudeutsch waist pack) relativ mittig angebracht.
Mir ist das noch deutlich zu tief! Packt man die Tasche bis unters Dach voll, bekommt sie ihren Schwerpunkt oben und irgendwann kippt sie nach außen. Das wird schlabbrig, wippt, und das merkt man.
Früher (da war sowieso alles viel besser
Achtet also darauf, dass die Gurtbefestigung nicht tiefer als gezeigt sitzt. Macht sonst keinen Spass. Betrifft alle waist packs, nicht nur dieses.
Unterm Strich:
Die Tasche kann man kaufen. Es gibt wohl in dem Preissegment kaum etwas besseres.
Trotz einiger störender Details in Verarbeitung und Ausstattung ist sie immer noch robuster und universeller als die kunterbunten Plastiktüten-Nylons. Für Ausdauersportler wie Jogger oder Rennradfahrer taugt sie nicht, zu schwer, zu viel Getüdel, zu rappelig.
Als kleines Daypack für diejenigen, die einem Zombie-Outbreak gewappnet sein wollen, dem Gassigänger, der auf ausgedehnten Touren nicht auf Kaffee oder Tee verzichten mag, und den Outdoor-Enthusiasten, die keine pinkfarbenen Plastebeutel umschnallen möchten, sei sie empfohlen.
Leider bietet keine dieser Tasche vernünftige Schlaufen innen oder außen aus Gummiband. Das stört mich immer wieder. In die *hust* genormten Molle-Schlaufen passt einfachnicht alles, und Schlüsselbund, BackUp-Lampe, Hundepfeife etc pp würde ich ganz gern klapperfrei unterbringen.
Aktuell habe ich dieses Modell im Zulauf: Men Waterproof 1000D Nylon Travel Hiking Tactical Military Hip Bum Belt Messenger Shoulder Sling Chest Fanny Pack Waist Bag-in Waist Packs from Luggage & Bags on Aliexpress.com | Alibaba Group
Für um 19,- € bietet sie den höher angebrachten Gurt (kippt hoffentlich nicht), keinen gruseligen Überwurf, aber ebenfalls schnell erreichbare Außentaschen und sieht etwas ziviler aus.
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
