Wenn man mal mit Licht arbeiten musste (...) kommt man automatisch auf den Bereich um 5000K-5500K. Und dann werden bspw High-CRI viel zu selten genannt oder genutzt.
Das ist beileibe nicht gelb, sondern eigentlich "unbunt". Heisst: es sollen so wenig wie möglich Verfälschungen unserer Sehgewohnheiten stattfinden.
Wow-Effekt (...) cw
(...)Natur getreue Details (...) nw
Warmes Licht (...) für Entspannungsübungen
Ich finde, diese drei Beschreibungen für die Lichtfarbe treffen die Gründe für die Präferenz für die jeweilige Lichtfarbe sehr gut. Es kann auch sehr gut sein, dass die bevorzugte Lichtfarbe von der Verwendung abhängt. Auf einer Suche nach dem Hund kann man durchaus zu einer anderen Lösung kommen als z.B. beim gemütlichen Beisammensitzen im Zelt.
Wenn ich Lichtfarbe des Sonnenlichts am Mittag beurteilen müsste, käme ich weder auf cool- noch auf warmwhite. Das perfekte Licht wäre aus meiner Sicht eine möglichst identische Imitation des Sonnenlichts. Allerdings reicht allein die Farbtemperatur in Kelvin nicht aus, die Zusammensetzung des Lichtspektrums ist entscheidend. Mit LED oder HID ist es derzeit noch unmöglich, auf ein ähnliches Lichtspektrum wie das der Sonne zu kommen. Am ehesten geht das noch durch (übersteuerte) herkömmliche Glühlampen.
Ein anderer Aspekt darf nicht vernachlässigt werden. Der Mensch ist über Hunderte von Jahren eine bestimmte Art des Lichts gewohnt (Feuer, Fackeln, Glühlampen). Glühlampen-/Halogenlicht mag ineffizient und eher als Heizung geeignet sein, von der Art des Lichts kommt es aber immer noch dem Sonnenlicht am nächsten.
Warmweiße LED imitieren im Grunde das Licht der altherkömmlichen Lichtquellen. Sie sind quasi ein Imitat des Imitats des Sonnenlichts. Dennoch ist ihre Akzeptanz unter all denen, die mit Taschenlampentechnik (als Hobby) nichts am Hut haben, sehr hoch. Fragt mal 10 unbedarfte Personen (Familie, Bekannte...), welches LED-Licht sie am angenehmsten finden. Schätzungsweise 8 von 10 würden die warme Lichtfarbe bevorzugen. Nur warum?
Neutralweiße LED imitieren weniger den Output von Glühlampen und sind der Versuch eines Kompromisses zwischen dem eigentlich zu warmen Licht von Glühlampen und dem Sonnenlicht. Wegen der geringen Bandbreite des LED-Lichts gelingt das nur unzureichend. Auch die Lichtfarbe wird von vielen als (zu) gelb empfunden. Sehr gelungen ist imho in dieser Hinsicht eine XM-L(2) T6 3C (ja, ich weiß, Binning ist nicht gleich Lichtfarbe), die fast reinweißes Licht erzeugt.
Kaltweißes Licht vermeidet in der Regel eine unerwünschte Gelb- oder Rotfärbung. Allerdings fängt man sich im ungünstigen Fall eine Grün-/Blau- oder Violett-Tönung ein.
Mit welcher "Verfärbung" man nun am ehesten leben kann, ist wirklich Geschmackssache. Was ich den kaltweißen LEDs jedoch ankreiden muss, ist dass sie zusätzlich zu den grundsätzlichen Mängeln der LEDs auch noch die Farben der angeleuchteten Dinge entfernen und alles wie ausgewaschen wirkt.
Gleichwohl will ich eine besondere Eignung solchen Lichts für bestimmte Bereiche (Selbstschutz, Wachdienst, Polizei usw.) nicht absprechen.
Vermutlich meinst du, Jürgen, auch insbesondere mich, wenn du deinen Beitrag als Vorwurf gemeint hast. Für mich persönlich hätte eine Lampe beispielsweise ein schönes Licht, wenn ihr Lichtkegel möglichst homogen wäre. Also nicht:
- Spot weiß + Corona gelb + Spill bläulich
- Spot grün + Spill neutral
- Spot kaltweiß + Spill violett
usw.
Bei einigen Lampen verwende ich deshalb gern einen Diffusor, der die einzelnen Bereich im Beam angleicht.
Ein schönes Licht wäre für mich ebenso, wenn es nicht als grelles Kunstlicht empfunden würde. Und da ist - so ist mein persönlicher Geschmack - eine helle Glühlampe oder vergleichbare LED-Leuchten noch am liebsten.
Nebenbei: der "Normalbürger" empfindet anders als der typische Flashy. Er begeistert sich für die Technik und bewundert die Leistungsfähigkeit seiner Leuchten. Das dürfte ein ganz anderer Standpunkt sein als der von Otto-Normalo.